Diskussion über 500.000 Euro für einen neuen Parkplatz

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Im Treffen der Kommission „Neue Mitte Elz“ gab es am gestrigen Abend heftige Diskussionen zu einem möglichen Parkplatz in der Bachgasse. Der SPD fehlten zu viele Fakten und ist der Preis zu hoch, für den ein Parkplatz entstehen soll, obwohl es in Elz Mitte bereits einen Parkplatz an der Langgasse gibt.

In den nächsten Wochen haben Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss und letztendlich die Gemeindevertretung zu entscheiden, ob dieses Vorhaben umgesetzt wird.

Parkplatz mit 38 Plätzen

Die Kreissparkasse Limburg möchte in Elz gerne einen Wohnkomplex realisieren. Und die Gemeinde Elz möchte die neue Mitte im Ort gestalten. Der Gemeinde gehört der Parkplatz Ecke Langgasse/ Bachgasse und die KSK besitzt ein Grundstück gegenüber vom Bürgerhaus in der Bachgasse 22. Seit einiger Zeit besteht der Plan, diese beiden Grundstücke zu tauschen, damit die Gemeinde die neue Mitte gestalten kann. Ein Wunsch dabei war, einen Durchgang von der Weberstraße zum Bürgerhaus zu gestalten. Ursprünglich sollte das Haus Bachgasse 22 abgerissen werden, doch dieses steht als Ensemble unter Denkmalschutz.

Gestern Abend legte Bürgermeister Horst Kaiser ein Konzept vor, wie dennoch mit dem Haus ein Parkplatz realisiert werden kann. Da das Grundstück mehr wert ist als der bisherige Parkplatz müsste die Gemeinde beim Tausch noch 327.000 Euro an die KSK zahlen. Für die Parkfläche mit 38 Parkplätzen, davon drei breitere als Behindertenparkplätze, kalkuliert der Bürgermeister mit Kosten von rund 176.000 Euro. Für die Beleuchtung kämen nochmal 15.000 bis 20.000 Euro hinzu und die Einrichtung einer E-Lade-Station würde 10.000 Euro kosten.

Förderung des Projektes

Beim Landkreis stellte er bereits einen Antrag , diese Infrastrukturmaßnahme aus dem Zukunftsfonds fördern zu lassen. Er ist recht positiv gestimmt, dass diese bezuschusst wird. Wenn die Gemeindevertretung am 14. September den Beschluss dazu fasst, könnte der Parkplatz zum Jahreswechsel 2020/21 realisiert werden. Von der KSK weiß er, dass diese im Frühjahr anfangen möchte zu bauen und bis dahin muss der Parkplatz fertig gestellt sein. Jedoch teilte Kaiser dem Gremium auch mit, dass derzeit ein kompletter Durchgang zwischen Weberstraße und Bachgasse nicht realisiert werden kann, da ein Eigentümer sein Grundstück dafür nicht verkaufen möchte. Jedoch könne bereits ein Durchgang zum Parkplatz vom Optiker realisiert werden und somit wären die Menschen direkt im Ortskern. Auch begrüßt er diesen Standort, denn bei Veranstaltungen im Bürgerhaus gebe es häufig zu wenig Parkplätze, so dass diese ein echter Gewinn wären.

Kritik von der SPD

Frank Zei, SPD, kritisiert dies stark. Zum einen hat er das Gefühl, dass Informationen nur scheibchenweise weitergegeben werden. Zum anderen findet er 500.000 Euro oder runtergerechnet 15.000 Euro für einen Parkplatz überteuert. „Wir geben viel Geld für etwas aus, was wir schon haben.“ Auch seine Parteikollegin Ayse-Seher Kaplan stimmte ihm dazu. „Soviel Geld zu investieren für Parkplätze, sehe ich nicht ein“, so Kaplan, „ohne Durchgang ist für uns die Lösung nicht mehr relevant.“ Auch Werner Wittayer möchte noch keine Entscheidung treffen, weil es zu viele ungeklärte Fragen gibt. „Wenn es nur um die Parkplätze geht, ist es zu teuer und schwer, dem Bürger zu vermitteln“, so Wittayer, „und wegen der vielen Unklarheiten möchte ich heute keine Entscheidung treffen.“

Steady

Chance nutzen

Horst Kaiser wies nochmal darauf hin, dass diese jetzt eine Chance ist, die die Gemeinde ergreifen sollte. So kann sie den Bereich nach eigenen Vorstellungen entwickeln. Ihm ist bewusst, dass sich die SPD eine Überbauung des Parkplatzes  für Wohnräume wünscht. Es gibt einen Beschluss der Gemeindevertretung, dies zu prüfen. Dies wird er auch machen. Aber dennoch sollte die Gemeinde jetzt handeln. Zudem setzte er den Kosten entgegen, dass das Haus Bachgasse 22 gut erhalten ist. Mit der Vermietung erzielt die Gemeinde wiederum Einnahmen.

Unterstützung bei seiner Aussage erhielt er von seinen Parteikollegen. Michael Eidt wies darauf hin, dass die KSK so oder so bauen wird, egal an welchem Standort. Und wenn ein Wohngebäudekomplex in die Bachgasse kommt, dann könne die Gemeinde in Zukunft dort gar nichts mehr gestalten. Dieter Eidt legte nach: „Wir sind dem Elzer Bürger verpflichtet, aber auch der Weiterentwicklung der Gemeinde. Manchmal muss man etwas riskieren, um weiterzukommen.“ Die Gemeinde setzte in der Vergangenheit viele stark diskutierte Projekte um. Heute sind die Menschen froh, dass sie diese Wagnisse angepackt haben. Und er erinnerte auch noch daran, dass sich alle in der Kommission einig darin waren, keine Parteipolitik zu betreiben. Dies würde aber gerade wieder passieren.

Die Kommission ging gestern ohne Konsens auseinander. Die Entscheidung liegt nun bei den Ausschüssen und am Ende bei der Gemeindevertretersitzung am 14. September.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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