Dreierbund-Prinzenpaar „Alleine hätte ich es nicht gemacht“

Dem diesjährigen Dreierbund steht das Prinzenpaar Prinz Peter II. und Prinzessin Karin I. von Limburg zu Nassau-Oranien vor. Für Peter war von Anfang an klar, wenn er es macht, dann nicht alleine. 

Am 11.11.2018 gegen Mittag war es endlich soweit. Unter Fanfarenklängen öffnete sich der Vorhang im Vereinsheim der Blauen Funker und offenbarte, wer in der aktuellen Session das Dreierbund Prinzenpaar 2019 für Limburg-Hadamar-Diez sein wird. Auf der Bühne saß eine Prinzessin auf dem Thron und an ihrer linken Seite stand ein Prinz. Karin Knapp und Peter Hauer stehen als Prinzessin Karin I. und Prinz Peter II. von Limburg zu Nassau-Oranien dem Dreierbund vor und repräsentieren ihn.

Überredungskünste einsetzen

Lange mussten sie das Geheimnis hüten, den bereits im April stand fest, dass sie diese Aufgabe gerne übernehmen wollen. Die Initiative ging dabei von Peter Hauer aus, der schon länger mit dem Gedanken spielte. Doch von Anfang an war ihm auch klar: „Alleine hätte ich es nicht gemacht.“ Also musste er seine Überredungskünste ein wenig bei seiner Lebensgefährtin Karin Knapp spielen lassen, denn sie war zu Beginn gar nicht so begeistert von dieser Idee. „Ich habe 100 Gründe dagegen gehabt“, erinnert sich Karin. Sie wollte nicht im Vordergrund stehen und vielleicht sei sie ja auch schon zu alt für dieses Amt. „Drei Wochen hat es gedauert, bis ich zugesagt habe“, so Karin weiter. Hätte sie sich nicht überzeugen lassen, hätte auch Peter als Prinz verzichtet. Doch nun nach den ersten Terminen ist Karin froh, doch zugesagt zu haben. „Ich habe Spaß dran und wir wachsen hinein“, erzählt sie, „ich freue mich jetzt auf die Termine.“

Zwei Vollblut-Fastnachter

Bereits in seiner Laudation erklärte Manfred Thomè, Präsident der Blauen Funker, dass Karin und Peter Fastnachter durch und durch seien. Diese Leidenschaft lebten sie jedoch sehr verschieden aus. Peter, in Pottum am Wiesensee aufgewachsen, sammelte schon sehr früh Erfahrungen auf der Bühne, war in Pottum zehn Jahre erster Vorsitzender des Karnevalsvereins war und ist auch bei den Blauen Funkern von der Bühne nicht mehr wegzudenken. Bei Karin beschränkte sich die Fastnachtsliebe, die in Frickhofen geboren ist, eher auf das feiern. Beide eint die Liebe zum rheinländischen Karneval und dies war auch bei der Kürung zu spüren mit dem großartigen Auftritt der Prinzengarde aus Köln-Hürth, welche die Bühne rockten. Aber auch in den Auftritten der letzten Jahre war dies bei Peter Hauer bereits zu spüren, der am liebsten Kölsche Fastnachtslieder auf der Bühne zum Besten gab. Doch nicht nur die Liebe zur Fastnacht an sich eint die beiden. Eine besondere Verbindung haben sie auch zu dieser Zeit, weil sie sich an einem Rosenmontag kennengelernt haben. Und so ist sich Thomè sicher, dass zwei Vollblut-Fastnachter in dieser Session den Dreierbund regieren.

Abläufe eingeprobt

Für beide bricht jetzt eine besondere Zeit an, da sind sie sich sicher. Vor ihren Familien haben sie dies bis zum Schluss geheim gehalten. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie sich den 11.11. freihalten sollen und alle haben erstmal gedacht, dass wir heiraten wollen“, erinnert sich Karin. Kurz vor der Inthronisation haben sie es dann doch verkündet und erhielten nur positive Resonanz. Peter ist der einzige in der Familie, der mit der fünften Saison etwas am Hut hat und das weiß seine Familie auch. „Wenn Fastnacht ist, braucht mich keiner anrufen“, lacht er, „und wenn die Eintracht spielt.“
In der Session freut sich Peter vor allem darauf, mehr Kontakt zu den Dreierbundvereinen zu bekommen. „Man kennt meist nur die Leute aus der ersten Reihe und hat so die Chance, mehr Menschen aus den Vereinen kennenzulernen.“ Karin freut sich besonders auf die Termine in den Altenheimen, Kindergärten und im Krankenhaus.

Mit ein wenig Abstand zur Kürung äußern sich auch beide froh darüber, dass sie im Vorfeld die ganzen Abläufe geprobt haben. „So hatten wir bei manchen Dingen schon ein wenig Routine“, so Peter. Auch Karin stimmt ihm zu: „Es gab viele Dinge, an die wir so erstmal nicht gedacht haben.“ Aber durch die Proben und die Abstimmung des Konzepts auf ihren Auftritt legten sie bereits bei der Verkündung einen souveränen Auftritt hin. Dennoch gibt Karin zu, dass sie einen schnelleren Herzschlag bekam, als sie dann auf dem Sessel saß. Davor sei sie recht ruhig gewesen: „Nur die Hofdamen haben mich verrückt gemacht.“ Dennoch waren beide erstmal überwältigt, als sich der Vorhang öffnete und waren froh, dass erstmal die anderen redeten, so dass sie sich fassen konnten.

Herzensangelegenheit

Ihre Zeit als Prinzenpaar möchten die beiden auch nutzen, um für die DKMS zu werben und Spenden zu sammeln. Karin hat ihren ersten Mann Peter Schick bereits mit jungen Jahren durch Krebst verloren und so ist ihnen dies ein besonderes Anliegen. „Die DKMS ist auf Spenden angewiesen für die Finanzierung der Typisierungsaktionen und vielleicht entschließt sich ja auch der eine oder andere, sich registrieren zu lassen“, so Karin. Sie ist bereits bei der DKMS registriert. Peter möchte sich auch registrieren lassen, wenn es sein Alter noch zulässt. Für die Spenden an die DKMS verzichten sie auf Gastgeschenke, wenn sie auf den Veranstaltungen unterwegs sind. Und sie sind erstaunt, wie positiv diese Spendenaktion ankommt und wie hoch der Spendenstand bereits nach kurzer Zeit ist.
Vor ihnen liegt nun eine aufregende Kampagne getreu nach ihrem Motto: „Komm wir halten die Welt an, um Geschichte zu schreiben.“

Spende an die DKMS

Wer ebenfalls die Aktion des Prinzenpaars unterstützen möchte, kann die Spende auf folgendes Konto überweisen:

Vereinigte Volksbank Limburg
LCV Blaue Funker
IBAN DE43 5709 2800 0221 3180 05
Kennwort Prinzenpaar/ DKMS

Wo die beiden unterwegs sind, erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite.


Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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