Ehrenamtliches Engagement im Tal Josaphat

Der Ortsbeirat Limburger Innenstadt traf sich gestern im Tal Josaphat, um sich über das ehrenamtliche Engagement vor Ort zu informieren. Zudem nahmen sie das Konzept zur Entwicklung des Greifenbergs der Stadtverwaltung positiv auf und bitten um eine weitere Ausarbeitung.

Schon häufiger war im Ortsbeirat Limburger Innenstadt das ehrenamtliche Engagement im Tal Josaphat Thema. Gestern trafen sich die Ortsbeiratsmitglieder zu einem Vor-Ort-Termin, um sich zeigen zu lassen, was in den letzten Monaten gemacht wurde. Eva Struhalla, Amtsleiterin Stadtentwicklungsamt, war ebenfalls vor Ort und stellte das Konzept für den Greifenberg vor.

Engagement im Tal Josaphat

Eine Gruppe aus sieben bis acht Leuten hat sich im letzten Jahr zusammengefunden, um im Tal Josaphat anzupacken. Initiator war Werner Bendel, der eine überdachte Holzbank aus einem alten Fichtenstamm gestaltete. Bei der Einweihung im Frühjahr 2021 kam die Idee auf, etwas im Tal Josaphat zu tun, die Wege herzurichten und den Busche Weiher wieder attraktiv zu gestalten. Gesagt, getan. In den letzten Monaten haben sie das Gestrüpp um den Weiher entfernt, Baumstämme aus dem Wasser geholt und den Springbrunnen wieder in Gang gesetzt. Sie haben Bänke aufgestellt. Unterstützung erhielten sie dabei von der Stadt, welche Container zur Verfügung stellte, um den Grünschnitt zu beseitigen. Einblicke in die Arbeit gab Heinz Brod.

Nicht nur am Busche Weiher war die Gruppe aktiv. In Absprache mit der Stadt haben sie den Weg neben dem Linterbach mit einer Drainage versehen, damit dieser nicht mehr so matschig ist. Und sie nutzen die Gelegenheit, ihre Wünsche zu kommunizieren. Bisher nutzen die Jugendlichen immer wieder die Gelegenheit, die Baumstämme zurück ins Wasser zu rollen. Die Ehrenamtler würden sich wünschen, die herausgeholten Bäume besser am Uferrand zu befestigen. Zudem würden sie gerne den Springbrunnen beleuchten und das Geländer am Weiher streichen. Und die Frage kam von ihnen auf nach einem Ansprechpartner bei der Verwaltung.

Tal Josaphat
Initialzündung für ehrenamtliches Engagement

Danke für das Engagement

Die Ortsbeiratsmitglieder bedankten sich für dieses Engagement. Es habe sich einiges getan. Dennoch gab es einige Anregungen aus der Runde. Jonas Winter stellte die Frage in den Raum, ob eine Beleuchtung im Weiher nötig sei. Immerhin gebe es in der Stadt ein Konzept gegen Lichtverschmutzung und dann sei diese Idee eher kontraproduktiv. Der Weiher sei ein Biotop als Heimat für viele Insekten. “Daher sollten wir die Beleuchtung kritisch sehen”, so Winter. Brod regte an, die Beleuchtung mit dem Betrieb des Springbrunnens zu kombinieren. Dieser laufe auch nicht 24 Stunden am Tag.

Barbara Sylla-Belok, Grüne, merkte an, dass sie seit Jahren darauf hinarbeiten, einen runden Tisch für das Tal Josaphat zu berufen. Denn neben der Erhöhung der Attraktivität sind Drogenkonsum und Unruhen unter den Jugendlichen ein Thema. Daniela Selke-Fachinger, Mitarbeiterin im Südstadtbüro, merkte an, dass das Problem bekannt sei. Die Streetworkerin würde regelmäßig ins Tal Josaphat schauen und mit den Menschen ins Gespräch kommen. Es kam kurz die Frage auf, ob nicht Ortsvorsteher Sascha Schermert, CDU, der gewünschte Ansprechpartner sein könnte. Doch er sieht sich nicht in der Rolle. Vielmehr sollte ein Ansprechpartner direkt bei der Stadt sitzen.

Konzept für den Greifenberg

Bereits im Herbst plant die Stadt, den Busche Weiher abzulassen und zu entschlacken, zeigte Eva Struhalla aus. Sehr umfangreich ist das vorgestellte Konzept für den Greifenberg. Erst in diesem Frühjahr setzte die Stadt den Kreuzweg in Stand. Doch leider haben die Mountainbiker diese Bemühungen schon wieder zunichte gemacht, bedauert Struhalla. Es ist der Plan, irgendwann die ganzen Wege einheitlich mit hellem Sand zu gestalten und mit einem Handlauf zu versehen, dass sie unattraktiv für die Mountainbiker werden. Vorhandene Bänke möchte die Stadt wieder herrichten. Vom Verschönerungsverein kam die Idee, in der Nähe der Schanze einen Aussichtsturm zu errichten. Am historischen Platz beim Pavillon ist ein solcher Turm  nicht umsetzbar, da das Blätterdach dort zu dicht sei.

Im 19. Jahrhundert wurden auf dem Greifenberg mehrere Alleen angelegt, welche durch Ersatzpflanzungen wieder komplettiert werden sollen. Eine Sonnenliege ist bereits vorhanden, weitere sollen aufgestellt werden. Es gebe schöne Standorte mit Sicht auf das Schloss. Dafür möchte man behutsam die Bäume am Hang einschlagen, um den Blick freizustellen. Bisher gebe es nur das Konzept, Kosten wurden noch nicht ermittelt für die Maßnahme. Struhalla geht von einer stufenweisen Umsetzung aus. Der Ortsbeirat nahm das Konzept positiv zur Kenntnis und bittet den Magistrat um eine weitere Ausarbeitung. Frank F. König, FDP, fragte nach, wie realistisch die Umsetzung sei. Struhalla führte aus, dass für die Planung derzeit nur eine Teilzeitkraft in der Stadt sitzt. Bisher haben sie immer für zwei Jahre geplant. Doch mit den eigenen Ideen und den Wünschen aus den Ortsbeiräten sind sie bisher bei drei bis vier Jahren in der Umsetzung.

Feuchtbiotop im Tal Josaphat

Aus der Runde der ehrenamtlich Engagierten kam eine weitere Idee. Im Tal Josaphat unterhalb des Wohngebietes am Meilenstein würde das Team gerne einen kleinen Teich realisieren. Heinz Brod gab Einblicke. Sie stellen sich einen flachen Teich von 60 bis 70 Zentimeter Tiefe vor. Dies soll ein Durchlaufgewässer des Linterbachs werden und eventuell könnte mit Bänken auch ein Ort zum Aufhalten entstehen. Oliver Schrangs, SPD, fragte nach dem Sinn dieses Projektes. Die Grünen finden die Idee selbst nicht schlecht und empfehlen eine Überprüfung. Eva Struhalla weist darauf hin, dass bereits jetzt eine dunklere Stelle auf Feuchtigkeit hinweist. An dieser Stelle könnte sie sich eine Verbreiterung vorstellen. Sie könne sich vorstellen, dass eine solche Maßnahme den ökologischen Wer noch erhöht. Man könnte mit wenigen Eingriffen die natürlich entstandene Stelle noch aufwerten. Der Ortsbeirat empfiehlt in seinem Beschluss, dass der Magistrat die Ehrenamtler bei diesem Projekt beraten sollen.

Tal Josaphat
Auf dieser Wiese könnte ein Feuchtbiotop entstehen

In einem dritten Punkt bittet der Ortsbeirat den Magistrat, die alten Bänke, welche entlang des Linterbachs stehen, nach oben an den breiten Weg Tal Josaphat aufzustellen, weil dieser Weg stärker genutzt wird als der schmale Trampelpfad. Von Dario Tripoli, SPD, kam der Vorschlag, parallel wie zum Schafsberg in den Haushalt 100.000 Euro für den Greifenberg einzustellen, um eine Kontinuität zu erreichen. Dies müssten dann die Stadtverordneten in den Haushaltsberatungen einbringen.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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