Elbbachbrücke in Elz – Behelfsbrücke ab 11. November im Betrieb

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1,7 Millionen Euro investiert der Landkreis Limburg-Weilburg in den Neubau der Brücke über den Elbbach in Elz. Gemeinsam mit Bürgermeister Horst Kaiser hat Landrat Michael Köberle den ersten Spatenstich für den Ersatzbau der Elbbachbrücke vollzogen.

Seit Anfang September gehen die Arbeiten an der Elbbachbrücke in Elz Stück für Stück voran. Ende September fanden Sondierungsmaßnahmen der Kampfmittelbeseitigung statt. Bis zum 11. November soll die Behelfsbrücke stehen. Dann wird die Elbbachbrücke gesperrt. Die Behelfsbrücke ist einspurig bis 3,5 Tonnen befahrbar. Eine Ampel regelt den Verkehr. Für den Durchgangsverkehr findet eine weiträumige Umleitung über die B 8 über Staffel, Limburg und Offheim statt. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke nutzen. Die Schulkinder müssen dann in die Ortsmitte laufen, um mit den Schulbussen zu den Schulen zu kommen. Die Bushaltestellen in der Offheimer Straße werden nicht mehr angefahren. August 2020 soll die Massnahme fertig sein. Der Landkreis investiert dafür 1,7 Millionen Euro.

Sondierung Kampfmittelbeseitigung

Ende September begannen Sondierungsarbeiten durch den Kampfmittelräumdienst vom zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt. Beim RP Darmstadt liegen historische Luftbilder vor. Gemäß dortiger Stellungnahme sind in den Bereichen, in denen durch Nachkriegsbebauungen bereits bodeneingreifende Baumaßnahmen bis zu einer Tiefe von mindestens fünf Metern durchgeführt wurden, keine Kampfmittelräummaßnahmen notwendig, so Jan Kieserg, Pressesprecher des Landkreises auf Nachfrage. Im Bereich der Behelfsbrücke, wo es bisher keine Bebauung gab sowie für die spätere Bohrpfahlherstellung, welche tiefer als fünf Meter gehen, im Bereich der Widerlager und des Mittelpfeilers der Brücke ist dagegen eine baubegleitende Untersuchung, eine sogenannte Sondierung, auf Kampfmittel durch eine Fachfirma erforderlich.  Gefunden wurde bei dieser Sondierung nichts.

Brückenbau Elz Elbbach
Die Kampfmittelbeseitigung sondiert die Fläche rund um die Brücke über den Elbbach auf Kampfmittelrückstände.

Spatenstich für die Behelfsbrücke

Landrat Michael Köberle vollzog am Montag gemeinsam mit Bürgermeister Horst Kaiser den ersten Spatenstich für den Ersatzneubau der Elbbachbrücke.  „Die Verkehrsteilnehmer sowie Anwohner bitte ich um Verständnis für die lange Zeit der Beeinträchtigung. Dafür wird der Neubau der Elbbachbrücke einschließlich der anderen Arbeiten die künftige Nutzbarkeit und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer deutlich und auf lange Zeit verbessern. Die Nutzungsdauer der neuen Brücke wird bei immerhin rund 70 bis 80 Jahren liegen“, so Landrat Michael Köberle. Zudem bedankten er und der Bürgermeister sich bei der Familie Sinning, welche ihre Einfahrt und Teile des Grundstückes für die Arbeiten zur Verfügung stellen. Zudem ging ein Dank an den ehemaligen Landrat Manfred Michel, der sich für eine Behelfsbrücke einsetzte, statt einer Vollsperrung während des Neubaus. Täglich fahren 10.000 Fahrzeuge über die Brücke, die wichtig für die Region sei, so Kaiser.
Wenn die Behelfsbrücke steht, welche auf der nördlichen Seite der Elbbachbrücke über das Gelände der Firma Sinning verläuft, beginnt der Abriss der Elbbachbrücke, welche neu gebaut werden soll.

Brückenbau Elz Elbbach Köberle Kaiser
Landrat Michael Köberle (li) und Bürgermeister Horst Kaiser vollzogen den ersten Spatenstich für den Bau der Behelfsbrücke.

Investition von 1,7 Millionen Euro

Der Landkreis Limburg-Weilburg führt die Baumaßnahme durch. Die Planung und baulichen Abwicklung der Maßnahme liegen beim Ingenieur-Büro Bendel und Partner in Limburg. Die Firma Peter Gross Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG in Koblenz führt die Bauarbeiten durch. Die Auftragssumme für die gesamte Baumaßnahme beläuft sich auf insgesamt 1.735.398,43 Euro brutto. Das Land Hessen unterstützt die Maßnahme mit Fördermittel in Höhe von bis zu 1.275.400 Euro.
Ein solcher Ersatzneubau ist schon seit vielen Jahren im Investitionsprogramm des Landkreises enthalten. Das alte Bauwerk umfasst eine Zweifeldbrücke in Spannbetonbauweise von 1965. Die noch ältere Gründungsstruktur der Widerlager und Mittelpfeiler wurde damals weitgehend weitergenutzt. Die Brücke hat am Westende ein Widerlager unmittelbar am Bachufer. Zwischen Mittelpfeiler und östlichem Widerlager liegt ein Streifen der Bachaue. „Die Brücke befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und muss dringend erneuert werden. Die Gehwege auf der Brücke und im Bereich der Mühlgrabenüberführung sind ebenfalls sehr schadhaft und zu schmal“, erläuterte Landrat Köberle.

Brückenbau Elz Elbbach

Der vorhandene Spannbetonüberbau der alten Brücke wird vollständig abgebrochen. Die vorhandenen Widerlager werden im Bereich der Auflagerbänke teilweise abgebrochen. Mittels neu herzustellender Bohrpfähle, insgesamt sieben Stück mit Einzellängen von zwölf bis 13 Metern, wird das Bauwerk neu gegründet. Die vorhandenen Widerlager dienen anschließend als Verblendmauerwerk. Das neue Brückenbauwerk wird ebenfalls als Zweifeld-Bauwerk in Spannbetonweise errichtet. Der Mittelpfeiler wird bis zum Fundament abgebrochen. Der neu herzustellende Pfeiler in Stahlbetonbauweise wird fugenlos an den Überbau angeschlossen. Die neue Fahrbahnbreite liegt bei sechs Metern, die Gehwege werden auf beiden Seiten künftig zwei Meter breit sein. Der Umbau der Mühlgrabenüberführung umfasst die Verbreiterung der Gehwege auf beiden Seiten auf zwei Meter sowie die Sanierung des restlichen Bauwerks.

Busverkehr für die Schüler

Die Behelfsbrücke mit Gehweg ist für den Busverkehr nicht befahrbar. Die Busse können dann weder aus Richtung Offheim das Neubaugebiet Fleckenberg anfahren, noch können die Busse aus Elz in Richtung Offheim fahren. Die Bushaltestellen am evangelischen Gemeindezentrum sowie in der Offheimer Straße werden in der Zeit demnach nicht angefahren werden, da es für die Busse aus Offheim keine Wendemöglichkeit gibt. Schüler aus dem Neubaugebiet Fleckenberg müssen dann bis zur Bushaltestelle in der Hadamarer Straße laufen. Der Bus aus Offheim zur Fürst-Johann-Ludwig-Schule wird über die B8 aus Richtung Limburg durch Elz zur Schule fahren. Nach Schulschluss wird er auf diesem Weg zurück nach Offheim geführt. Der Busverkehr wird mit der gleichen Anzahl an Fahrzeugen und Platzkapazitäten wie derzeit auch zur Fürst-Johann-Ludwig-Schule wie auch nach Limburg für die Schüler der Marienschule unterwegs sein.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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