Wildpark Tiergarten Weilburg – ein Kleinod mitten in der Natur

Der Wildpark Tiergarten Weilburg ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Mitten in der Natur gelegen, gibt es neben den Tieren auch vieles über die Natur und das Ökosystem zu lernen. Possierliche Fischotter, Braunbären und freche Ziegen gibt es zu entdecken. Es ist sehr interessant, die vielen verschiedenen Tiere beim Schlafen, Putzen oder Fressen zu beobachten.

Der Wildpark Tiergarten Weilburg hat eine lange Geschichte. Er entstand als herzoglicher Tiergarten und wird heute vom Forstamt Weilburg betrieben. Es ist ein naturnaher Ort, welcher zum Schauen, Lernen und Entspannen einlädt.

Der herzogliche Tiergarten

Alles begann 1590, als Graf Albrecht von Nassau und Saarbrücken östlich von Weilburg sein eigenes Damwild hielt. Ab 1685 ließ Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg dieses Gelände sowie zusätzliche Flächen durch einen Holzzaun einfrieden und der Tiergarten war geboren. Später wurde der Holzzaun durch eine Bruchsteinmauer ersetzt, die bis heute die 92 Hektar Tiergarten umfasst. Lange Zeit wurde dieser Tiergarten zu jagdlichen Zwecken genutzt.

Eingang zum Wildpark Tiergarten Weilburg
Eingang zum Wildpark Tiergarten Weilburg

Ab 1732 setzte Fürst Karl August, Sohn des Grafen Johann Ernst den Ausbau weiter fort. Anstelle eines Tiergärtnerhauses baute er einen großen Gutshof, neue Wirtschaftsgebäude kamen hinzu. Ab 1860 fand erstmal nur eine reine forstwirtschaftliche Nutzung statt, bis sich die hessische Forstverwaltung 1969 dazu entschloss, einen Tiergarten anzulegen. Dieser wurde 1970 für die Öffentlichkeit eröffnet.

Tier- und Landschaftserlebnis

Viele Tiere locken in den Tierpark Weilburg. Stundenlang möchte man die Fischotter beobachten, welche Rückwärtssprünge ins Wasser machen oder sich auf der Wiese aalen. Die gemütlichen Braunbären sind recht posierlich, wenn sie auf ihrem Po sitzen und die Sonne genießen. Mit offenen Augen geht es durch das Dam- und Sikawild-Gehege, um diese Tiere aufzuspüren, welche dann plötzlich vor einem stehen. Faszinierend ist der Nachwuchs der Auerochsen, wenn er ausgelassen über die Wiese springt. Viele Tierarten haben unsere Ahnen noch in Deutschland erlebt wie die Wildkatze oder den Luchs. Manchmal muss man sich ein wenig Zeit vor den Gehegen nehmen, um die Tiere zu entdecken, weil sie gerade in einer Kuhle liegen und ihr Fell die perfekte Tarnung bietet. Insgesamt 20 verschiedene Tierarten warten auf die Besucher.
Doch neben den Tieren gibt es noch viel mehr zu entdecken. Auf dem Gelände befinden sich Eichen, die noch aus der Zeit stammen, als der Garten angelegt wurde. Die pittoresken Wälder wechseln sich mit glitzernden Wasserflächen und grünen Wiesen ab. Die Besucher erfahren etwas über die Wichtigkeit von Totholz für das Ökosystem, über die Vielfalt an Pilzen oder auch einiges zu den Bäumen auf einem Baumlehrpfad.

Artenschutzprojekte

Dabei geht es nicht nur darum, die Tiere vorzuzeigen. Der Wildpark beteiligt sich auch an Artenschutzprojekten wie die Wiederansiedlung von Wildkatzen im Bayerischen Wald. Auch unterstützt der Wildpark Erhaltungszuchtprogramme für vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Der Luchs zählt in Deutschland zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.
Der Luchs zählt in Deutschland zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Im ganzen Park laden Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein. Bei einem Picknick können die Tiere beobachtet werden und es gibt viel in der malerischen Umgebung zu entdecken. Selbst ausgehöhlte Baumstümpfe mit Moos bewachsen ziehen die Augen an.

Informationen zum Wildpark Tiergarten Weilburg

Anschrift

Tiergartenstraße
35781 Weilburg
Telefon 06471 626284

Öffnungszeiten

Der Tierpark Weilburg ist das ganzen Jahr geöffnet.

Montag bis Sonntag 9 bis 19 Uhr
Oktober/ November 9 bis 17 Uhr
Dezember/Januar 9 bis 16.30 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 6 Euro
Kinder 4-14 sowie Schüler, Studenten 3 Euro
Tageskarte Familien (Eltern mit Kindern) 17 Uhr

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite vom Wildpark. Der Rundweg durch den Wildpark ist 3 Kilometer lang. Am Eingang und beim Bauernhof wartet ein Kinderspielplatz.

Die Schotterwege sind gut befestigt. Jedoch müssen einige Höhenmeter überwunden werden, so dass es manche Wege steil nach oben und wieder nach unten gehen. Im Tiergarten selbst beim Kinderbauernhof sowie vor dem Eingang gibt es die Möglichkeit, bei einem kleinen Imbiss, Kaffee und Kuchen zu verweilen.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.