Die Lahn im Jahresverlauf – ohne größere Probleme

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Seit April herrscht in Deutschland anhaltende Dürre. Zuwenig Niederschläge fallen. Im Wetterrückblick für Oktober habe ich bereits geschrieben, dass die Kraftstoffversorgung durch die Niedrigpegel im Rhein gefährdet ist. Doch wie verhält es sich eigentlich mit der Lahn? Einblicke gab Winfried Klein, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lahn. 

Auch für die Lahn war es ein Jahr wie kein anderes. Doch trotz aller Dürre und zu wenig Niederschlägen hat sie das Jahr insgesamt ohne größere Probleme überstanden. Dies zeigten vor allem das jährliche Schwärmen der Eintagsfliegen an, welches zwar verspätet stattfand, aber in gewohnter Dimension.

Das Foto mit den schwärmenden Eintagsfliegen wurde am 27. August 2018, 22.55 Uhr an der Lahnbrücke in Aumenau von Hans Kreckel aufgenommen.

Jahresbeginn

Den Januar über war es nicht kalt, doch im Februar kam der Frost und teilweise bis -10 Grad Celsius. Stillgewässer und auch teilweise die Lahn waren zugefroren. Die niedrigen Nachttemperaturen hielten den ganzen Februar und März an und dümpelten noch am 5. April nachts nahe am Gefrierpunkt. Dann stiegen die Tagestemperaturen auf 20°C an und wenig später sogar auf 30°C. „Im Frühjahr hatten wir ausreichend, sogar teils erhebliche Niederschläge“, so Winfried Klein, „sodass die Grundwasserstände im Boden gut aufgefüllt waren. Der Wasserstand der Lahn konnte lange davon zehren.“

Doch ab Mai gab es wegen häufiger Windstille zwar Gewitter, die sich allerdings nur lokal auf kleiner Fläche ausregneten. Dies führte dazu, dass die die Lahn immer nur kurz anstieg. Am 8.Juni war sie sogar lehmig braun verfärbt und hatte eine ockergelbe Färbung. „So eine Färbung habe ich noch nie gesehen“, so Klein, „Dies stammte wohl von lokalen Starkregen im Bereich der Tongruben im Westerwald.“

Leider fehlten die  flächendeckenden Niederschläge, was dann überall zu Niedrigwasser in den Bächen und Flüssen führte. Zuerst trocknete die obere Weil aus, denn die Weilquelle war versiegt. Die Fische mussten vom Fischereisportverein FSV Oberlahn und der IG-Lahn aus den verbliebenen Pfützen abgefischt werden. Die vorwiegend abgefischten Forellen und Junglachse wurden im unteren Weiltal wieder ausgesetzt, wo genügend Wasser vorhanden war.

Gesunkener Abfluss

Normalerweise hat die Lahn einen Abfluss von 40 Kubikmeter die Sekunde. In diesem Sommer lag der Abfluss zwischen acht und zehn Kubikmeter die Sekunde. Dennoch bleiben bei diesen niedrigen Wasserständen das hineinkommende Abwasser aus den Kläranlagen gleich. Dies führt zu einem Problem. Durch die niedrige Wasserführung war der Abwasseranteil bis zum fünffachen erhöht als normal. „Vor allem nachts kann dies zu akuten Sauerstoffproblemen führen bis hin zu verheerendem Fischsterben“, so Klein. Zusätzlich hatte die Lahn mit 24° bis 25° Celsius sehr hohe Wassertemperaturen. „Gottlob stieg die Temperatur nicht höher“, so Klein. Der pH-Wert lag ganzjährig bei knapp pH 8, was für die Lahn normal ist. Zum Glück fiel im April/Mai die sonst übliche äußerst problematische Braunalgenbildung, die durch zu hohe Phosphatgehalte in den Stauhaltungen ausgelöst wird und mit extremen Sauerstoffdefiziten bei Nacht einhergeht, in diesem Jahr aus.

Insgesamt fasste Winfried Klein zusammen, kam es trotz der hohen Wassertemperaturen zu keinen erkennbaren Problemen in der Lahn. Somit blieben auch drastische Folgen für die Wassertiere aus. „Die Jungfische sind normal aufgekommen und die Nahrungsgrundlage war in Ordnung, so dass es in den regionalen Gewässern – insbesondere in der Lahn – zu keinen größeren Problemen gekommen ist“, so Klein abschließend.

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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