„Ab durch die Mitte ?“ – Schülerschaft diskutiert Zukunft des Netzausbaus in Hessen

Pressemitteilung – Im Planspiel der Deutschen Gesellschaft e. V. im Auftrag der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH diskutierte die Schülerschaft des Beruflichen Gymnasiums Schwerpunkt Umwelttechnik der Wilhelm-Knapp-Schule in Weilburg die Herausforderungen der Energiewende in Hessen exemplarisch am Netzausbau.

Initiiert wurde diese Veranstaltung von den im Schwerpunkt Umwelttechnik unterrichtenden Lehrern Andreas Bader und Sandra Redling. Die Teilnehmenden konnten dabei ihre Urteilkompetenz im Hinblick auf die Herausforderungen des Netzausbaus schärfen.

Einnehmen verschiedener Rollen

Nach einem Grußwort des kommissarischen Abteilungsleiters des Beruflichen Gymnasiums, Alexander Neuhoff, und einleitenden Vorbemerkungen seitens des Projektleiters Jan Roessel begaben sich die Schüler:innen im Planspiel in unterschiedliche Rollen, bei der sie jeweils die Perspektive eines ausgewählten Akteurs übernehmen sollten. Dazu gehörten u.a. die Landesregierung Hessen, Wirtschafts- und Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen, der Bauernverband, der Netzbetreiber und weitere. Sie simulierten die Konflikte beim Netzausbau, exemplarisch an den beteiligten Akteuren.

Dabei vertraten die Schüler:innen sehr engagiert die unterschiedlichen Interessen ihrer jeweiligen Rolle. Ihnen gelangen dabei der Perspektivwechsel sowie ein lebendiger und konstruktiver Austausch der Argumente. Am Runden Tisch diskutierten sie sehr engagiert die Frage alternativer Trassenführungen und der Höhe und Häufigkeit von Entschädigungszahlungen für die betroffenen Akteure.

Fiktiver Beschluss

Die Rolle der fiktiven Hessischen Landesregierung beschloss schlussendlich den Bau der Stromleitung im Vorzugskorridor. Diese sollte zum Teil als Erdkabel verlegt werden, dort wo die Trasse entlang von Städten verläuft. Entschädigungszahlungen soll es sowohl für Anwohnerinnen und Anwohner als auch für Landwirte geben, deren Grundstücke vom Verlauf der Leitung betroffen sind.

Vor Beginn des Planspiels betonte Projektleiter Jan Roessel von der Deutschen Gesellschaft e. V: „Wir möchten mit dem Projekt zeigen, dass das Gelingen der Energiewende und weitere Fortschritte beim Netzausbau unmittelbar zusammenhängen“ und ergänzte, dass „Kompromisse in einer demokratisch verfassten Gesellschaft dazugehören. In politischen Debatten wird der Ton jedoch immer polarisierter.“

Positives Feedback zum Planspiel

Das Feedback zum Planspiel sowohl der Schülerschaft als auch von Lehrerin Sandra Redling sowie Referendar Jan Hübinger war ausgesprochen positiv. Redling betonte, dass „das Planspiel Lernprozesse anhand einer realitätsnahen und spannenden Herausforderung ermöglicht hat. Das Lernarrangement wirkte sich äußerst motivierend auf die Lernenden aus. Sie haben von Beginn an gut in ihre Rollen gefunden und sich aktiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Gerade der mit einem Planspiel verbundene Perspektivwechsel ermöglicht es, sich in andere Rollen und Positionen hinein zu versetzen. Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich der komplexen Denkprozesse ist uns als Schule ein wichtiges Anliegen. Wir freuen uns, das Planspiel an unsere Schule geholt zu haben.“ Hübinger ergänzte: „Das Planspiel bot eine angenehme Abwechslung zum Unterrichtsalltag, die den Schülerinnen und Schülern sichtlich Spaß bereitet hat. Gefallen hat mir insbesondere die praxisnahe Vermittlung von politischen Strukturen, Interessen und Zusammenhängen.“

Jan Roessel sprach zudem unter Vorbehalt der Coronabeschränkungen eine Einladung für die Abschlussveranstaltung im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im 4. Quartal 2021 in Wiesbaden aus, bei der Expertinnen und Experten der Energiepolitik mit den Schülern diskutieren. Die Energiewende verändert die Stromversorgung in Deutschland. Das Projekt ist dabei von zentraler Bedeutung für das Land Hessen. Die Energiewende bleibt aber nicht unumstritten.  Die Deutsche Gesellschaft e. V. möchte die Schülerinnen und Schüler über den Zusammenhang zwischen Energiewende und Netzausbau informieren.

Planspiel für Schulen

Die Veranstaltungsreihe „Zukunft Netzausbau in Hessen – Ein Planspiel für Schulen“ besteht aus 20 solchen halbtägigen Workshops in Form von Planspielen an Schulen in Hessen. Sie wird finanziert durch die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH und im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen durchgeführt. Aus aktuellem Anlass finden die Workshops je nach Corona-Lage online oder in Präsenz statt. Am Ende der Reihe steht unter Vorbehalt der Coronabeschränkungen die Abschlussveranstaltung in Wiesbaden.

Die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) übernimmt im Auftrag der Hessischen Landesregierung zentrale Aufgaben bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes. Die Angebote der LEA richten sich an hessische Bürgerinnen und Bürger, gesellschaftliche Organisationen, Kommunen und Unternehmen.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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