Elz will plastikfrei werden

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Manchmal nehmen Themen eine Eigendynamik an und es kommt zu einer Entwicklung, die am Anfang nicht zu erahnen war. Dies passierte jetzt bei den Bemühungen der Gemeinde Elz, den Plastikmüll bei Veranstaltungen zu reduzieren.

Im August 2018 stellte die SPD Elz den Antrag, bei den jährlich stattfindenden Festen Plastikmüll zu vermeiden. Damit möchte sie mit der Zeit gehen. Bereits im Februar war dies Thema im Bau- und Umweltausschuss. Es stand die Idee im Raum, ein Spülmobil anzuschaffen, was bis zu 22.000 Euro kosten würde. Der Ausschuss verständigte sich darauf, ob bei den Vereinen ein Bedarf für ein Spülmobil bestehen würde. Denn ohne die Mitarbeit der Vereine sei der Weg zu einem plastikfreien Elz nicht möglich.

Kein großer Bedarf bei den Vereinen

Bei den Vereinen selbst gab es keinen mehrheitlichen Bedarf, stellte Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) letzte Woche in der Ausschusssitzung vor. Elf Vereine teilten der Gemeinde mit, dass sie ein Spülmobil nutzen würden. 13 Vereine meldeten, dass sie keinen Bedarf haben. Von 18 Vereinen fehlte bis letzte Woche noch die Rückmeldung. Während die Gemeinde auf die Rückmeldung der Vereine wartete, startete ein Elzer Bürger eine Eigeninitiative. „Nicht erst in diesem Jahr reifte in mir der Plan, der Gemeinde Elz ein Dankeschön zu sagen für die mehr als 70 Jahre, in denen ich mich in Elz sehr wohl fühle“, so Günter Cox. Aus diesem Grund setzte er sich mit den Bürgermeister in Verbindung und beschaffte für 1050 Euro eine gewerbliche Spülmaschine, welche im Rathaus steht.

Durch den zentralen Standort im Rathaus kann diese Spülmaschine beim Eiszauber genutzt werden. Hier wurde vor allem kritisiert, dass jedes Jahr Unmengen an Styroporbechern für den Glühwein im Müll landen. Auch bei anderen Märkten steht diese Spülmaschine zur Verfügung und kann durch die Vereine genutzt werden. Der Ausschussvorsitzende Frank Zei (SPD) bedankte sich im Namen aller bei Günter Cox für dieses Engagement.

Zukünftig Glühwein aus Tassen

Die Gemeinde Elz wird nun im nächsten Schritt 1500 Glühweintassen anschaffen. Die Betreiber der Buden haben empfohlen, diese in zwei Farben zu besorgen, damit alkoholisch und nicht-alkoholischer Glühwein erkenntlich ist.
Mit der Frage nach dem Bedarf nach einem Spülmobil fragte die Gemeinde auch ab, welches Porzellan den ein Verein benötigen würde. Neues Porzellan soll erstmal nicht angeschafft werden, sondern erst die Bestände gesichtet werden, die es in der Gemeinde gibt. Die Idee vom Bürgermeister, einen Verein zu fragen, ob er sein Porzellan verleihen würde, kam nicht so gut im Ausschuss an. Der Ausschuss wünscht sich lieber einen zentralen Ort, wo das Porzellan gelagert ist und von dort ausgeliehen werden kann. „Wenn etwas kaputt geht, gibt es nur Ärger“, so Walter Schaaf (CDU). Kaiser möchte dennoch erstmal mit den Vereinen reden für einen gemeinsamen Weg. Andreas Schenk (CDU) bemerkte jedoch auch, dass nicht jeder Verein jetzt nicht anfangen sollte, Porzellan zu kaufen, sondern dass ein verwalteter Pool am meisten Sinn für die Gemeinde mache.



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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