Ein Licht für Ghana

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Der Partnerschaftsausschuss des Evangelischen Dekanats Runkel möchte Licht nach Ghana bringen. Pfarrerin Bettina Bender erzählte mir die Hintergründe dieses Projektes.

Abends um 18 Uhr wird es in dem afrikanischen Land Ghana dunkel. 12 Stunden am Tag gibt es Licht und 12 Stunden ist es stockfinster. Im Dunkeln bleiben viele Menschen, weil ihre Dörfer nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Entweder sie gehen früh schlafen oder sie sorgen für Licht mit Taschenlampen und Batterien, was sehr teuer ist oder mit Petroleumlampen, die nicht ungefährlich für die Gesundheit sind.

Solarlampen für Ghana

Der Partnerschaftsausschuss des Evangelischen Dekanats Runkel möchte darum Licht nach Ghana bringen.  Dies ist möglich mit Solarlampen. Die Lampen besitzen ein Solarpanel, über welches sie von der Sonne aufgeladen werden. Mit Spenden werden Solarlampen finanziert und eingekauft bei der Firma Villageboom von Thomas Ricke in Münster und an die Partnerkirche nach Kumasi in Ghana geschickt.  Dort werden die Lampen für zunächst drei Monate als Leihgaben an die Menschen in den Dörfern ausgeliehen. In dieser Zeit können die Familien Geld ansparen, das sie sonst für Batterien oder Petroleum ausgegeben hätten. Nach den drei Monaten können sie entscheiden, ob sie die Lampe kaufen oder wieder zurückgeben wollen. Dies ist ein Anschub für die ganze Region und für die Menschen mehr Lebensqualität.

Freundlichkeit und Glück

2008 besuchte Pfarrerin Bettina Bender, die Vorsitzende des Ghana-Ausschusses, das erste Mal das Land und es ist ihr seitdem eine Herzensangelegenheit. „Mit großer Freundlichkeit wird man überall mit You are welcome begrüßt“, erzählt Bender ihre Faszination, „obwohl ich aus einer anderen Kultur und aus dem reichen Europa komme, werde ich nicht als Fremde behandelt.“ Zudem gefällt es ihr, dass die Kirche eine sehr wichtige Rolle in der Region einnimmt. „Die Menschen führen ein einfaches Leben und sind dennoch glücklich“, so die Pfarrerin. Sie begrüßt es sehr, dass sie als Weiße in dem afrikanischen Land nicht abgelehnt wird. Die Menschen leben im Einklang mit sich wie auch mit der Natur. Doch sie möchte das Land nicht glorifizieren, denn es gibt auch Schmutz und Dreck dort. „Aber die Kirche und der Zusammenhalt wiegt vieles auf.“ Seit 2012 reist Bender jedes Jahr nach Ghana und sieht dort Entwicklungen, welche unter anderem auch mit den Solarlampen zu tun haben. Das Solarprojekt startete 2016 als ein Projekt des Partnerschaftsausschusses. Bereits 500 Lampen wurden nach Ghana gebracht, aber es gibt noch immer 500 Dörfer ohne Licht.

Wo Licht ist, ist Leben

„Wo Licht ist, ist Leben“, fasst Bender es einfach zusammen. Kinder können abends Hausaufgaben machen, Frauen können Handarbeiten machen, welche sie später wiederum verkaufen. Damit wird die Wirtschaft angekurbelt. Die Solarlampen bringen nicht nur Licht, sondern auch Handys können an ihnen auch aufgeladen werden. Für ein gesamtes Dorf ist eine solche Lampe eine große Bereicherung.
Auf Ghana kam sie, weil über das evangelische Dekanat Runkel seit 2005 eine Partnerschaft mit der Presbyterian Church of Ghana existiert. Für Bender war klar, dass eine Partnerschaft nicht auf dem Papier existieren kann, weshalb sie inzwischen regelmäßig nach Ghana reist. Die Solarlampen sind nur eines von mehreren Hilfsprojekten. Weiter unterstützt der Ausschuss durch Spenden den Bau neuer kleiner Kirchen. Es werden alte Brillen gesammelt und nach Ghana geschickt. Auch Schulbrieffreundschaften wurden initiiert.

Das Projekt Licht für Ghana finanziert sich aus Spenden. Eine Lampe kostet 20 Euro. Wer spenden möchte, meldet sich bei Bettina Bender, Adresse: Evangelisches Pfarramt in Wolfenhausen, Bornbachstraße 43, Telefon: (0 64 75) 525, E-Mail: ev.kirchengemeinde.wolfenhausen@ekhn-net.de


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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