Bürgerinitiative kämpft für die Platanen – Unterstützung von der FDP

Teilen erwünscht

Jeden Samstag stehen Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet die Platanen“ auf dem Neumarkt, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Dies ist nur der erste Schritt. Bekommen sie genügend Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammen, dann müssen sie die Leute nochmal dazu animieren, ihre Stimme im Bürgerbegehren abzugeben. 

Es wäre das zweite Bürgerbegehren, welches zum Thema Neumarkt stattfinden würde. Das erste Bürgerbegehren, bei dem es darum ging, ob weiterhin auf dem Neumarkt geparkt werden darf, ist mangelnder Stimmen leider gescheitert. Doch es gibt die leise Hoffnung bei der Bürgerinitiative, dass alleine ihre Bemühungen und die Vielzahl der Unterschriften dazu führen werden, dass es ein Umdenken beim Bürgermeister und den Fraktionen kommt.

Bürgerwille zählt nichts

Es ärgert die Verantwortlichen der Bürgerinitiative, dass die Meinung der Bürger nichts zu zählen scheint. Und die Platanen bzw. ihre geplante Fällung seien nicht das erste Mal in Limburg, dass die Bürger zwar befragt werden, aber am Ende das Gegenteil ihrer Meinung eintritt. So sehe Bürgerbeteiligung nicht aus, so eine der Initiatorinnen der Bürgerinitiative. Bei allen Plänen und Konzepten sollten die Platanen immer stehen bleiben. Und auf einmal sei mit ihnen keine Neugestaltung des Marktes mehr möglich. Da fehlt das Verständnis für. Die Devise der Bürgerinitiative lautet „Erhalten und Gestalten“.

Lest auch „Gründung einer Bürgerinitiative“ aus der NNP vom 4. September 2019

Unterstützung von der FDP

Unterstützung erhält die Bürgerinitiative von der FDP Fraktion Limburg, um den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 3. September zur Neugestaltung des Neumarktes zu kippen. „Für ein piefiges Gestaltungskonzept sollen 40 Jahre alte Bäume weichen. Das macht die FDP-Fraktion nicht mit und hat deshalb bereits in der Stadtverordnetenversammlung dagegen gestimmt. Die FDP-Fraktion unterstützt nun das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative „Rettet die Platanen“, auch weil wir wollen, dass die Bürger von Limburg das letzte Wort haben, wenn es um das Herzstück ihrer Stadt geht“, erklärte die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer gemeinsam mit dem Vorsitzenden der FDP Limburg, Dr. Klaus Valeske.

Der FDP-Fraktion gehe es darüber hinaus um den Umgang mit dem Geld der Bürger. „Mit Millionen von Steuergeldern soll der Neumarkt so fantasielos umgestaltet werden, dass davon nicht die dringend notwendige Belebung der Innenstadt ausgehen wird“, so beide FDP-Politiker. Jahrelang habe die CDU-Fraktion gemeinsam mit den Grünen die Platanen zum Tabu erklärt und mit weiteren unumstößlichen Vorgaben jede grundlegende Neuplanung für die Neumarkt blockiert. So sei auch ein sogenanntes Sandbox-Verfahren, in dem die Bürger Vorschläge zur Neugestaltung unterbreiten sollten, ad absurdum geführt worden.  Nun hätten CDU und SPD plötzlich für ein Konzept gestimmt, das den Namen kaum verdiene und zu dessen Kernstück es geradezu gehöre, die jahrzehntealten Platanen zu opfern.

In der Bürgerinitiative „Rettet die Platanen“ seien die meisten Mitglieder wahrscheinlich der Auffassung, dass die Platanen auf jeden Fall erhalten werden müssten. Das gelte so absolut nicht für die FDP.  Doch was nun geplant sei, rechtfertige auf gar keinen Fall das Fällen der Platanen. Deshalb sei die FDP-Fraktion uneingeschränkt mit der BI einer Auffassung, dass der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 3. September aufgehoben werden müsse, um die bestehenden Bäum zu erhalten. Sie appelliert an die Bürger, sich auch an einem Bürgerbegehren zu beteiligen, damit das hohe Quorum erreicht werde.

Eigene Meinung

Es wird wohl wenige geben, die keine eigene Meinung zu dem Thema haben. So möchte ich gerne hier am Ende auch meine eigene Meinung kundtun. Bei dem ganzen Thema Neugestaltung Neumarkt geht es immer nur um bauliche Maßnahmen zur Umgestaltung wie ein neues Pflaster, Spielgeräte, Wasserspiele, Sitzgelegenheiten oder neue Beleuchtung. Doch keiner wagt sich daran, die Veranstaltungen wie Wochenmarkt oder Christkindlmarkt neu zu denken. Viel mehr wird noch vor der Stadtverordnetenversammlung am 3. September eine Pressemitteilung veröffentlicht, welche besagt, dass die bestehenden Veranstaltungen nur eingeschränkt möglich seien, wenn die Platanen stehen blieben. In meinen Augen war dies ein Stück weit Manipulation der Meinung, welche sich für die Abstimmung gewünscht wurde. Denn bei all den Diskussionen, welche seit Jahren geführt werden, ist ein Fakt in Stein gemeißelt – alle Veranstaltungen bleiben so wie sie schon immer waren.

Ich frage mich aber, warum können diese nicht neu gedacht werden? Sind denn die Standplätze für den Wochenmarkt, für den Christkindlmarkt oder die Rheingauer Weintage in Stein gemeißelt? Obwohl die Möglichkeiten zum Parken wegfielen, fand keine Ausbreitung der Märkte auf die neu gewonnen Stellflächen statt. Ich denke mir, wenn man daran gehen würde, auch diese Veranstaltungen neu zu denken, dann ist eine Neugestaltung des Neumarktes mit Platanen und den geplanten baulichen Maßnahmen möglich. Ideen gibt es sicher viele. So würden sich manche Einzelhändler wünschen, dass die Märkte kein geschlossenen System darstellen, wo die Besucherströme nur im Inneren entlang geführt werden und keinen Blick auf die Geschäfte drumherum haben. Auch von den Beschickern des Christkindlmarktes gibt es Ideen.

Jahrelang war es verboten, dass ein Fällen der Platanen nur gedacht wird. Ihr Erhalt schien in Stein gemeißelt. Es hat sich gezeigt, dass dieser Stein brüchig ist. Warum können dann nicht auch die Märkte/ Veranstaltungen neu gedacht werden? Der Neumarkt sollte als ganzes angegangen werden und nicht nur eine Aufwertung durch ein neues Pflaster erfahren.

 

 

 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.