American Football in Niederhadamar – Zu Besuch bei den Black Goats Mannebach

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Seit eineinhalb Jahren wird alle 14 Tage an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule American Football gespielt. Zu Besuch bei den Black Goats Mannebach habe ich einiges über den Sport erfahren. Das Team sucht gerne noch weitere Mitspieler.

Super-Bowl, NFL oder American Football hat sicher schon jeder gehört, auch wenn er mit dem Sport nicht so viel anfangen kann. Wer aber dachte, dass dieser Sport nur in Amerika gespielt wird oder in den deutschen Großstädten, der hat sich geirrt. Auch in Niederhadamar haben sich seit eineinhalb Jahren einige junge Männer zusammengefunden, um regelmäßig zu trainieren, wie der Gegner getackelt und der Ball gefangen wird.

Kampf um jeden Meter

Zwei Teams à neun Spieler stehen sich auf dem Spielfeld gegenüber, einen Arm auf dem Rasen abgestützt und warten, dass der Spielzug losgeht. Der Ball muss auf die gegnerische Seite. Es wird um jeden Meter gekämpft. Der Läufer mit dem Ball versucht, durch die Gegner hindurch zu kommen. Es ist faszinierend, zu sehen, wie viele Gegner es teilweise bedarf, um den Läufer zu Fall zu bringen. Da kämpft sich der Spieler mit dem Ball weiter, obwohl fünf Gegner an ihm hängen. Solange er nicht zu Fall kommt, Knie oder Arm den Rasen berühren, ist er noch im Spiel. Manche Spieler stehen wie ein Fels in der Brandung und niemand kommt an ihnen vorbei. Und als letzter Ausweg springt der Spieler auch mal waghalsig über die Gegner drüber, nur um ein wenig mehr Raum zu gewinnen. Da geht es teilweise sehr hart auf dem Spielfeld zu und der Körperkontakt ist sehr intensiv. Den intensiven Körpereinsatz sowie die Taktik finden einige Spieler gerade so faszinierend an diesem Sport. Neben dem 14-tägigen Training, bei dem vor allem Spielzüge und Handgriffe geübt werden, sind die Spieler angehalten, sich fit zu halten. Am Spielfeldrand dokumentiert ein Beobachter jeden Spielzug, damit bei kritischen Entscheidungen der Videobeweis herangezogen werden kann.

Über die Uni nach Mannebach

Robert Wilhelmy, der Trainer der Black Goats brachte den Football nach Mannebach. Selbst jahrelang Fußballspieler wie so viele aus der Mannschaft kam er an der Universität mit Football in Berührung, fand dies großartig und zeigte es seinen Freunden in der Heimat. „Wir fanden es toll, haben hier angefangen zu spielen und haben einen großen Zustrom an Spielern“, so Wilhelmy. Er hat inzwischen zahlreiche Bücher gelesen, in vielen Mannschaften gespielt und Videos angeschaut, um die Mannschaft zu trainieren. Derzeit sitzt er an dem C-Trainer-Schein. Denn die Black Goats haben ein Ziel – die möchten ab 2020 in der Liga anfangen. „Und dann wollen wir natürlich auch gewinnen“, so der Trainer. Und bis dahin müssen noch ein paar Trainingsstunden absolviert werden. „Wir wollen es langsam angehen und nichts überstürzen.“ Bereits jetzt befinden sich unter den Spielern einige Spezialisten, die einzelne Bereiche wie Wurf oder richtiges Tackeln mit den Spielern trainieren.

Black Goats

Was haben die Footballer mit schwarzen Ziegen zu tun? Die Spieler haben klare Ziele und haben sich daher „G.O.A.T“ ausgesucht für „Greatest of all time“  – „Größten aller Zeiten“. Als ihre Mannschaftsfarbe habe sie sich schwarz gewählt und so entstanden die Black Goats. Und da „Goats“ auch übersetzt Ziegen bedeutet, sind es die „Schwarzen Ziegen aus Mannebach“ oder die „Black Goats“. Und die Ziege ist wahrlich ein schönes Logo.
Jeder kann bei dem Team mitmachen. „Wir nehmen große, kleine, schmale, breite – es gibt so viele Positionen, da kann jeder bei uns mitspielen“, so Robert Wilhelmy. Derzeit sind sie 25 Spieler, von denen in einem Spiel elf gegen elf spielen. Ein großer Kader ist notwendig, denn sobald sich ein Spieler verletzt hat, wird er eingewechselt. Es kann auch beliebig oft in einem Spiel gewechselt werden. Und wenn man sieht, wie die Jungs spielen, ist dies recht schnell zu verstehen. Bei dem Körpereinsatz kommt es recht schnell zu Blessuren. Doch die Spieler nehmen diese hin mit einem Augenzwinkern und einem Lachen im Gesicht. Auf die Frage „War es das wert?“ kommt die Antwort „Na klar!“ und ein breites Grinsen. Die Faszination hinter dem Spiel kann man vom Spielfeldrand nur erahnen.

Der Heimat verbunden

Doch die Spieler möchten sich nicht nur auf dem Spielfeld begegnen, sie möchten sich auch in ihrer Heimat einbringen. So haben sie beim Baumstellen zur Kirmes geholfen und standen auch hinter der Theke zum Zapfen. „Die Heimat steht über allem“, so der Trainer. Und daher besteht auch der Wunsch, dass die Spieler aus Niederhadamar und eventuell noch aus den benachbarten Gemeinden kommen. Einen größeren Einzugsbereich wünscht sich das Team nicht.

Wer mehr über die Black Goats erfahren möchte, kann sie auf ihrer Facebook-Seite besuchen. Ich kann nur empfehlen, sich mal ein Spiel anzuschauen. Ein paar Impressionen habe ich noch für euch.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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