Aktion Judoka 4 Judoka – Judokas helfen einem Mitglied

Der aktive Judokwai-Wettkämpfer Thomas Küppers hat bei einem Brand sein Haus und viele Dinge im Haus verloren. Für die Judoclubs Elz, Hadamar und Limburg stellte sich nicht die Frage, ob sie helfen, sondern wie. Sie riefen die Aktion „Judoka 4 Judoka“ ins Leben und konnten der Familie nun eine vierstellige Spende übergeben.

Durch ein defektes Elektrogerät wurde im Haus von Thomas Küppers in Waigandshain, Westerwald ein Feuer verursacht. Die Familie steht vor dem Nichts. Der Dachstuhl und das Obergeschoss sind komplett zerstört, das Erdgeschoss ist durch das Löschwasser durchnässt. Die Familie von Thomas Küppers kam bei den Großeltern unter und bewohnt inzwischen eine Mietwohnungen. Auch  durch Sachspenden war die Familie ausreichend versorgt. Aber die finanzielle Not der Familie ist sehr groß, weil die Versicherung den Sachschaden nicht übernimmt. Als aktives Mitglied im Judoclub Hadamar sowie im Judokwai Elz-Hadamar-Limburg waren sich die Vereine sehr schnell einig, ihrem Mitglied Thomas Küppers zu helfen.

Spendenübergabe

2.166,78 Euro kamen beim Spendenaufruf der Judoclubs zusammen. Die Summe überreichten sie am Wochenende Thomas Küppers im Rahmen der Hessischen Judomeisterschaften in Hadamar.
Stefan Schneider, Vorsitzender Judoclub Elz, hätte nie damit gerechnet, dass so viel Geld zusammenkommt. Er freute sich sehr, den Scheck übergeben zu dürfen. Thomas Küppers bedankte sich bei den Judokas. Er und seine Familie haben nach dem Brand sehr viel Hilfsbereitschaft aus dem Ort selbst, aber auch aus den Vereinen, in denen sie aktiv sind, erfahren. Dies habe ihn sehr gerührt.
Dr. Roland Sonnenschein, erster Vorsitzender vom Judoclub Hadamar war erschüttert, als er von dem Schicksalsschlag erfuhr: „Das abgebrannte Haus ist für die Betroffenen das schreckliche Ende eines Lebensprojektes.“ Vor 16 Jahren begann Thomas mit seinem Sohn in der Außenstelle Westerburg mit Judo. Seitdem ist er ein aktives, zuverlässiges Mitglied in Hadamar. Er hat nicht nur regelmäßig trainiert und zuverlässig in der Mannschaft gekämpft, so Sonnenschein. Küppers war auch als Trainer tätig und hat sich im Jugendbereich eingebracht. Sein Haus war offen für Feste, zu denen er seine Sportkameraden eingeladen hat. „Der Judo Club Hadamar sieht es als eine selbstverständliche und menschliche Pflicht an, Thomas und seiner Familie zu helfen und die Spendenaktion aktiv zu zu unterstützen“, so Sonnenschein.

Gemeinsam stark

Detlef Herborn, Vorsitzender vom Judokwai Elz-Hadamar-Limburg, bezieht sich auf das Jita-Kyo ei, welches im Judo eine Rolle spielt: „Das Prinzip Kano’s für ein beiderseitiges Wohlergehen, ist nicht nur ein Prinzip der Wertschätzung in guten Zeiten, sondern auch eine moralische Verantwortung zur Hilfe, gerade dann, wenn jemand am Boden zerstört ist.“ Daher sei es für ihn selbstverständlich gewesen, die Spende zu unterstützen.
Für Stefan Schneider gab es von Anfang an nicht die Frage, ob die Judokas helfen, sondern nur die Frage nach dem wie. „Nach Rücksprache mit Thomas Küppers war klar, dass Sachspenden bereits ausreichend getätigt wurden und Geld am dringendsten fehlt“, so Schneider weiter, „Von daher haben wir die Aktion „Judoka 4 Judoka“ ins Leben gerufen und freuen uns, dass sich so viele daran beteiligt haben.“
Auch für Karin Schilberz, Vorsitzende vom Judoclub Limburg, ist es selbstverständlich zu helfen. „Judo ist eine Mannschaftssportart, in der der Einzelne für die Mannschaftskameraden einsteht und die Mannschaft stärkt“, so Schilberz, „Jetzt sind wir gemeinsam stark für Familie Küppers.“

Neue Matten für Hadamar

Dr. Roland Sonnenschein, Vorsitzender vom Judoclub Hadamar nutzte die Eröffnung der Wettkämpfe ebenfalls dazu, um danke zu sagen. Der JC Hadamar hatte es die letzten Jahre etwas schwer. Erst wurde die eine Turnhalle an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule saniert, in welcher sie sonst trainieren. Die Matten wurden in einen Container gelagert, aus welchem sie immer herausgeholt werden mussten. „Das hat uns viele Mitglieder gekostet“, so Sonnenschein. Vor eineinhalb Jahren gab es dann in der Halle einen Wasserschaden, der 400 Quadratmeter Matten zerstörte. Dann ging die Rangelei mit den Versicherungen los, wer den Schaden bezahle. Zum Glück gab es Unterstützung vom Landkreis und dem zuständigen Bauamt. Doch inzwischen konnte der Verein neue Matten anschaffen, die nun bei der Hessischen Meisterschaft eingeweiht wurden. Die Matten kosteten 22.000 Euro, gefördert wurden sie vom Land, dem Landkreis sowie einigen Unternehmen, so dass der Verein einen Eigenanteil von 7.500 Euro tragen musste. In diesem Jahr steht eine weitere Renovierung in der Halle an, denn ein neuer Boden soll rein und die Sanitäranlagen sollen gemacht werden. „Ohne die Zusammenarbeit mit dem Judokwai Elz-Hadamar-Limburg hätten wir diese schwere Zeit nicht überstehen können“, endete Sonnenschein seine Ausführungen.


Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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