Allerlei Gesang und Geschwätz

Einen kurzweiligen Nachmittag bot die Sängervereinigung Germania am Sonntag bei ihrem Konzert „Gesang & Geschwätz“ im Elzer Bürgerhaus. Neben den Chören der Sängervereinigung gab es viele Gäste, die das Konzert mitgestalteten.

Zwischen Gesang und Geschwätz sind die Übergänge manchmal doch sehr fließend, so Dirigent Jürgen Faßbender zur Begrüßung der Zuhörer. Manchmal sei es gar nicht so einfach, etwas nur als Geschwätz zu bezeichnen oder bereits als Gesang. Eigentlich wollte die Sängervereinigung den Nachmittag Gesang und Literatur bezeichnen, aber in Elz tut man eben schwätzen.

Kuchedo

Laut Faßbender liegen Gebet und Gesang eng beieinander. Zuerst war das Gebet da und nach und nach sei der Gesang hinzugekommen. Daher fing der Gemischte Chor Salto Vocale mit „Hear my prayer“ von Moses Hogan und „Alleluia“ von John Hoybye an. Und dann gab es den totalen Schwenk und die Frage, ist das noch Gesang oder nur Geschwätz. Ein Studienkollege von ihm sei so begeistert vom Idiom der Gegend hier gewesen, dass Berthold Mann Vetter aus einigen Mundart-Bruchstücken das Lied „Kuchedo“ komponierte ist. Während des Stückes kam man sich wie auf einem Dorfplatz vor, auf dem wild durcheinandergeschwätzt wurde. „Haste scho geört?“, „De Kuchen is goad“ oder „Ei gude“ klang da wild durcheinander. Dies war etwas sehr außergewöhnliches und wurde in diesem Rahmen das erste Mal vorgeführt.

Literatur und Satzzeichen

Der Männerchor Germania unter Leitung von Frank Sittel präsentierte Stücke des deutschen Komponisten Friedrich Silcher. Und danach versuchte Regisseurin Genia Gütter vom theater am bach den Satzzeichen Manieren beizubringen, aber die hatten alle irgendwie ihren eigenen Kopf. Das Semikolon, welches wirklich nicht oft benutzt wird, spielte sich als Chef der Truppe auf und bendelte mit dem Ausrufezeichen an. Die Anführungsstriche für ein Zitat wetteiferten darum, wer oben und wer unten steht, das Komma war genervt und das Fragezeichen verschlief seine Einsätze.
Einen Ausflug in die romantische Literatur gab es mit dem Bariton Gero Bachon, begleitet von Bernhard Stefan am Klavier. Diese präsentierten Stücke aus dem Liederkreis von Robert Schumann. Vertonte Sinnsprüche von Frank Sittel bot der MGV Fidelio Eschhofen dar. Gedichte von Joachim Ringelnatz oder Bernhard Mock wurden von Gerhard Hammrich vorgetragen. Zum Ende schlug Salto Vocale einen riesen Bogen und sangen Mamma Mia von Abba.

Es war ein unterhaltsamer, kurzweiliger Nachmittag und nachfolgend gibt es noch ein paar Impressionen.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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