19 Kommunen, 1 Thema – Auswirkungen von Corona auf Elz

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Corona überrollte uns alle wie eine Welle. Von der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der 19 Kommunen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wollte ich wissen, welche finanziellen Auswirkungen es auf die Kommune hat und ob durch Corona Investitionen verschoben werden müssen.

Horst Kaiser, Bürgermeister von Elz erzählt, welche Auswirkungen es auf die Gemeinde hat.

Welche Mehrausgaben durch Corona hatte die Kommune und lässt sich beziffern, welche Einnahmen wegfallen werden?

Horst Kaiser: Aus heutiger Sicht betragen die Corona bedingten Mehrausgaben in Elz 553.000 Euro. Das bedeutet, dass aus einem bisher geplanten Haushaltsüberschuss von ca. 120.000 Euro nun ein Minus von ca. 448.000 Euro wird. Die größten Corona-bedingten Belastungen stellen zunächst der reduzierte Einkommensteuer und Umsatzsteueranteil dar. Gemäß der „Steuerschätzung Mai“ wird für die Entwicklung des Einkommensteueranteils für die hessischen Kommunen ein Minus von 7,9 Prozent und für den Umsatzsteueranteil ein Minus von ein Prozent vorhergesagt. Das bedeutet für beide Steuererträge eine Verschlechterung in Höhe von ca. 477.000 Euro gegenüber dem Haushaltsansatz. Die Schätzungen sind laut Auskunft des Hessischen Städte- und Gemeindebundes für Hessen noch nicht regionalisiert, sie zeigen lediglich bzw. aber immerhin den Trend wohin die Reise geht.

Für die Entwicklung der Gewerbesteuer kann derzeit noch keine Prognose abgegeben werden. Zurzeit sind noch keine Einbußen festzustellen, erfahrungsgemäß stabilisiert sich das Gewerbesteuerergebnis erst im Herbst. Neben den vorgenannten Steuereinbrüchen bedeutet der Verzicht auf Kita-Beiträge für die Monate April und Mai weitere finanzielle Belastungen in Höhe von 29.000 Euro. Ebenso wurde die Pacht für das Bürgerhaus und für das Rat`s Café für die beiden Monate in Höhe von insgesamt 6.220 Euro erlassen.

Beschlossen von der Gemeindevertretung wurde die Bezuschussung des Elzer Handels durch den „Elz-Taler“, der mit 20.000 Euro zu Buche schlägt. Die Anschaffung und Verteilung des Mund- und Nasenschutzes belastet den Gemeindehaushalt mit weiteren 18.000 Euro. Darüber hinaus mussten Spuckschutz-Trennsysteme in den Büros der Gemeindeverwaltung aufgestellt und installiert werden, die ca. 3.200 Euro kosten.

Halten an den Investitionen fest

Müssen aufgrund von Corona geplante Investitionen verschoben werden?

Horst Kaiser: Aus heutiger Sicht wollen wir an den Investitionen in den Straßenbau und auch die Erweiterung der Kita unterm Regenbogen festhalten. Darüber hinaus stemmen wir auch unvorhergesehene Ausgaben wie z.B. die Neuverlegung des Pflasters im Bürgersteig der Weberstraße und weiteren Wohnstraßen, wo infolge der Erdverkabelung der Bürgersteig aufgemacht werden muss. Hierfür entstehen mindestens weitere 50.000 Euro an Kosten.

Worauf freuen Sie sich auf die Zeit nach Corona und gibt es Learnings, welche Sie für sich mitnehmen?

Horst Kaiser: Ich glaube wir haben alle erlebt, dass man manche Sitzungen anders und effizienter gestalten kann. Auch können sicherlich viele Fahrten zu Besprechungen vermieden werden, wenn man dafür Videokonferenztechniken nutzt. So mancher hat sich auch wieder auf wesentliche Fragen und Dinge des Miteinanders besonnen. Ich persönlich freue mich wieder auf die Gesellschaft mit Freunden und Bekannten und viele gemeinsame Feiern, Konzerte usw.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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