19 Kommunen, 1 Thema – Corona Auswirkungen in Elbtal

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Corona überrollte uns alle wie eine Welle. Von der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der 19 Kommunen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wollte ich wissen, welche finanziellen Auswirkungen es auf die Kommune hat und ob durch Corona Investitionen verschoben werden müssen.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Elbtal aus? Dies erklärt heute Bürgermeister Joachim Lehnert.

Welche Mehrausgaben durch Corona hatte die Kommune und lässt sich beziffern, welche Einnahmen wegfallen werden?

Joachim Lehnert: Wir hatten in der vergangenen Woche am Donnerstagabend eine Sitzung der Gemeindevertretung. Dort habe ich sehr ausführlich über die Gegebenheiten bezüglich der Corona-Pandemie bei uns in Elbtal berichtet. Vom Landkreis haben wir 13.200 Masken für 5.150 Euro bestellt. Masken im Wert von 4.300 Euro wurden an die Haushalte verteilt. Hinzu kommen 200 FFP2-Masken für 900 Euro. Ferner wurden Handschuhe, Desinfektionsmittel und Desinfektionsstationen beschafft. Derzeit wurden somit bislang knapp 7.000 Euro für alles, was zur Eindämmung der Corona-Pandemie dient, verausgabt.

Die Gewerbesteuereinnahmen werden dieses voraussichtlich um rund 55.000 Euro vermindert werden. Die tatsächlichen Auswirkungen der Pandemie auf die Gewerbesteuereinnahmen können jedoch unserer Auffassung nach noch nicht abgesehen werden und zeigen sich voraussichtlich in voller Höhe erst in den kommenden Jahren, wenn die Gewerbetreibenden ihre Jahresabschlüsse erstellt haben.

Ergänzend darf ich auch noch darauf hinweisen, dass wir den Eltern die Zahlung der Kindergartengebühren erlassen haben und auch bis 31. Juli erlassen werden, wenn diese vorsorgehalber, was auch verständlich ist, ihre Kinder nicht im Kindergarten betreuen lassen. Aktuell sind Liquiditätsprobleme in der Gemeinde ausgeschlossen. Zwar wird die Pandemie auch Auswirkungen auf unsere Kommune haben, allerdings verfügen wir über ein erhebliches finanzielles Polster und können verminderte Einnahmen aufgrund der guten Kassenlage ohne große Probleme kompensieren.

Dorfentwicklung ins Stocken geraten

Müssen aufgrund von Corona geplante Investitionen verschoben werden?

Joachim Lehnert: Bezüglich geplanter Investitionen und Baumaßnahmen war es Corona bedingt recht schwierig, Angebote von Firmen zu erhalten, jedoch ist uns dies gelungen. Etwas ins Stocken geraten sind die Dorfentwicklungsmaßnahmen „Umgestaltung Spielplatz Elbgrund“ und „Umgestaltung Außenanlage Dorfgemeinschaftshaus Heuchelheim“. Hier mussten Corona bedingt die geplanten Sitzungen des Arbeitskreises Dorfentwicklung verschoben werden. Dies war zwar ärgerlich, jedoch nicht allzu tragisch und kann nachgeholt werden. 
Im Nachhinein möchte ich, jedoch ohne mich loben zu wollen, sagen, dass doch fast alles richtig gemacht und gehandhabt wurde. Dies ist auch den Mitgliedern von Gemeindevorstand und Gemeindevertretung verdanken, die mir weitgehend freie Hand gelassen haben, auch wenn das eine oder andere Geld gekostet hat.

Worauf freuen Sie sich auf die Zeit nach Corona und gibt es Learnings, welche Sie für sich mitnehmen?

Joachim Lehnert: Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass bald wieder Normalität in unseren Alltag einkehren wird und auch die Wirtschaft wieder „in Fahrt“ kommt. Denn nur bei einer florierenden Wirtschaft geht es uns allen gut. Schade ist, das Corona bedingt sehr viele Feste und Feierlichkeiten abgesagt werden mussten und gerade diese Feste sind in einer kleinen Kommune wie Elbtal sehr wichtig und stärken den Zusammenhalt in der Bevölkerung. Ich gehe jedoch davon aus, dass das eine oder andere Fest, insbesondere das Fest zum 100-jährigen Bestehen des SV Elbgrund nachgeholt wird.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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