Trockener, warmer April – Auswirkungen auf die Natur

Der April kam in diesem Jahr schon sehr sommerlich daher. Zudem fehlten die Niederschläge, so dass der April sehr trocken und warm war. Dies hat verschiedene Auswirkungen auf die Natur und die Landwirtschaft. 

Meteorologen sind sich einig – so einen warmen April gab es noch nie. Laut Deutschem Wetterdienst lag die Durchschnittstemperatur bei 12,4 Grad. Dieser Wert lag damit fünf Grad über den Referenzwert von 1961 bis 1990 sowie noch immer vier Grad über dem Referenzwert in der Periode 1981 bis 2010. In diesen Wert floss die Auswertung von 2.000 Messstationen. Vor diesem April war der wärmste April im Jahr 2009 gemessen worden. Dieser hatte eine Durchschnittstemperatur von 11,8 Grad. (Quelle Tagesschau) Doch wie sah es hier in der Region aus?

+4,8 Grad in Elz

In Elz lag die Durchschnittstemperatur mit 13,4° Celsius noch über dem Durchschnittswert des Deutschen Wetterdienstes. Das Mittel von 1961-1990 lag bei 8,6°, so dass der diesjährige April ein Plus von 4,8 Grad verzeichnete. Seit den Aufzeichnungen in Elz handelt es sich um den wärmsten April überhaupt. Selbst den Rekord-April aus 2009 mit einem Durchschnitt von 13,3° wurde übertroffen. Nur 2007 gab es mehr Sonnentage in einem April. Auch wenn in der ersten Hälfte noch Regen fiel, war die zweite Hälfte sehr trocken und es wurde nur knapp ein Soll über 50 Prozent erreicht. Daten von der Wetterstation Elz

Warmes Elbtal

Noch ein wenig wärmer mit einer Durchschnittstemperatur von 14,02° war es in Elbtal. Hier liegen mir die Zahlen auch von April 2017 vor für einen direkten Vergleich. Die Durchschnittstemperatur im April 2017 lag bei 9,37°, was 4,65° weniger war als in diesem April. Diese beiden Zahlen sagen allerdings wenig über die Höchst- und Niedrigtemperaturen aus, so dass ich nochmal genauer auf die Zahlen geschaut habe. Die niedrigsten Temperaturen im April 2017 betrugen 4,39°, in April 2018 8,9°. Dies bedeutet, die Temperaturen waren weit entfernt vom Frostbereich.  Noch interessanter sind die Höchsttemperaturen. Im April 2017 lagen diese bei 15,37°. Im vergangenen April stieg das Thermometer nochmal eine Ecke höher und im Durchschnitt bestand eine Höchsttemperatur von 21,3°. Dies sind fast ein Unterschied von 6°. Daten von Elbtal.net 

Natur 14 Tage früher

Mit dem Imker Peter Stecker sprach ich darüber, ob der warme April Auswirkungen auf die Imkerei hatte. „Durch den warmen April war die Natur 14 Tage früher dran und die Bienen waren noch nicht so weit“, erläutert er, „die Imker werden nervös, wenn alles blüht und die Bienen noch nicht so weit sind.“ Er glaube jedoch nicht, dass dies Auswirkungen auf die Bestäubung der Blüten hat. Er geht davon aus, dass die Bienen das alles wieder aufholen und sich insgesamt der warme April nicht negativ auswirkt.

Zu wenig Biomasse

Bernd Schäfer, stellvertretende Vorsitzende vom Kreisbauernverband Limburg-Weilburg, kann bestätigen, dass die Natur explodiert ist. Aber da das Wachstum so schnell von statten ging, fehlt es an Biomasse. Das Gras ist nicht so dicht wie normal und der Raps ging auch direkt in die vegetative Phase über, so dass das Stängelwachstum fehle. Wenn die Biomasse fehlt, fehlt auch genügend Grün, um Photosynthese zu betreiben und eine ordentliche Fruchtbildung anzuregen. „Wir bräuchten nochmal Regen“, so Schäfer. Nicht umsonst heißt es in einer Bauernregel: „Ist der Mai kühl und nass, füllt`s dem Bauern Scheun` und Fass.“ Doch er sieht optimistisch nach vorne.
Er wies noch auf einen anderen Sachstand hin – dass es sehr viele Insekten gibt. „Im letzten Jahr sind die Insekten im April bei den Nachtfrösten kaputtgegangen“, so Schäfer.  Mit 4,39° waren selbst die niedrigsten Temperaturen zu warm, als dass etwas erfrieren konnte. Wer auf seine Autoscheibe schaut, kann diese Aussage von mehr Insekten sicher bestätigen.

Die Eisheiligen stehen vor der Tür

Vom 11. Mai bis 15. Mai stehen die Eisheiligen vor der Tür. Dies sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie (oder auch kalte Sophie) siehe Wikipedia
Laut Bauernregeln ist erst nach der kalten Sophia das Wetter stabil. Bis dahin kann es noch durch den Einstrom von Polarluft zu Bodenfrösten kommen. Viele Aussaaten erfolgen daher erst nach den Eisheiligen, da diese eine Auszeit zerstören können. Auch wenn es immer wieder zu Verschiebungen kommt, stehen die Eisheiligen in diesem Jahr pünktlich vor der Tür und es ist am Donnerstag mit einem Temperatursturz und ungemütlichen Wetter zu rechnen. Via N-TV, Wetter.com.

 

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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