Bürgermeisterwahl Weinbach – Till Boger

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Weinbach wählt am 8.November einen neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin. Vier Personen bewerben sich auf dieses Amt. Nachfolgend stellt sich Till Boger vor.

1. Stellen Sie sich kurz vor – wo wohnen Sie, wie alt sind Sie und was machen Sie derzeit beruflich?

Mein Name ist Till Boger, ich bin 50 Jahre alt und wohne mit meiner Frau Christiane, meinen beiden Söhnen Thies und Theo und unserer Foxterrierdame Trude seit 1998 in Weilmünster. Aufgewachsen bin ich mit meiner zwei Jahre älteren Schwester Christina in Weilburg, wo meine Eltern heute noch leben.
Nach Abitur am Gymnasium Philippinum und Wehrdienst habe ich an der Fachhochschule des Bundes in Mannheim ein Studium der Verwaltungswirtschaft absolviert und als DiplomVerwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Nach unterschiedlichen Verwendungen in verschiedenen Behörden der Bundeswehrverwaltung, wechselte ich 2006 zur Gemeinde Weilmünster und bin dort seitdem als Haupt- und Personalamtsleiter (Büroleitender Beamter) tätig.
Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Freunden und mit meiner Familie und engagiere mich ehrenamtlich und sportlich in unterschiedlichen Vereinen. Ich spiele seit vielen Jahren aktiv Tennis und bin unter anderem im Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins bereits seit meiner Kindheit Mitglied im Skiclub „Knoten“. Außerdem fahre ich gerne Mountainbike und bin begeisterter Skifahrer.

2. Warum möchten Sie Bürgermeister werden? Was sind Ihre Ziele für die Gemeinde?

Seit über 25 Jahren bin ich in unterschiedlichen Behörden und Verwaltungen tätig. Seit nun 14 Jahren als büroleitender Beamter in Weilmünster. Hier schätze ich vor allem das direkte Arbeiten mit und für die Bürger meiner Heimatgemeinde. Es macht mir Freude gestaltend an der Entwicklung der Gemeinde und der gesamten Region teilzuhaben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir in den vergangenen Jahren seitens der gemeindlichen Gremien immer wieder die Möglichkeit gegeben wurde, meine Ideen einzubringen und umzusetzen.
Diese Erfahrungen möchte ich zukünftig als Bürgermeister der Gemeinde Weinbach einsetzen. Ich möchte weiterhin für unsere Region arbeiten, diese gestalten und selbstverständlich mich auch persönlich weiterentwickeln. Ich kenne das Amt des Bürgermeisters und die damit verbundenen Aufgaben seit vielen Jahren aus aller nächster Nähe und bin mir sicher diese Erfahrungen positiv nutzen zu können. Hierbei sollten neue Impulse aber auch eine klare Linie im Vordergrund stehen.

Die Aufgaben eines Bürgermeisters sind insbesondere im ländlichen Bereich vielfältig und verantwortungsvoll. Es ist daher nötig, sowohl die klassischen kommunalen Themen zu beherrschen und ein hohes Maß an administrativer Erfahrung mitzubringen. Allerdings sind auch innovative Ideen gefragt und ab und zu der Mut zu einem ungewöhnlichen Lösungsansatz. Ich bin sicher, über diese Kompetenzen zu verfügen und habe mich daher zu dem Schritt der Kandidatur um das Weinbacher Bürgermeisteramt entschieden.

Die durch die Corona-Pandemie geprägte Lage hat sehr eindeutig gezeigt, dass der ländliche Raum große Vorteile gegenüber den Ballungsgebieten haben kann. Der Hintertaunus als Wohnort und Heimat für jungen Familien wird wieder interessant. Allerdings ist es enorm wichtig, sich hier auch zukunftsfähig aufzustellen. Das heißt, es müssen weitere Baugebiete geschaffen werden, um diesen Familien auch die entsprechenden Möglichkeiten zu bieten, gleichzeitig sind Leerstände in den innerörtlichen Bereichen zu erfassen und zu vermarkten. Kaum ein Themenfeld hat sich in vergangenen 10 Jahren so rasant entwickelt, wie das der Kinderbetreuung. Neben der Betreuung von Regelkindern nehmen die Krippenbetreuung und die Hortbetreuung einen immer größeren Stellenwert ein. Hier wird zukünftig ein weiterer Ausbau unumgänglich sein, dabei heißt es sich neuen bzw. alternative Betreuungsarten und –methoden zu öffnen und eine Dezentralisierung zu prüfen.

Es ist aber ebenso wichtig für die örtlichen Gewerbetreibende interessant zu bleiben bzw. zu werden. Nur durch diese kann die Nahversorgung sichergestellt werden, zudem bieten sie Arbeitsplätze und sichern Gewerbesteuereinnahmen. Für viele dieser Gewerbetreibenden ist eine optimale digitale Versorgung von großer Bedeutung,
zudem steigt der Trend des Homeoffice Angebotes. Die Verbesserung und Ausbau der digitalen Infrastrukturen ist allerdings ein Thema, das nur interkommunal und mit Hilfe von Land und Bund vorangetrieben werden kann.

Vereine, Ehrenamt und Freizeitmöglichkeiten

3. Was sind die Stärken von Weinbach?

Vereinsstruktur und Ehrenamt
Im Bereich der Vereinsarbeit verfügt Weinbach über eine sehr intakte Infrastruktur. Verein und Ehrenamtler stärken die soziale Gemeinschaft und bereichern das kulturelle und sportliche Bildungsangebot vor Ort. In unseren durch die Ortsteile geprägten Strukturen, haben Vereine noch immer einen sehr hohen Stellenwert. Häufig sind sie der Motor für das Leben im Ort, die sozialen Kontakte und für die Durchführung von Veranstaltungen. Besonders im Bereich der Jugendarbeit nehmen die Ortsvereine eine enorm wichtige Rolle ein. Selbstverständlich wird es auch in Weinbach immer schwieriger die klassischen Vereinsstrukturen aufrecht zu erhalten. Diese Strukturen gilt es zukünftig weiter zu stärken und zu fördern.

Hoher Freizeitwert
Die Erhaltung und Erhöhung des Freizeitwertes einer Kommune entwickelt sich in unseren ländlich geprägten Strukturen zu einem immer wichtigeren Standortfaktor.
Hier nimmt Weinbach als Anlieger des Lahntals und des Weiltals eine absolute Sonderrolle ein. Beide Destinationen bieten tollen Möglichkeiten für den boomenden Wander- und Fahrradtourismus und die Lahn zusätzlich für ausgeprägte Boots- oder Kanutouren. Neben den klassischen Angeboten wie Sport- und Bolzplätzen oder Spielplätzen, betreibt die Gemeinde Weinbach zudem ein wunderschönes Freibad. Die Burg Freienfels, die Pilzfarm Noll in Kleinweinbach, die Grillhütten in 4 Ortsteilen sind weitere Beispiele für den hohen Freizeitwert. Hier wird es zukünftig Aufgabe sein, dieses Angebot weiter auszubauen und gemeinsam mit den Nachbarkommunen voranzutreiben.

4. Was sind die Schwächen von Weinbach?

Kommunikationsmöglichkeiten
Im Laufe der Gespräche, die ich in den vergangenen Wochen führen durfte, ist sehr häufig angeführt worden, dass den Vereinen, Verbänden und Organisationen, aber auch der Gemeinde selbst, eine Möglichkeit fehlt, ihre Angebote zu präsentieren, Veranstaltungen anzukündigen oder über diese zu berichten. Hier muss für die Gemeinde Weinbach eine sinnvolle Mischung aus den klassischen Medien wie Tagespresse oder wöchentlichen Bekanntmachungsblättern und digitalen Medien gefunden werden, die alle Generationen gleichermaßen ansprechen und unterschiedliche Möglichkeiten der Kommunikation bieten.

Digitalisierung
Die aktuelle Lage hat uns sehr deutlich gezeigt, dass es von enormer Bedeutung ist, die Digitalisierung in den Kommunalverwaltungen voranzutreiben und umzusetzen. Zudem zwingt uns das Onlinezugangsgesetz zu diesem Schritt. Neben elementaren Dingen wie einer OnlineTerminvereinbarung müssen Dienstleistungen wie Beantragung eines Personalausweises oder Um- und Anmeldung für den Bürger zukünftig online möglich sein. Weiter sollten die Einführung der digitalen Gremienarbeit und ein digitales Dokumentenmanagement in der Verwaltung vorangetrieben und umgesetzt werden. Weiter ist auch eine optimale digitale Versorgung von zentraler Bedeutung, zum einen wird diese von den Gewerbetreibenden dringend benötigt und der Trend des Homeoffice Angebotes der Arbeitgeber steigt stetig. Die Verbesserung und der Ausbau der digitalen Infrastrukturen ist allerdings ein Thema, das nur interkommunal und mit Hilfe von Land und Bund vorangetrieben werden kann.

5. Was würden Sie als erstes angehen, wenn Sie gewählt werden würden?

Bereits heute ein fertiges Konzept vorzustellen erscheint mir zu früh. Vielmehr ist es wichtig, mit den Bürgern, den politischen Gremien und den Verwaltungsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen und mich mit den Themen vertraut zu machen und zu befassen, die diese zu dieser Zeit oder auch zukünftig beschäftigen.
Eine Aufgabe die die Verwaltung im April 2021 ganz sicher beschäftigen wird, ist die Konstituierung der bei der Kommunalwahl am 14.März .2021 neu gewählten gemeindlichen Gremien.
Weiteren Themen die auf jeden Fall anzugehen sein werden, ist die Fortsetzung des Ausbaus der Kinderbetreuung, das bereits vorbereitet Thema „Wohnen im Alter“ und die stark sanierungsbedürftigen Feuerwehrhäuser.

Mehr über die anderen Kandidaten erfahrt ihr hier.

Auf Mittelhessen gibt sich Till Boger privat.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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