19 Kommunen, 1 Thema – Auswirkungen von Corona auf Mengerskirchen

Teilen erwünscht

Corona überrollte uns alle wie eine Welle. Von der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der 19 Kommunen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wollte ich wissen, welche finanziellen Auswirkungen es auf die Kommune hat und ob durch Corona Investitionen verschoben werden müssen.

Thomas Scholz erklärt als Bürgermeister die Auswirkungen von Corona auf Mengerskirchen

Welche Mehrausgaben durch Corona hatte die Kommune und lässt sich beziffern, welche Einnahmen wegfallen werden?

Thomas Scholz: Zu den finanziellen Auswirkungen sind natürlich Einbrüche im Ergebnishaushalt zu verzeichnen. Dennoch sind wir bemüht und zuversichtlich, den Haushaltsausgleich bis zum Jahresende zu erreichen. Erste Erholungen in der Wirtschaft werden dazu beitragen.

Müssen aufgrund von Corona geplante Investitionen verschoben werden?

Thomas Scholz: Investitionen werden ausgeführt. Dies dient gerade zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft, z.B.: Anbau Kita Winkels wurde vorgezogen. Der Marktflecken ist durch seine solide Haushaltsführung in den vergangenen Jahren in der positiven Lage, seine Aufgaben und Investitionen auch in der jetzigen Krise auszuführen. Darüber hinaus werden uns die Konjunkturhilfen des Bundes und des Landes dazu helfen.

Vertrauen auf das gute Miteinander

Worauf freuen Sie sich auf die Zeit nach Corona und gibt es Learnings, welche Sie für sich mitnehmen?

Thomas Scholz: Im privaten sind die Neuerungen natürlich ebenso allgegenwärtig und vieles davon ist schon zur Routine geworden, wobei ich ehrlich zugebe, Gewohnheiten sind nicht einfach zu ändern, zum Beispiel Zurücklaufen, da ich die Maske im Auto hab liegen lassen oder in den Anfängen bin ich mehrmals beim Verlassen der Verwaltung gegen die verschlossene Rathaustür gedonnert.

Viele Menschen bringt die augenblickliche Situation über Lebensweisen und eigenes Handeln dazu, nachzudenken. Was können wir daraus lernen und was ist uns zukünftig wichtig in der Familie, in der Freizeit, im Beruf und welche Verantwortung habe ich für mich und meine Mitmenschen? Veränderte Arbeitsprozesse wurden und werden weiterentwickelt. Neue Wirtschaftsbereiche und Tätigkeiten sind im entstehen, aber leider auch Schließungen und Betriebsaufgaben.

Alles in allem vertraue ich auf das gute Miteinander, ich nenne es gerne: die „Selbstheilungskräfte der Menschen“, den baldigen Durchbruch in der Medizin, die richtigen Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Aktuell berichten nicht wenige Institute, dass nach dem rasanten Einbruch der letzten Wochen eine ebenso rasche Erholung in den kommenden Wochen und Monaten eintreten wird. Daraus schöpfe ich Hoffnung und Zuversicht.

Kritische Töne und Dank

Aber auch einige kritische Töne hat Bürgermeister Scholz zur Situation: Aufgrund des erfreulichen Rückgangs der Infektionszahlen in der Gemeinde und dem Landkreis erstaunt die aufkommende Verharmlosung und die teilweisen naiven Aussagen. Die Gefahr des Virus ist und bleibt bis zum möglichen Impfstoff gleich und allgegenwärtig. Etwas betroffen machen mich ebenso die aufkommenden Egoismen einiger weniger Bürger und Verantwortlicher in den Vereinen und Organisationen. Wo für den eigenen Anspruch von anderen Regeln und Vorgaben als selbstverständlich erwartet werden, gelten die über Wissenschaft, Bund und den Landesregierungen gemachten Vorgaben als falsch und unsinnig.

Großer, großer Dank an all diejenigen Menschen, die außergewöhnliche Leistungen und so großartig ihren Job erfüllt haben.


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.