365-Euro-Jahresticket im RMV – DGB begrüßt den Vorschlag

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Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will Modellregion des Bundes für ein 365-Euro-Jahresticket werden. RMV-Aufsichtsratschef, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), sandte ein Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), wie die Stadt Frankfurt gestern mitteilte. Dies würde auch für viele Pendler aus dem Landkreis Limburg-Weilburg in Frage kommen. 

Ziel einer solchen Modellregion sei die schrittweise Einführung eines „Ein-Euro-Tickets für alle“ im gesamten Verbundgebiet. Der RMV bietet bereits jetzt Schülern und ab 2020 Senioren die Möglichkeit eines 365-Euro-Tickets.(Quelle Hessenschau)

DGB Frankfurt begrüßt Vorschlag

Der Frankfurter DGB-Vorsitzende, Philipp Jacks, zeigt sich begeistert über den Vorschlag von RMV-Aufsichtsratsvorsitzenden und Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Das würde die Arbeitnehmer der Region ernsthaft entlasten.“ Für die Beschäftigten in Frankfurt entspräche das neue Ticket immerhin einer Halbierung des aktuellen Preises für ein Jahresticket. „Für die zahlreichen Pendler würde das 365-Euro-Ticket zu einer noch deutlicheren Entlastung führen. Zum Beispiel aus der Wetterau kostet ein Jahresticket aktuell über 2.200 Euro, ein Tagesticket 24 Euro. Da stellen sich die Leute lieber stundenlang auf die Autobahn, als solche Preise zu bezahlen. Gerade für viele Teilzeitbeschäftigte sind die aktuellen Preise unbezahlbar.“

Jacks mahnt aber, dass auch der Ausbau des Schienennetzes nun mit Nachdruck vorangebracht werden muss. „Die Züge im Berufsverkehr sind heute schon überfüllt und oft verspätet, wer regelmäßig den Anschluss verpasst fährt dann doch lieber Auto. Die Regionaltangente West, aber auch kleine Projekte wie der mögliche Haltepunkt in der geplanten Wallauer Spange würden enorme Vorteile für Pendler bringen.“

Er weist darauf hin, dass der Zuzug in die Stadt nicht allein durch Wohnungsbau aufgefangen werden könne. Für ihn ist der Ausbau des ÖPNV in der Region ein mindestens ebenso wichtiger Baustein für eine lebenswerte Rhein-Main-Region.

DGB Limburg-Weilburg ebenfalls positive Reaktion

Die DGB-Vorsitzende des Landkreises Limburg-Weilburg, Viktoria Spiegelberg-Kamens, zeigt sich sehr erfreut über den Vorschlag des RMV-Aufsichtsratsvorsitzenden und Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann zur Einführung eines 365-Euro-Tickets für die Region. „Das würde die tausenden von Berufpendlern im Landkreis ernsthaft entlasten und ihnen eine ökologische sowie sozial-verträgliche Alternative zum Individual-PKW-Verkehr bieten.“ Aktuell koste ein Jahresticket von Limburg nach Frankfurt über 2.280 Euro. „Da stellen sich viele Leute wohl oder übel stundenlang auf die Autobahn, weil viele solche Preise nicht bezahlen können. Gerade für viele Teilzeitbeschäftigte sind die aktuellen Preise unbezahlbar“, so Spiegelberg-Kamens. „Wenn wir mit Blick auf die ökologischen Folgen des Klimawandels uns ernsthaft mit einer Verkehrswende auseinandersetzen wollen, geht dies aus Sicht des DGB nur, wenn diese nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auch finanziell verträglich gestaltet wird.“

Die DGB-Vorsitzende mahnt, dass auch der Ausbau des Schienennetzes nun mit Nachdruck vorangebracht werden muss. „Die Züge im Berufsverkehr sind bereits heute überfüllt und oft verspätet. Wer regelmäßig den Anschluss verpasst fährt dann vermutlich doch lieber Auto.“ Der Ausbau des ÖPNV könne ein wichtiger Baustein für einen lebenswerteren Landkreis sei – und somit auch verhindern, dass Berufspendler aus der Region den Landkreis verlassen, um näher an ihren Arbeitsorten zu wohnen.

Preisbeispiel Limburg – Frankfurt

Eine Jahreskarte von Limburg nach Frankfurt kostet 2326, 80 Euro. Mit dem 365-Euro-Jahresticket wäre dies eine Ersparnis von 1961,80 Euro. Wer seine Strecke ausrechnen möchte, hat mit dem Tarifauskunft-Rechner des RMV die Möglichkeit dazu.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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