DRK-Kreisverband bereitet sich auf die Krise vor

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Der DRK Kreisverband Limburg arbeitet auf Hochtouren, um sich für eine eventuelle Krise verursacht durch den Corona-Virus vorzubereiten. Neben der Schutzausrüstung entsteht derzeit eine Isolationswache für den Transport infizierter Personen. Durch das Miteinander des Teams sind die Herausforderungen zu meistern.

Die gesamte Situation mit dem Coronavirus und der daraus folgenden Verordnungen wie Social Distancing ist eine große Herausforderung für die Mitarbeiter des DRK Kreisverbandes. Auch wenn sie weiterhin tätig sind, müssen sie mit Einschränkungen zurechtkommen. Rettungsdienstleiter Sebastian Schneider lobt die gute Disziplin, mit der die Mitarbeiter die Vorgaben umsetzen. „Im Moment kann ich auf alle Mitarbeiter zählen, wir ziehen an einem Strang“, so Schneider. Änderungen aufgrund der Pandemie-Lage werden verständnisvoll aufgenommen und von Mitarbeitern sowie -vertretung akzeptiert. Alle arbeiten eng zusammen und befinden sich im täglichen Austausch. Ältere Mitarbeiter mit Risikofaktoren werden auf Wunsch nicht mehr im Dienstplan berücksichtigt, um sie vor Ansteckungen zu schützen.

Großes Problem Schutzkleidung

Doch nicht nur das Miteinander in dieser Situation spielt eine große Rolle. Viel wichtiger für den Schutz der Mitarbeiter ist die richtige Schutzkleidung und da sieht es nicht so gut aus. Zwar konnte sich der Kreisverband über eine Spende von 1.500 Schutzanzügen der Firma OLI Vibrationstechnik im Wert von 10.000 Euro freuen. Es handelt sich hierbei um Ganzkörperanzüge, welche einen optimalen Schutz bieten. Der Rahmenhygieneplan des Landkreises besagt zwar, dass ein Kittel als Schutz ausreichend ist, doch das Netzwerk MRE (Multiresistente Erreger) verweist auf einen Ganzkörperanzug für den besseren Schutz, so Schneider.

FFP2-Masken benötigt

Schwieriger sieht es bei den FFP2-Masken aus. 500 Stück haben sie noch und überlegen sich sehr gut, wann sie diese nutzen. Die Firmen, welche den Kreisverband normalerweise beliefern, verlangen nicht nachvollziehbare Preise und eine direkte Lieferung ist auch nicht immer möglich. Die Aufgabe für Schneider besteht derzeit darin, seriöse von unseriösen Angeboten zu trennen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und daneben muss er seine regulären Aufgaben wie das Erstellen der Personalersatzpläne leisten. Dabei kann der DRK Kreisverband Limburg noch froh sein, dass sie ein liquider Verband sind und auch die erhöhten Preise zahlen können. Andere Kreisverbände seien nicht so gut aufgestellt und der Rettungsdienstleiter kann sich sehr gut vorstellen, dass die derzeitige Situation bei manchen Rettungsdiensten zu Existenzproblemen führen könnte.

Seine Mitarbeiter sind auf stetig neues Material angewiesen. Wenn sie im Einsatz sind, nutzen sie die Masken und entsorgen sie nach dem Einsatz. Keine der Masken wird mehrmals verwendet. Pro Einsatz benötigt ein Zweier-Team das 1,5- fache an Material. Daher ist es zum Schutz der Mitarbeiter wie auch der zu transportierenden Personen wichtig, dass der DRK ausreichend Material zur Verfügung hat. Der Kreisverband würde sich wünschen, dass es insbesondere bei der Ausstattung mit Schutzkleidung mehr Unterstützung von öffentlicher Seite gebe. Spenden von Unternehmen sind gerne gesehen.

Bau einer Isolationswache

Um den Vorschriften nachzukommen und möglichst große soziale Distanz zu ermöglichen, würde jede Besatzung eigene Räumlichkeiten benötigen und müsste noch von den restlichen Mitarbeitern getrennt werden. Dies ist am Hauptstützpunkt in der Senefelderstraße nicht möglich. Zudem empfiehlt das Robert-Koch-Institut, dass ein Rettungswagen ausschließlich für infizierte sowie zu isolierende Patienten genutzt werden soll. Aus diesem Grund errichtet der Kreisverband derzeit mit Unterstützung des Landkreises eine Isolationswache an der B49 in Obertiefenbach auf dem Firmengelände von CBS Rescue. Die Firma verkaufe Desinfektionsmittel zu akzeptablen Preisen und so kam der Kreisverband mit der Firma ins Gespräch. Die Firma stellt das Gelände. Die Tiefbauarbeiten zur Befestigung sind bereits fertig und bis Ende der Woche soll dort in Containerbauweise die Isolationswache entstehen.

Wache für die Isolationsfahrten

Diese Wache ist rein für Isolationsfahrten gedacht, um die Gefahr einer Kontaminationsverschleppung unter den Rettungsdienstmitarbeitern zu verringern. Sebastian Schneider hofft, dass die Wache zum Ende der Woche bezogen werden kann. Ein Rettungswagen wird dort stationiert werden und sechs Teams á zwei Personen wechseln sich ab. „Die Wache soll komplett autark sein und es soll keine Durchmischung der Mitarbeiter geben“, so Schneider, „nur so können wir die Ansteckung minimieren.“ Zudem schafft der DRK für diese Wache eine Desinfektionswaschmaschine an. Derzeit kümmert sich noch eine externe Wäscherei um die Wäsche, aber bei Infektionstransporten muss die Kleidung jedes Mal gewechselt werden und dann kommt diese nicht mehr hinterher. Die CBS Rescue unterstützt das DRK ebenfalls mit der Infrastruktur wie Wasser und Heizung.

Auch von anderen Unternehmen erhalten die Mitarbeiter des Kreisverbandes Unterstützung. Beim Edeka Markt Irmer in Elbtal dürfen sich die Mitarbeiter der Rettungswache Dorchheim unentgeltlich mit Essen versorgen. Vom Globus Markt in Limburg und Expert Schäfer in Elz gab es sehr gute Konditionen bei der Grundausstattung der neuen Rettungswache wie Elektrogeräte oder Erstausstattung mit Geschirr, Textilien und Dingen des täglichen Gebrauchs.
Zusammenfassend verweist Schneider nochmal darauf, dass das große Problem die gute Ausstattung seiner Mitarbeiter mit Schutzausrüstung sei. Ansonsten ist der DRK Kreisverband sehr gut aufgestellt für die kommende Herausforderung.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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