Benedikt Kirchberg „Bestattungsunternehmer ist ein vielfältiger Beruf“

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Bestattungen Kirchberg Geschwister Ehmann bauen derzeit das „Bestattungszentrum Limburg“. Ich sprach mit mit dem Inhaber, Bestattermeister Benedikt Kirchberg, über seinen Weg in das Unternehmen, mit welchen Herausforderungen er zu kämpfen hat und wie sich Trauerfeiern sowie Bestattungen verändern.

Das Unternehmen „Kirchberg Bestattungen“ wurde vom Urgroßvater Jakob Ehmann 1927 gegründet. Und auch wenn es ein Familienunternehmen ist, so war für Benedikt Kirchberg der Weg dahin nicht so selbstverständlich. „Ich wollte nie das machen, was mein Vater gemacht hatte und mit der Einstellung bin ich auch von der Schule“, erinnert er sich auf die Frage, ob es schon immer daran dachte, das Familienunternehmen zu übernehmen. Danach hat er viel ausprobiert. Er hat ein Lehramtsstudium angefangen und wieder verworfen. Da er gerne kochte, begann er eine Ausbildung als Koch. Da er sich aber den Spaß am Kochen nicht verlieren wollte, beendete er auch diesen Ausflug in ein anderes Metier. Ein paar Monate zog es ihn ins Ausland. Im Kopf hatte er aber all die Zeit, dass er gerne eine abgeschlossene Ausbildung hätte.

2003 wurde Bestattungsunternehmer eine anerkannte Ausbildung und er fragte seine Eltern, ob sie sich vorstellen könnten, dass er in ihrem Unternehmen die Ausbildung mache. Von 2005 bis 2008 machte er dann die Ausbildung als Bestattungsfachkraft und schloss von 2010 bis 2012 noch die Meisterausbildung an. Für ihn war das die richtige Entscheidung. Müsste er mit wenigen Worten seinen Beruf beschreiben, dann fallen ihm folgende Worte dafür ein: „vielfältig, verantwortungsvoll, herausfordernd und spaßiger, als manchmal geglaubt wird und zudem mit einer gesellschaftlichen Verantwortung.“ Inzwischen führt er das Unternehmen zusammen mit seiner Schwester.

Veränderungen in den Bestattungen

Ende Januar verkündete die Stadtverwaltung Limburg, dass die Feuerbestattungen zunehmen und die Erdbestattungen zurückgehen. Dies kann Kirchberg absolut bestätigen. Doch nicht nur die Bestattungsformen ändern sich. Auch die Trauerfeiern unterliegen einem Wandel. In den letzten zehn bis 15 Jahren konnte Kirchberg erkennen, dass die Trauerfeiern individueller werden. Neben den individuellen Reden wird auch die Musik immer individueller. „Von Rammstein bis Heino habe ich schon alles gespielt“, so Kirchberg. Und damit verbunden finden Trauerfeiern nicht mehr nur in der Kirche oder auf dem Friedhof statt. Manche Menschen haben einen besonderen Ort oder ihr Zuhause, an dem der letzte Abschied stattfinden soll. Oder sie suchen schöne Umgebungen, welche durch die funktionalen Trauerhallen auf den Friedhöfen auch nicht immer gegeben sind. So nehmen die Anfragen an das Bestattungsunternehmen zu, ob bei ihnen vor Ort die Trauerfeiern durchgeführt werden können.

Dies sind mit Gründe, warum derzeit das „Bestattungszentrum Kirchberg“ gebaut wird. Das bisherige Anwesen ist für alle Anforderungen zu klein geworden. Im Frühjahr 2021 soll das neue Bestattungszentrum fertig sein. Neben dem Empfangsbereich und mehreren Beratungsräumen wird es eine Trauerhalle geben, eine Kapelle sowie ein Trauercafé. „Wir wollen eine Alternative zu den kommunalen Möglichkeiten anbieten“, so Kirchberg. So sind kommunale Einrichtungen immer kühl. Im Bestattungszentrum werden die Toten ebenfalls kühl gelagert, aber der Abschied und die Trauerfeier findet nicht in einem gekühlten Raum statt.
Weiterhin wird es auch immer schwieriger für die Angehörigen, Räumlichkeiten für ein Trauercafé zu finden. Vor allem in der Stadt stellt dies ein Problem dar. Mit dem neuen Bestattungszentrum können diese Anfragen positiv beantwortet werden.

Alles aus einer Hand

Einen Menschen zu verlieren, ist nicht leicht. Trauer und Leid kommen zusammen, parallel dazu aber auch einige Formalitäten, welche erledigt werden müssen. In dieser Zeit des Leids möchte Benedikt Kirchberg den Familien ermöglichen sowie für einen guten Abschied sorgen. Daher begleitet er mit seinen Mitarbeitern die Angehörigen. Das Unternehmen ist 24 Stunden erreichbar und es stehen immer bis zu zwei Mitarbeiter bereit, die jederzeit überall hinfahren können. Es finden Gespräche mit den Angehörigen statt, die Vorbereitungen der Trauerfeier sowie Nachbereitungen. „Wir geben alles, um die Angehörigen zu entlasten und dies beginnt mit dem Anruf bei uns“, so Kirchberg. Hinzu kommt, dass jeder anders ist. Manche Angehörige sind sehr geschäftsmäßig, manche sehr emotional. „Ich muss bei jedem anders vorgehen“, so der Bestattungsmeister, „und das kann man nicht lernen.“ Wenn etwas nicht geht, dann zeigt er Alternativen auf. Und wenn sich Familien nicht einig sind, dann übernimmt er auch mal die Rolle eines Vermittlers. In erster Linie muss der Wunsch des Verstorbenen entsprochen werden, dies ist gesetzlich bindend, aber auch die Trauernden spielen in dem ganzen Prozess eine große Rolle. „Es ist eine Herausforderung, die höchstmögliche Kundenzufriedenheit herzustellen.“

Benedikt Kirchberg liebt seinen Beruf und seine Leidenschaft gibt er auch an seine Auszubildenden weiter. Der Beruf ist für alle Geschlechter und es ist ein vielfältiger Beruf, in dem verschiedene Spezialisierung möglich sind. Neben dem Umgang mit den Verstorbenen gibt es Arbeit in der Werkstatt, der Bereich Dekoration einer Trauerfeier, die Logistik  und Organisation oder auch Webdesign und Grafikgestaltung. Zudem gebe es in dem Beruf auch viele Quereinsteiger, so wie es seine Eltern waren, die das Handwerk von den Großeltern übernahmen. Was Kirchberg ebenfalls an dem Beruf schätzt, sind seine Kontakte in viele Bereiche wie Gastronomie oder Druckereien.

Wer mehr zum Unternehmen Bestattungen Kirchberg Geschwister Ehmann erfahren möchte, kann sich auf der Homepage informieren.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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