22 344 Stunden im Deutschen Roten Kreuz – Bilanz bei der Jahreshauptversammlung des DRK Kreisverbandes Limburg

Gestern Abend fand die Jahreshauptversammlung des DRK Kreisverbandes Limburg in Würges beim Ortsverband Bad Camberg statt. Im Dienst für die Bevölkerung leisteten alle Haupt- wie auch Ehrenamtlichen über 22.000 Stunden in den vielfältigen Aufgabengebieten. Dabei kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, was die Mitglieder des DRK täglich leisten.

„Wir stellen das Ehrenamt dar“, so DRK Kreisverbandsvorsitzender Manfred Michel und darauf muss immer wieder hingewiesen werden. Viel zu oft werde es heutzutage als selbstverständlich hingenommen, dass die Mitglieder des DRK vor Ort sind. „Ohne uns gibt es keine Feste mehr im Landkreis, denn wir stellen die verpflichtenden Sanitätsdienste“, so Michel. Daher ging sein großer Dank an alle Ortsgruppen, die sich im Ehrenamt engagieren. Zudem freute er sich, dass der DRK Kreisverband im Mai wieder zertifiziert wurde. „Wir sind ein qualifizierter Garant für die Bevölkerung, dass ihnen geholfen wird“, so der Vorsitzende weiter. Zudem lobte er das gute Miteinander der Rettungsdienste untereinander, welche ohne Konkurrenzdenken zusammenarbeiten. Ohne Ehrenamt würde vieles nicht passieren und daher forderte er auf, dass der DRK noch bekannter werden müsste.

DRK Kreisverband in Zahlen

Einige beeindruckende Zahlen wurden präsentiert, welche die Arbeit der ganzen Einsatzkräfte des DRK sowie die Vielfältigkeit der Aufgaben repräsentieren. Sie zeigten ebenfalls den Zuwachs des Bedarfes in vielen Bereichen.

  • 738 Teilnehmer für den Hausnotruf (Anfang 2017 noch 630) mit 1138 Alarmmeldungen sowie 202 Einsätzen des Rettungsdienstes
  • 232 Mal Begleitung im Rahmen des betreuten Reisen
  • rund 21.000 Essen werden in 3 Touren an sieben Tage die Woche ausgeliefert
  • Begleitung von Schülern im Rahmen einer Inklusion/ Integration 2681 Tagen
  • Breitenausbildung mit 269 Lehrgängen
  • rückläufig sind die Blutspenden von 6973 in 2016 zu 6771 in 2017
  • 290 Tonnen Kleiderspende
  • Anstieg der Einsätze – 15.646 Einsätze in 2017 (15.409 in 2016)
  • 287 Einsatzkräfte sind in der Bereitschaft, was ein Zuwachs von 17,1 Prozent bedeutet und diese leisteten 798 Termine und 134 Einsätze (57,6 Prozent Steigerung zum Vorjahr)
  • SanDienste und Helfer-vor-Ort kommen auf 294 Dienste (+9,3 Prozent)

Insgesamt kommt die Bereitschaft damit auf 22.344 Stunden, die sie in 2017 geleistet hat. Die Katastrophenschutzzug hatte insgesamt drei Einsätze, die es in der Zahl so auch noch nicht gab und die Rettungshundestaffel rückte achtmal aus.

„Sono tutti fratelli“

Begründer des DRK, Henry Dunant, prägte den Ausspruch „Sono tutti fratelli“ – wir sind alle Brüder“ bei der Schlacht von Solferino, wo er und seine Mitstreiter allen Verletzten halfen, ungeachtet ihrer Nationalität. Und auch daran halten die Mitglieder des DRK bis heute fest, dass sie jedem helfen, ungeachtet seiner Herkunft und seines Hintergrundes. Und dies tun sie alles, ohne einen Nutzen dafür zu erwarten. Darauf verwies der Ortsverband Bad Camberg in seinen Grußworten.
Auch Kreistagsvorsitzender Joachim Veyhelmann (CDU), MdL, sprach seine Hochachtung aus für die umfangreiche Arbeit zum Wohle der Bürger. Daher ärgert es ihn auch, dass die DRKler bei all ihrem Engagement immer häufiger Opfer von Pöbeleien und Angriffen werden. Auch Tobias Eckert (SPD), MdL, sprach seinen Dank aus für die Arbeit an 365 Tagen im Jahr, welche oftmals als selbstverständlich angesehen wird. Thomas Schmidt vom Kreisfeuerwehrverband sowie Hedi Sehr von der Notfallseelsorge bedankten sich für die gute Zusammenarbeit. „Konkurrenz hat hier nichts verloren“, so Schmidt, „denn die Welt ist auch im Ehrenamt bunt.“

Ehrungen und Vorstandswahlen

Für langjährige Tätigkeit im Bereitschaftsdienst ehrte Manfred Michel zusammen mit dem Präsidenten des DRK Landesverband Norbert Södler mehrere Einsatzkräfte. Für zehn Jahre wurden Thorsten Hummer, Michael Schoska, Sebastian Schneider, Ann-Kathrin Neu und Melanie Wagner geehrt. 25 Jahre sind bereits Meik Flügel, Heinz Finke und Dietmar Kissel im Einsatz. Für 40 Jahre wurde Hans Saufaus geehrt. Eine Anerkennungsprämie für ihren Einsatz gab es für Markus Müller und Josef Kopp.

Am gestrigen Abend wurde ebenfalls ein neuer Vorstand gewählt. Einstimmig wählte die Versammlung ihren Vorsitzenden Manfred Michel sowie seine Stellvertreter Helmut Petri und Elfriede Mroß sowie die Schatzmeisterin Petra Kaiser-Schenk wieder. Als neuer Justitiar wurde Stefan Schmuck gewählt, weil Frank Giebeler nach 12 Jahren sein Amt niederlegte. Bereits am Montag wählte das Jugendrotkreuz seinen Vorstand. Meik Flügel wurde als Kreisbereitschaftsleiter bestätigt. Es wählte Michaela Brockmann wieder. Sie bekam mit Thorsten Hummer, Stefan Schmidt und Franziska Brunner drei Stellvertreter. Die Versammlung bestätigte ihre Wahl.

Michaela Bockmann (re) wurde als JRK Kreisleiterin bestätigt und hat mit Thorsten Hummer, Franziska Brunner und Stefan Schmidt (von links) drei Stellvertreter an ihrer Seite.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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