Ein Blick in die Zentrale Leitstelle 2018 – 24 Stunden im Einsatz

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Wer die 112 wählt, landet bei den Disponenten der Zentralen Leitstelle. Diese sind rund um die Uhr erreichbar und sind zuständig für Feuerwehr, den DRK sowie den Katastrophenschutz. Die Alarmierung der Polizei fällt nicht in den Aufgabenbereich der Leitstelle. 

Von Georg Hauch, Fachdienstleiter Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz, erhielt ich eine Übersicht, was so übers Jahr bei der Zentralen Leitstelle zusammenkam. Dadurch bekommt ihr eine kleine Vorstellung davon, was da alles bewältigt wird.

250 Anrufe am Tag

Nach dem Stand vom 10.Dezember gab es 91.209 Anrufe in der Zentralen Leitstelle. Dies macht im Schnitt 250 Anrufe am Tag aus. Diese Anrufe lassen sich aufteilen in:

  • 28.710 Eingänge über den Notruf 112
  • 13.577 Eingänge über den Notruf/ Krankentransport
  • 48.922 Anrufe über die Amtsleitung

Die Einsätze in 2018 gliedern sich wie folgt auf:

  • hauptamtlich: 20.693 rettungsdienstliche Einsätze (540 Einsätze weniger als 2017)
  • ehrenamtlich: 2.364 Stadt-oder Ortsteilwehren wurden zu 703 Brand- und 1136 Hilfeleistungseinsätzen alarmiert (2017 waren dies 1.900 Einsätze)

Besondere Herausforderungen in 2018

In 2018 gab es einige besondere Herausforderungen – dies waren die Unwetter, die Waldbrandgefahr sowie der Notrufausfall 112, worauf Georg Hauch ebenfalls kurz einging.

Unwettereinsätze

Bei den Unwettereinsätzen waren vor allem die ehrenamtlichen Einsatzkräfte von der Freiwilligen Feuerwehr und dem THW gefordert. In der Zeit vom 27.Mai bis 1.Juni kamen 144 Einsätze mit 3.650 Einsatzstunden im Bereich Villmar, Weinbach und Weilmünster zusammen. Am 5. und 6. Juli leisteten die Einsatzkräfte 3.900 Stunden bei 228 Einsatzstellen in Runkel, Villmar, Weinbach und nochmals Weilmünster.

Waldbrandgefahr

Die langanhaltende Trockenperiode machte den Einsatzkräften ebenfalls zu schaffen. Ab Mitte Juni und bis Anfang Oktober gab es zahlreiche brennende Wiesen und Anbauflächen, Böschungsbrände an den Fernstraßen oder eine Vielzahl an brennenden Hecken. 140 Wehren wurden zu 84 gemeldeten Bränden mit 1383 Einsatzkräften alarmiert. Betroffen von den Feuern waren rund 70.000m². Unterstützung bekamen die Feuerwehren durch eine situationsbezogene, freiwillige Kooperation mit den Landwirten, welche vom Kreisbauernverband mit koordiniert wurden. Nachdem das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 24.Juli die Waldbrandstufe A für Hessen ausgerufen hatte, standen bereits wenige Stunden später die ersten großen Transportbehälter der Landwirte zur Aufnahme von Löschwasser in allen Kommunen des Landkreises zum Einsatz und Abruf bereit. Diese bewährten sich dann auch bei größeren Bränden auf Getreideanbauflächen in Villmar und Waldbrunn.

Notrufausfall 112

Besonders zu erwähnen ist der Ausfall der zum Gefahrenabwehrzentrum führenden Telefonleitung und damit aller Notrufanschlüsse 112 im Landkreis am 11.April aufgrund eines Wasserschadens in der Ste.Foy-Straße in Limburg. Morgens gegen 1 Uhr wurde ein Montageschacht der Telekom geflutet und sorgte nach und nach für den kompletten Ausfall. Als die ersten Leitungsstörmeldungen bemerkt wurden, nahmen die Disponenten Kontakt zur Telekom auf und ab 3.20 Uhr wurden die ersten Notrufe zur Leitstelle Lahn-Dill in Wetzlar umgeschaltet. Ab 5.11 Uhr musste die Leitstelle Lahn-Dill alle Notrufe entgegennehmen.

Über Digitalfunk wurde der Notrufinhalt nach Limburg gemeldet, von wo die Alarmierung der Hilfsorganisationen stattfand. Eine kurzfristige Behebung schien nicht möglich, so dass Mitarbeiter zur Leitstelle Lahn-Dill geschickt wurden. Dieser Zustand wurde über 34 Stunden aufrechterhalten. Erst dann konnten die Leitungen wieder nach Limburg-Weilburg rückgeschaltet werden. Um ein solches Vorkommnis zukünftig zu vermeiden, reagierte die Telekom recht kurzfristig und erneuerte bereits am darauffolgenden Wochenende ein mehrere hundert Meter langes Kabel zwischen Ste. Foy-Straße und Schiedetunnel.

Aufgaben der Zentralen Leitstelle

Sicher ist nicht jedem bewusst, welche Aufgaben die Leitstelle alles übernimmt. Die Disponenten nehmen nicht nur den Notruf an. Sie begleiten den gesamten Einsatz, der sich an einen Notruf anschließt. Dazu gehört die Erfassung mit dem Computer, um was für einen Notfall es sich handelt. Der Disponent muss entscheiden, wie dringlich der Einsatz ist – ist es nicht dringlich, handelt es sich um einen Notfall oder sogar um ein größeres Ereignis von erheblicher Bedeutung? Aufgrund dieser Einschätzung entscheidet der Disponent, wen er rausschicken muss (Rettungsdienst/ Feuerwehr), wer alles informiert werden muss. Beim Losschicken der entsprechenden Einsatzkräfte muss er beachten, dass diese die Hilfsfrist von 10 Minuten einhalten können. Die entsprechenden Einsatzkräfte alarmiert der Disponent dann.

Nach der Alarmierung melden sich die Einsatzkräfte bei der Leitstelle und erhalten ihre Einsatzbefehle, ggf. auch Anfahrtshinweise oder besondere Anweisungen. Können am Einsatzort gefährliche Stoffe auftreten, erhalten die Einsatzkräfte eine Warnung. Während des Einsatz unterstützt der Disponent. Er koordiniert weitere Schritte, zum Beispiel bei einer Nachalarmierung oder der Anforderung eines Rettungshubschraubers. Die Befragung der Krankenhäuser über ihre Aufnahmekapazität erfolgt ebenfalls durch den Disponenten. Wenn viele Einheiten unterwegs sind, muss der Disponent dafür sorgen, dass Reservekräfte das Einsatzgebiet abdecken können, falls weitere Notrufe reinkommen. Weiterhin gibt er Warnungen an die Bevölkerung heraus, wenn die Straßen gesperrt sind oder es wichtige Informationen für die Bevölkerung gibt.

Zum Schluss dokumentiert der Disponent den gesamten Einsatz. Neben den Notruf-Daten werden die kompletten Zeiten erfasst – Eingang des Notrufes, Alarmierung der Einheiten, Meldung und Abfahrt der Einheiten, Eintreffen am Einsatzort und Abfahrt, Ankunft am Krankenhaus und Rückkehr der Einheit zum Standort.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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