Vereine lassen Oberweyer erblühen

Am Samstag versteckten die Oberweyerer Vereinsmitglieder 4000 Krokusse und einige 100 Winterlinge an verschiedenen Stellen im Ortsteil, um bereits im Frühjahr für ausreichend Futter durch Blühpflanzen zu sorgen.

Freiwillige Feuerwehr, Theaterfreunde, Männergesangsverein, Imkerverein, Gymnastikverein, Verschönerungsverein, Rassegeflügelzuchtverein und Pfarrgemeinderat beteiligten sich an der Pflanzaktion in Oberweyer
Rund 15 Kinder und 20 Erwachsene beteiligten sich an der Pflanzaktion.

Zusammenarbeit der Oberweyerer Vereine

Über 35 Helfer gingen nach einer kurzen Einführung auf die Knie, gruben mit ihren Schaufeln kleine Löcher und ließen die kleinen Krokus-Zwiebeln hineinfallen. Damit diese ungefähr gleichmäßig auf der Fläche verteilt wurden, streute jemand diese vorher auf. Sie wurden dann dort in den Boden eingebracht, wo sie lagen. In drei Gruppen wurden Flächen bei der Kirche, im Neubaugebiet und im Ort angelegt.

Die Idee stammte von Peter Stecker, Vorsitzender vom Imkerverein. Er bat die Vereine um Mithilfe bei der Pflanzaktion, aber auch um finanzielle Unterstützung. Und er war schier überwältigt von der großen, positiven Resonanz. Die Kosten für die Blumenzwiebeln beliefen sich auf rund 420 Euro und Stecker ging an dem Tag davon aus, dass diese durch die Unterstützung der Vereine gedeckt seien. Er freute sich, dass wirklich alle Ortsvereine und der Pfarrgemeinderat zusammenkamen, um die Frühblüher zu verbuddeln. Spätestens im Frühjahr, wenn die Blütenpracht erscheint, werden sich die Oberweyerer daran erfreuen können. Die Farben seien etwas für das Auge. Doch der viel wichtigere Punkt dieser Aktion ist die Tatsache, dass diese Frühblüher bereits im Frühjahr eine Futterquelle für Insekten und besonders Bienen sind.

Nahrung für Insekten

Ein Schlüsselerlebnis hatte Peter Stecker im Juni 2016. Er schaute nach seinen Völkern und die Bienenstöcke waren alle leer. Die Völker hatte keinerlei Reserven und er fütterte sie zu, um sie zu erhalten. Dabei kam ihm ein Gedanke: „Wir können den Honigbienen helfen, doch was ist mit den anderen Insekten?“ Daraufhin entstand das Projekt „Bienen, Hummel und Co – bunte Oasen schaffen.“ Zusammen mit dem NABU Hadamar informierte er Interessierte über die Schaffung von Blühflächen, es wurden Samentüten verteilt und in Zusammenarbeit mit einzelnen Kommunen Blühstreifen angelegt.

Ein Topf voller Krokus-Zwiebeln.
Ein Topf voller Zwiebeln.

Es sind weniger die Generalisten, die er dabei im Blick hat. Diese legen weite Strecken zurück und finden an vielen Blüten Nahrung. Es sind dabei mehr die Spezialisten, welche nur wenige 100 Meter von ihrer Behausung entfernt wegfliegen. Daher sind sie auf Blüten in der Nähe angewiesen. Der Imker möchte für diese Spezialisten viele kleine Oasen schaffen.
Von den über 560 Wildbienen sind mehr als die Hälfte gefährdet. „Wenn eine Wildbienen-Art ausgestorben ist, dann ist sie weg“, so Stecker. Er wählte den Krokus, weil dieser die erste Pollennahrung für Insekten im Frühjahr liefert, denn er blüht bereits Ende Februar, Anfang März.
Es war sicher nicht die leichteste Arbeit, die über 4000 Blumenzwiebeln in den Boden zu bringen. Doch die Helfer waren alle mit sehr viel Spaß dabei, haben Witze gemacht, sich gegenseitig aufgezogen und sich nach der Pflanzaktion zum Essen zusammengesetzt.

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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