Ein ganzes Dorf auf den Beinen

Am Samstag war in Oberweyer der Auftakt zu den 1250-Jahr-Feierlichkeiten im nächsten Jahr mit einem Spiel ohne Grenzen im gesamten Ort. Gefühlt ganz Oberweyer war auf den Beinen, um seine sieben Mannschaften anzufeuern.

In verschiedenen Spielen mussten die Mannschaften ihr Wissen, ihre Teamfähigkeit und ihre Geschicklichkeit testen. Nur der Gewinner tritt am 30.April 2022 beim großen Spiel ohne Grenzen an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule gegen benachbarte Dörfer an, die ebenfalls ihr Jubiläum feiern.

Urkundliche Ersterwähnung 772

Im nächsten Jahr feiert Oberweyer 1250 Jahre. Mit diesen Feierlichkeiten ist der Hadamarer Ortsteil nicht alleine. In der urkundlichen Ersterwähnung vom 12. August 772, in welcher „Wilere“, bestehend aus Ober- und Niederweyer erwähnt wird, finden auch Brechen, Bermbach, Ahlbach, Lindenholzhausen, Dorndorf oder Heuchelheim Erwähnung.

So kam die Idee, etwas Gemeinsames aufzustellen. Daher findet am 30.April „Spiel ohne Grenzen“ an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule statt. Die Schirmherrschaft übernimmt Ministerpräsident Volker Bouffier. Und da sich in Oberweyer die Einwohner um die Teilnahme rissen, fand am Samstag ein Vorentscheid statt.

Lebendige Dorfgemeinschaft

Insgesamt sieben Teams gingen an den Start. Sie bestanden aus acht bis zehn Leuten. Ein Teammitglied musste über 60 sein, eines unter 16 sowie mindestens zwei Frauen mussten dabei sein. So sollte von vorneherein schon sichergestellt werden, dass alle Generationen daran teilnehmen. Von Vereinsteams bis hin zu familiären Verbünden und Freunden war alles dabei. Der Sportverein, der Gesangsverein, die Gymnastikgruppe und die Feuerwehr traten an gegen die Oberweyerer „Urgesteine“, wohl mit das jüngste Team, die DorfKINDER und gegen Weck,Wurschd und Wein.

Während die einzelnen Stationen von den Teams jeweils alleine bewältigt werden mussten, traten ganz am Ende nochmal alle Teams gegeneinander an. Der Spaß stand absolut im Vordergrund. Und so machte es nicht nur Freude, den Teams bei den Herausforderungen zuzuhören, sondern sie auch dabei zu beobachten. Egal ob beim Bogenschießen oder beim Hindernisparkours im Huckepack – es wartete manch eine Herausforderung auf die Teilnehmer. Wer weiß, wie schwer eine Haselnuss ist? Oder welche Auswirkungen das Hormon Oxytocin hat? Nicht nur Muskelkraft und Koordination waren gefragt, sondern auch Köpfchen. Und das die Kinder beim Bobby Car- Rennen klar im Vorteil waren, braucht nicht erwähnt zu werden. Und immer wieder war der Ausspruch zu hören „Nur als Team sind wir stark“.

Am Ende hieß es nochmal jeder gegen jeden beim Wettrennen in riesigen, luftgefüllten Kugeln. Da gab es einige kniffelige Situationen, gegeneinander hauende Köpfe, denn jeder wollte der erste sein und die Punkte für sein Team holen.

Miteinander groß gefeiert

Neben der Herausforderung und dem Ansporn, als Sieger aus dem Wettstreit hervorzugehen, stand das gesellige Miteinander im Mittelpunkt. Es waren nicht nur die Teams auf der Straße, sondern auch Bewohner, die einfach mal schauen wollten, was da so alles passiert. Gerade noch hat ein Sänger der Liederblüte seinen 90. gefeiert und jetzt war er am Samstag auf der Gasse unterwegs und spornte die einzelnen Teams an. Manch einer freute sich einfach, dass nach der langen Zeit endlich mal wieder etwas stattfand.

„Wir können alle miteinander stolz sein“, so Klaus Härtle vom Lenkungsteam, „es war ein grandioser Start in unser Jubiläum und ich bin zuversichtlich für unser Festjahr nächstes Jahr.“ Sein Dank ging auch an das Projektteam, welches zu viert diesen Aktionstag organisiert hat. Und bis zuletzt drang nichts nach außen, so dass niemand wusste, was auf sie zukam an diesem Tag.

Alle haben gewonnen

Am Ende konnte es nur einen Gewinner geben, der im nächsten Jahr beim großen Spiel ohne Grenzen gegen die Nachbardörfer antritt. Aber für das Dorfleben war dieser Tag bereits jetzt ein Gewinn.
Mit 96,25 Punkten und damit 6,25 Punkten vor dem zweiten, machte das Team „Weck, Wurschd und Wein“ das Rennen. Dieses Team tritt dann im April gegen die Teams aus Ahlbach, Dorndorf und Lindenholzhausen an. Aus Dorndorf kam zusätzlich die Idee, ein gemeinsames Bier mit allen vier Logos der Dörfer aufzulegen. Dafür konnte Hachenburg als Partner gewonnen werden. Somit strahlt das Event auch in die Region.

Mehr rund um das 1250-jährige Jubiläum erfahrt ihr auch auf Facebook. Viel Spaß mit den Impressionen von diesem Tag.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

One thought on “Ein ganzes Dorf auf den Beinen

  • 6. September 2021 um 11:03
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    Liebe Heike,

    vielen Dank dass Du uns den Tag über begleitet hast. Und danke für die vielen tollen Fotos und den sehr schön geschriebenen Bericht. Wir freuen uns, Dich bei den kommenden Veranstaltungen und Events zur 1250-Jahrfeier wieder in Oberweyer begrüßen zu können.

    Viele Grüße aus Oberweyer
    Jörg

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