PM Landkreis – Natur- und Artenschutz im Limburger Becken

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Wie Landwirtschaft, Natur- und Artenschutz miteinander kooperieren können, zeigen beispielhafte Maßnahmen im „Limburger Becken“ Ob Blühwiesenstreifen oder die Schaffung von Lebensräumen für Feldhamster und Rebhuhn, Landkreis und Landwirte setzen sich gemeinsam für diese Themen ein.

Davon konnte sich der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer bei einem Ortstermin mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Marco Hepp, Eckard Mascus und Peter Diederichs vom Amt für den ländlichen Raum und Landwirt Rainer Schermuly überzeugen. Letzterer stellt Anbauflächen für die vorgenannten Projekte zur Verfügung,

Das „Limburger Becken“ wird belebt

„Landwirtschaft und Naturschutz schließen sich nicht aus, sondern brauchen einander“, betonte Jörg Sauer. Eine Auffassung, der sich Marco Hepp anschloss und die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Limburg-Weilburg hervorhob. 2018 wurde auf Initiative des Hessisches Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) das Programm zur Förderung der Leitarten in der Feldflur Hessen gestartet.

In zehn Projekten werden nun Hamster und Rebhuhn durch spezielle Maßnahmen gefördert. Davon profitieren alle Offenlandarten der Kulturlandschaft, vor allem auch Bienen, Insekten und Feldvögel.„Bei Offenland oder Offenlandschaft handelt es sich um nicht überbaute oder durch Gehölz dominierte Gebiete, sondern alle Biotoptypen, die nicht zum Wald zählen“, erklärte Umweltdezernent Jörg Sauer.

Blühstreifen und Hamsterschutz

Das Feldflurgebiet Limburger Becken besteht derzeit aus vier Teilräumen, in denen unterschiedliche Maßnahmen angeboten werden. In Neesbach und Blumenrod werden ein- und zweijährige Blühflächen angeboten, in Linter, Niederbrechen, Villmar und Runkel werden zusätzlich zu den Blühstreifen Hamsterschutzmaßnahmen durchgeführt. Ab 2021 wird eine Auswilderung von einigen Exemplaren durch das Land Hessen erfolgen.

Das Limburger Becken mit seinen rund 1.550 Hektar geförderter Fläche wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Wurde in der Vergangenheit eher Getreide angebaut, sind in diesem Jahr Hülsenfrüchte, Mais oder Raps verstärkt zu sehen – und damit attraktive Pflanzen für Feldhamster und Rebhuhn, wie Eckhard Mascus, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum, erläuterte.

Schutz von Rebhühnern

„Bei einer Dichte der Maßnahmenflächen von 1 Prozent der Gesamtackerfläche kann ein vorhandener Bestand an Rebhühnern gehalten werden, eine Stabilisierung oder gar Ausweitung der Population erfordert dagegen deutlich höhere Anteile an der landwirtschaftlichen Fläche“, so Mascus.

Besonders wirkungsvoll sind die Blühstreifen, die eine Breite von jeweils zwölf Metern aufweisen. Hier findet das Rebhuhn Deckung und Nahrung, profitiert aber auch von den Hamsterschutzmaßnahmen, denn dort bleiben Getreidestreifen nach der Ernte bis in Herbst stehen. Zwischenfrüchte werden auf 108 Hektar sogenannter ökologischer Vorrangflächen angebaut und bieten Rebhühnern im Herbst und Winter ebenfalls Deckung und Nahrung,

Blühstreifen seit 15 Jahren

Die Anlage von Ackerblühflächen hat im Landkreis Limburg-Weilburg eine lange Tradition. Bereits vor 15 Jahren hatte die Naturlandstiftung damit begonnen, im Goldenen Grund zusammen mit Landwirten Blühstreifen einzurichten. Das Land Hessen folgte dem Beispiel und stellte im Rahmen seiner Agrarumweltprogramme Gelder für Blühflächen zur Verfügung. Diese nutzte der Landkreis sofort und legte mit den heimischen Landwirten Flächen an. Mit großem Erfolg. Bereits nach kurzer Zeit avancierte der Landkreis Limburg-Weilburg zur Region mit den meisten Ackerblühflächen in Hessen überhaupt, wie Eckhard Mascus und Peter Diederichs betonten. Entscheidend für diesen Erfolg war und ist die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. „Diese gemeinsame Arbeit ist uns ein großes Anliegen“, erklärte Marco Hepp, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Der Erhalt von Natur, Artenvielfalt und Landwirtschaft sei nur gemeinsam möglich.

Derzeit erhalten die Landwirte von der EU für jede bewirtschaftete Fläche eine sogenannte Direktzahlung. Voraussetzung dafür ist, dass sie 5 Prozent ihrer Ackerflächen als sogenannte Ökologische Vorrangfläche einrichten. Neben dem Anlegen von Blühstreifen und dem Schutz von Feldhamster oder Rebhuhn wollen die heimischen Landwirte und der Landkreis Limburg-Weilburg in den kommenden Monaten und Jahren in vielen Projekten zusammenarbeiten. Denn Artenvielfalt, Naturschutz und Landwirtschaft seien die wesentlichen Säulen unserer Existenz, waren sich alle Beteiligten einig.

 

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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