CDU Elz stimmt für Erhöhung der Kita-Gebühren in der U3 Betreuung

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss (HFA) stimmte die CDU Elz gegen die Stimmen der SPD Elz für eine Erhöhung der Kita-Gebühren für die U3 Betreuung. Am 7.Mai müssen die Gemeindevertreter darüber abstimmen.

Die Regelbetreuung von 35 Stunden für Drei- bis Sechsjährige soll ab August beitragsfrei werden und der Betrag der Ganztagsbetreuung auf 40 Euro sinken. Die Kosten für die U3-Betreuung soll hingegen an die Gebühren des freien Trägers Lahn-Kinderkrippen angepasst werden. Dafür stimmten die CDU Mitglieder des HFA mehrheitlich mit Gegenstimmen der SPD. Für die Regelbetreuung wäre dies eine Erhöhung um 23 Prozent auf monatlichen Betrag 215 Euro. Die Gebühren für die Ganztagsbetreuung sollen um 8 Prozent auf 275 Euro erhöht werden.

SPD stimmt gegen Gebührenerhöhung

Bereits im Vorfeld äußerte sich die SPD Elz gegen eine Gebührenerhöhung. Von dieser Position wollte Fraktionsvorsitzender Thomas Lang auch nicht abweichen. Elz zählt zu den finanzstarken Gemeinden im Landkreis. Durch die gesunkene Kreis- und Schulumlage sowie die Zuschüsse vom Land Hessen, welche sich nicht auf die tatsächlich in der Kita befindlichen Kinder beziehe sondern auf die Geburtenjahrgänge, sei eine beitragsfreie Kinderbetreuung in Elz durchaus möglich. Dies wäre dann ein weiteres Qualitätsmerkmal für die Gemeinde. Außerdem würden Eltern ihre Kinder nicht freiwillig schon unter drei Jahren in die Kita bringen, sondern seien häufig auf eine Kinderbetreuung angewiesen, um arbeiten gehen zu können.

Vorsichtige Haushaltsführung

Bürgermeister Horst Kaiser sieht die Finanzierung nur möglich durch den Zuschuss vom Land Hessen. Jede finanzielle Unterstützung, welche von Land und Bund kommt, gibt die Gemeinde an die Eltern weiter. Er vermutet jedoch auch, dass durch diese deutliche Entlastung eine stärkere Nachfrage nach weiteren Angeboten kommen könnte. Im U3 Bereich gibt es zurzeit 50 Kinder in den Einrichtungen. Doch das Potential liegt bei 80 bis 100 Kindern, wenn er auf die Jahrgänge blickt. „Da kommen Kosten auf uns zu, die wir noch nicht abschätzen können“, so Kaiser. Zudem hat die Gemeinde die günstigsten Gebühren für die U3 Betreuung im Kreis. Daher findet er eine Anpassung für den richtigen Weg.

Auch Matthias Schmidt plädiert dafür, in der Haushaltsführung vorsichtig zu sein, auch wenn Elz momentan finanzstark ist. „Wenn das Land Geld zur Verfügung stellt, machen wir mit“, so Schmidt. „Es kommen große Herausforderungen im Bereich Kinderbetreuung auf uns zu, die wir erstmal beobachten sollen“, so Schmidt weiter. Aber zukünftigen Diskussionen zu dem Thema möchte er sich nicht verschließen. Bastian Hoffmann verwies darauf, dass die U3-Betreuung ein zusätzliches Angebot sei und daher auch etwas kosten darf.

Kommentar

Die Kindergärten in Elz sind voll. Die Jahrgänge sind so stark, dass einzelne U3-Gruppen in der Kindergärten derzeit nicht möglich sind. Bisher bestehen viele Eltern jedoch darauf, ihre U3-Kinder in den Kindergarten zu bringen und nicht in die Kinderkrippe. Die Gründe dafür dürften unterschiedlich sein. Manche Eltern haben zwei Kinder im Kindergarten und hätten beide gerne in der gleichen Einrichtung, damit sie die Kinder zusammen wegbringen können. Eventuell wird die Kindertagesstätte auch gewählt, damit die Kinder feste Bindungen über mehrere Jahre knüpfen können. Bei manchen wird aber auch der Preis eine Rolle gespielt haben, nicht zu den Lahn-Kinderkrippen zu gehen. Es ist schon ein Unterschied, ob für die Betreuung 175 Euro oder 245 Euro gezahlt werden müssen.

Durch eine Gebührenanpassung der Gemeinde an den freien Träger wäre der finanzielle Aspekt vom Tisch. In der neuen Kinderkrippe über der Kita Lollipop gibt es drei Gruppenräume für je 12 Kinder. Derzeit sind zwei Gruppen belegt. Ab Herbst wird wohl die dritte Gruppe aufgemacht. Wenn die Eltern ihre Kinder bis zum 3. Lebensjahr in die Kinderkrippe bringen, könnte die Situation in den Kindergärten wieder entzerrt werden. Dies ist ein wichtiger Punkt vor allem in der Annahme, dass mit der Gebührenbefreiung für die Regelzeit auch die Nachfrage an die Ganztagsbetreuung steigt. Dadurch wird weiterer Raum für das Mittagessen und auch die Nachmittagsbetreuung nötig sein. Damit dürfte die Gebührenanpassung eine positive Auswirkung auf die gesamte Betreuungssituation in Elz haben.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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