Equal Pay Day – gleiches Entgelt für gleiche Arbeit

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Am 18.März ist der Equal Pay Day. Entstanden ist der Tag 1988 in den USA. 2007 wurde der Grundstein für diesen Tag in Deutschland gelegt. 

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Der equal pay day markiert den Zeitraum, den Frauen in Deutschland über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Aktuell sind das 78 Tage.

Angenommen Männer und Frauen bekommen den gleichen Stundenlohn: Dann steht der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Der equal pay day wird bundesweit von einem Aktionsbündnis aus Wirtschaftsverbänden und Frauenorganisationen organisiert. Der Abbau von Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern ist gemeinsames Ziel.

Informationsstand Marienschule

Der Arbeitskreis Frau und Beruf sowie die Katholischen Frauen Deutschlands informieren am Montag,18. März, 9 Uhr, an einem Informationsstand zum Thema „Wertsache Arbeit – Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit“ in der Marienschule Limburg.

Deutschland gehört zu den Ländern mit dem größten Unterschied bei der Bezahlung von Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen 21 Prozent weniger als Männer, und dies trotz gleicher Leistung.

„Die Fakten sind unstrittig“, so die Leiterin des Arbeitskreises und Kreisfrauenbeauftragte Ute Jungmann-Hauff.

– 70 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind Frauen

– Frauen arbeiten in schlechter bezahlten Jobs

– Frauen arbeiten in Teilzeit

– nach Elternzeit kommt der Karriereknick

„Die hohe Differenz kommt auch zu Stande, weil Frauen oft im Pflege- und Erziehungsbereich tätig sind, und dies Berufe sind, die trotz ihrer immensen Bedeutung für die Gesellschaft schlecht bezahlt werden. Hier braucht es endlich Lösungen, gerechte und gute Bezahlung für die Menschen, die in den sozialen Berufen arbeiten“, so Ute Jungmann-Hauff.

Frauen haben „Recht auf Mehr!“

Der Arbeitskreis Frau und Beruf sowie die Katholischen Frauen Deutschlands fordern:

  • die Einhaltung bestehender Tarifverträge und die korrekte Anwendung des gesetzlichen Mindestlohns als Lohnuntergrenze, weil Frauen besonders häufig für Dumpinglöhne arbeiten müssen
  • einen Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung, damit Frauen nach einer familienbedingten Reduzierung ihre Arbeitszeit wieder aufstocken können
  • gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, damit Unternehmen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis geschlechtergerecht zu gestalten
  • alle Arbeitsverhältnisse sozial abzusichern, um alle Beschäftigten bei der Durchsetzung ihres Anspruches auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei vielem anderen mehr zu unterstützen.

KAB: Frauenberufe müssen finanziell aufgewertet werden

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Diözesanverband Limburg, mahnt zum Equal-Pay-Day eine deutliche Aufwertung von Frauenberufen an: „Es ist ein Skandal, dass Frauen immer noch 77 Tage im Jahr mehr arbeiten müssen, um annährend den Jahresverdienst von Männern zu erreichen“, erklärt Thomas Diekmann, Diözesanvorsitzender der KAB Limburg, zum Equal-Pay-Day am 18. März. Die strukturelle Ungerechtigkeit sorge dafür, dass Frauenberufe weiterhin zum Niedriglohnbereich gehören, Vorstandsetagen vorwiegend von Männern besetzt werden, Erziehungs- und Pflegearbeit von Frauen geleistet werde und nicht zuletzt Altersarmut weiterhin ein Problem von Frauen ist.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausweiten

„Die Aufwertung von so genannten Frauenberufen in Pflege und Erziehung darf nicht nur in Sonntagsreden Thema sein, sondern muss sich auch in Gehalt und Lohn der Frauen deutlich niederschlagen“, erklärte der KAB-Diözesanvorsitzende. Nach wie vor seien Frauen in besonderem Maße von Altersarmut betroffen, weil schlechte Entlohnung, Erziehungs-, Familien- und Pflegearbeit zu Lasten von Frauen und deren Alterssicherung gehe.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse daher dringend weiter ausgebaut werden, damit Frauen und Alleinerziehende eine echte Teilhabe am wirtschaftlichen und politischen Leben ermöglicht werde. „Erziehung und Pflege ist eine gesellschaftliche Aufgabe und muss für Frauen und Männer gleichermaßen zu leisten sein“, so Diekmann.

Gleichberechtigung ist eine Querschnittsaufgabe

Gleichberechtigung und gerechte Entlohnung sei eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe und müsse in allen Bereichen der Wirtschaft umgesetzt werden. „In den Vorstandsetagen muss endlich Schluss sein mit freiwilligen Vereinbarungen. Um Frauen ihren zustehenden Anteil an Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu gewährleisten, müssen endlich verbindliche Quoten eingeführt werden“, fordert die KAB.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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