Equal Pay Day und Frauentag – Den Frauen eine Stimme geben

Der Equal Pay Day ist in diesem Jahr am 7. März. Er macht auf die Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Morgen ist zudem der internationale Frauentag. Daher findet ihr einige Artikel zu dem Thema auf der Nachrichtenseite.

Seit einigen Jahren verringert sich der Unterschied zwischen dem Bruttoverdienst bei Frauen und Männern ganz leicht. Dennoch verdienen Frauen auch heute noch immer 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dabei fielen die Unterschiede in Westdeutschland mit 20 Prozent stärker auf als im Osten mit 6 Prozent Differenz (Quelle Statis)

Lohnlücke zwischen den Geschlechtern

Pro Stunde verdienten Frauen im Jahr 2020 18,62 Euro brutto. Sie verdienten 4,16 Euro die Stunde weniger als die Männer. Die 18 Prozent in Tage umgerechnet, bedeutet, dass Frauen vom 1. Januar an 66 Tage umsonst arbeiten. Daher findet in diesem Jahr der Equal Pay Day am 7.März statt und fällt so mit dem Frauentag am 8.März zusammen. Zwei wichtige Tage, um auf die Frauen in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen. Mit dieser Lohnlücke sind wir in Deutschland Schlusslicht im europäischen Vergleich.

Auf den Landkreis bei Frauen in der Vollbeschäftigung geschaut, zeigt sich, dass Die Lohnlücke in der Stadt mit 11,9 Prozent geringer ist als im ländlichen Raum mit 15 Prozent. Die Daten der sozialversicherungspflichtigen Frauen zeigt, dass nur die Hälfte in Vollzeit tätig ist. Dementsprechend hoch ist der Anteil von Frauen in teilzeitbeschäftigter Arbeit. Dies zeigen Daten des der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratische Frauen (AsF), welche diese Samstagmorgen an einem Infostand in der Fußgängerzone von Limburg vorstellten.

Ursachen für die Lohnlücke

Für die Lohnlücke kommen verschiedene Ursachen in Frage:

  1. Bei der Wahl der Berufe gibt es starke Rollenstereotypen. Während Frauen häufig in den personenbezogenen, sozialen Dienstleistungssektor zu finden sind wie Krankenschwester oder Erzieherin, mit geringen Verdienst- und Aufstiegschancen, schauen Männer eher nach Berufen mit überdurchschnittlichem Verdienst und Karrieremöglichkeiten.
  2. Frauen in Entscheidungs- und Leitungspositionen sind noch immer selten.
  3. Die familienbedingten Unterbrechungen haben einen größeren Einfluss auf die Arbeit der Frau als auf die Arbeit des Mannes. Noch immer gilt das Bild des männlichen Ernährers und der weiblichen Carearbeit innerhalb der Familie. Und die Frauen nehmen für die Familie häufig einen Karriereknick in Kauf.
  4. Frauentypische Berufe sind bis heute schlechter bewertet als männertypische Berufe.
  5. Fehlende Gehaltstransparenz lässt bestehende Entgeltunterschiede unentdeckt.

Und wir müssen uns bewusst machen, dass eine bestehende Lohnlücke im Berufsleben auch zu einer späteren Lücke in den Rentenbezügen führt, so dass Frauen stärker von Altersarmut betroffen sind als Männer.

Frauen leisten Carearbeit

Ein Grund für die Lohnlücke ist diese, dass Frauen meisten die Carearbeit in der Familie leisten, so die Vorsitzende der AsF, Theda Ockenga. In der Fußgängerzone fragten sie die Frauen und Männer, was diese an Carearbeit leisten. Dazu gehören die offensichtlichen Dinge, wie Wäsche waschen, Wohnung aufräumen, einkaufen, Brotbüchsen zurecht machen. Aber auch so Dinge wie die Termine für die Hobbies und Vereine, Besorgungen von Geschenken oder die Suche nach dem richtigen Urlaub gehören zur Carearbeit dazu. Kinderbetreuung und Altenpflege, familiäre Unterstützung oder Hilfe unter Freunden – dies sind alles Dinge, die in diesen Bereich gehören. Diese Arbeit wird zumeist von den Frauen geleistet. Und auch in der Corona-Pandemie waren es zumeist die Frauen, die ihre Arbeitszeit reduziert haben, um Kinderbetreuung und Homeschooling im Lockdown leisten zu können (Quelle Hans Böckler Stiftung)

Forderungen für die Frauen

Die sozialdemokratischen Frauen haben ganz klare Forderungen, denn die Lohnlücke im Berufsleben führt später auch zu einer Altersarmut in der Rente. „Armut ist weiblich“, so Alicia Bokler. Daher fordern die Frauen, dass die Sorgearbeit wie die Kindererziehung, die Pflege naher Angehöriger und das Besorgen des Haushaltes nicht alleine auf den weiblichen Schultern liegen darf, sondern fair verteilt werden muss. Sie begrüßen die Anhebung des Mindestlohn auf 12 Euro und unterstützen den Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie über angemessene, armutsfeste Mindestlöhne zur Stärkung des Tarifsystems. Zur Schließung der Lohnlücke zwischen Männer und Frauen unterstützen sie die Erweiterung der Entgelttransparenz. Zudem setzen sie sich für mehr Frauen in Führungspositionen ein. Und durch Erweiterung der Brückenteilzeit soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken.

Es ist wichtig, immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen, bis kein Unterschied mehr im Verdienst für Männer und Frauen existiert. In der Region setzen sich verschiedene Frauen für das Thema ein. In den verlinkten Beiträgen findet ihr verschiedene Statements und Inhalte, welche die Frauen in den Mittelpunkt rücken und aufzeigen, wo es noch fehlt und wo sich etwas tun muss.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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