250 Euro für den Wünschewagen

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Der Offheimer Hans-Peter Haefs möchte die Arbeit des Wünschewagens vom Arbeiter-Samariter-Bund unterstützen und hat an das Team 250 Euro gespendet.

Hans-Peter Haefs ist ein Weinliebhaber und spielt sehr gerne die Drehorgel. Inzwischen hat er so viele Weine angesammelt, dass er gerne auch mal zu einer gemütlichen Runde einlädt. Zur Weinverkostung gibt es dann Melodien aus der Drehorgel. Bei diesen gemütlichen Runden hat er Spenden gesammelt und übergab nun 250 Euro an das Team vom ABS-Wünschewagen. Koordinatorin Petra Gehrmann nahm mit den beiden ehrenamtlichen Helfern Jakob Koroschetz und Mareike Weyand nahmen das Geld gerne entgegen und gaben einen Einblick in ihre Arbeit.

Seit drei Jahren in Hessen unterwegs

In Hessen gibt es zwei Wünschewagen – einen für Nordhessen und einen im Rhein-Main-Gebiet. Seit fünf Jahren gibt es den ASB-Wünschewagen, seit drei Jahren in Hessen. Deutschlandweit fahren inzwischen 22 Wagen und mit ihren Wunscherfüllern versuchen sie die Wünsche von Menschen in der letzten Lebensphase zu realisieren. Da es sich um ein reines Ehrenamtsprojekt handelt, ist der ABS auf Spendengelder angewiesen. In den drei Jahren gab es für das Rhein-Main-Team insgesamt 500 Wunschanfragen, von denen 110 Wunschfahrten erfüllt werden konnten. Teilweise kamen die Anfragen zu spät, so dass der schlechte Gesundheitszustand eine Fahrt nicht mehr erlaubte. Die Fahrt ist für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenfrei. Immer mit dabei sind zwei Wunscherfüller, welche eine rettungsdienstliche Ausbildung haben.
Bei diesem Ehrenamtsprojekt geht es nicht nur um die Kosten, die für die Fahrten entstehen. Alleine der Wünschewagen kostete in der Anschaffung 120.000 Euro und im Jahr kommen rund 90.000 Euro Betriebskosten sowie Ausbildungskosten für die Begleiter auf den ABS zu. Der Wünschewagen hat inzwischen 80.000 Kilometer auf den Tacho, so dass auch dieser inspiziert und Bremsen neu gemacht werden müssen oder er Wagen neue Reifen benötigt, erklärt Petra Gehrmann die Kosten.

ASB Wünschewagen Spende
Hans-Peter Haefs erhält von Petra Gehrmann einen ASB-Teddy.

Verschiedene letzte Wünsche

Die Wünsche sind sehr verschieden. Mareike Weyand erzählt sich an ihre erste Fahrt. Damals wollte eine Patientin nochmal auf den Friedhof, um sich vom Grab ihres Mannes zu verabschieden. „Ich war so erfüllt von dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben“, erinnert sie sich, „das Strahlen in den Augen und der Dank brachten mir sehr viel.“ Dabei war es ein Zufall, dass die beim DRK engagiert zum Wünschewagen kam. Beim Einkaufen wurde sie angesprochen und besuchte zwei Wochen später eine Schulung. Und da sie sofort überzeugt war von diesem Projekt, begleitet sie nun als Ehrenamtliche Wünschefahrten. Andere Menschen wollen gerne nochmal ein Fußballspiel im Stadion erleben, ihre Heimat besuchen, einen Urlaubsort besuchen oder auch ehemalige Arbeitsplätze.

Doch nicht nur die Wunscherfüller erhalten viel zurück. Sie geben auch viel. Die Patienten warten schon auf den Wünschewagen und werden nervös, wenn dieser mal wegen dem Verkehr zu spät kommt. Manche Fahrgäste freuen sich so sehr, dass es ihrem Gesundheitszustand nochmal einen Push gibt und sie statt einer geplanten Liegendfahrt doch in der Lage sind, sitzend zu ihrem Ziel zu gelangen, so Gehrmann. Auch Jakob Koroschetz kann von der Dankbarkeit erzählen, die ihnen entgegengebracht wird. „Wir verbringen mit den Menschen einen schönen Tag und die Krankheit steht nicht im Vordergrund“, erzählt er.
Am Ende durfte Hans-Peter Haefs mit seiner Frau sich den Wünschewagen noch von innen anschauen und er zeigte dem Wünscheteam seine Drehorgel.

ASB Wünschewagen Spende
Der ASB-Wünschewagen von innen


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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