Buchvorstellung: “Hadamar von innen”

Unter dem Titel „Hadamar von Innen“ hat der Frankfurter Kulturwissenschaftler und Publizist Christoph Schneider eine Publikation zum Leben und Erleben von Angehörigen und Überlebenden der Tötungsanstalt Hadamar aus Originaldokumenten der 1940er Jahre zusammengestellt.

Die Briefe, Eingaben und Wortmeldungen aus der Feder der Betroffenen eröffnen eine neue, bis dato unbekannte Perspektive auf jene Menschen, die als Anstaltsinsassen am Ort der NS-Massenverbrechen auf dem Mönchberg zu Zeugen der Mordtaten wurden.

Die Buchvorstellung und Lesung findet am Donnerstag, 12. Mai um 19 Uhr im Rathaus Café Untermarkt 7, Hadamar statt. Die Veranstaltung wird unterstützt von „Gegen Vergessen für Demokratie e.V.“ , Geschichtsfreunde Hadamar und Initiative Stolpersteine Hadamar.

Während die Forschung sich in der Vergangenheit fast ausschließlich auf Dokumente und Aussagen der Täterinnen und Täter bezog, kommen nun auch diejenigen Menschen zu Wort, deren Stimme in den Prozessakten zwar dokumentiert, dann aber über drei Generationen ungehört und unbearbeitet geblieben ist. „Hadamar von innen“ gibt Einblicke in das Geschehen der Tötungsanstalt, in Szenen und Alltagsschilderungen und unternimmt einen notwendigen Perspektivwechsel: Ein für andere nationalsozialistische Opfergruppen selbstverständlicher und zentraler Aspekt der Forschung, die Befragung Überlebender und Angehöriger, wird mit „Hadamar von innen“ auf die Opfer der „Euthanasie“ ausgeweitet. Ein „notwendiges Korrektiv der historischen Darstellung der Anstalt Hadamar“ und ein Beitrag dazu, den Tätern und Täterinnen nicht das letzte Wort zu lassen.

Die Buchhandlung Hämmerer aus Hadamar wird im Rahmen der Veranstaltung einen Büchertisch anbieten.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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