Eventveranstalter bieten ihre Unterstützung an

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Die derzeitige Situation stellt für alle eine Herausforderung dar. Als erstes traf es die Eventfirmen und Messebauer. Doch diese möchten nicht untätig herumsitzen, sondern ihr Knowhow und ihre Manpower zur Verfügung stellen.

Es haben sich noch wenig Menschen im Landkreis Gedanken darüber gemacht, was mit dem Coronavirus auf uns zukommen könnte, da mussten die Eventfirmen bereits mit den ersten Absagen kämpfen. Die erste abgesagte Veranstaltung im Landkreis war die Weinmesse, welche am 1. März stattfinden sollte. Und danach war es reihum zu hören, wie eine Veranstaltung nach der anderen ausfiel. Dies war nicht nur hier im Landkreis so, sondern deutschlandweit wurden die großen Messen und Events auf Eis gelegt.

„Denkt hinterher an uns!“

Manche Unternehmen wissen nicht, wann es für sie weitergeht. Manche haben im erst August die ersten Veranstaltungen im Kalender stehen. Das generelle Verbot von Veranstaltungen fordert auch bei ihnen ein Umdenken. Sie möchten den Kopf nicht hängen lassen und eine Gruppe von Eventfirmen und Veranstaltungstechnikern möchten gerne darauf aufmerksam machen, dass sie da sind und sich einbringen möchten. Dabei geht es ihnen nicht darum, sich zu bereichern, sondern die Region zu unterstützen. Das Ganze verbinden sie mit einer Bitte: „Wenn alles rum ist, dann denkt an uns und bucht uns wieder!“

Schon tatkräftig geholfen hat Gunnar Zessel mit seiner Limburger Firma NA+1. Wände aus dem Messebau hat er umkonzipiert zu Schutzwänden und die ersten Wände stehen im Edeka Dorchheim, damit Kunden und Mitarbeiter geschützt sind. Seit 30 Jahren plant, konzipiert und realisiert er einzigartige Events und exklusive Messebauten und für ihn hagelt es derzeit nur Absagen. „Meine Agentur befindet sich quasi im Dornröschenschlaf“, so Zessel auf Nachfrage. Dennoch ist er fleißig dabei, dass vierte Quartal zu planen und ebenfalls „ein vielversprechendes Jahr 2021.“ Durch die derzeitige Situation musste er bereits Mitte März einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Dennoch stehen sie im regelmäßigen Kontakt und treffen sich zu Online-Konferenzen, um neue Ideen zu entwickeln. Sein Angebot in dieser Zeit – Im Fokus steht die Flächenbebauung mit flexiblen Rahmenkonstruktionen ohne Höhen- und Längenbeschränkung in jeder Größenordnung für Quarantäne- und Hilfsstationen, sowie Stell- und Trennwände für Abschottungen aller Art. „Wir haben für jedes Projekt die passende Lösung“, so Zessel.

Aufbau von technischen Infrastrukturen

Leonard Abel aus Obertiefenbach hat seine Firma ablevents als Elektrofachkraft im Nebenerwerb laufen. Er hatte für dieses Jahr viel geplant und sei für einige Veranstaltungen angefragt gewesen, doch es wurde „alles auf Eis gelegt.“ Er ist in der Lage Strominfrastruktursysteme wie Notbeleuchtungen oder auch Zeltbeleuchtungen aufzubauen. Zudem könne er Elektrofachkräfte besorgen. Er würde sein Material verleihen und auch Arbeitskräfte stellen. „Die Unkosten müssten gedeckt sein“, so Abel. Auch bisher hatte er schon Material verliehen, welches immer gepflegt und gewartet wird, bevor es in den nächsten Einsatz kommt. Für ihn ist es selbstverständlich, dass in den jetzigen Zeiten eine strengere Reinigung stattfinden wird nach dem Verleih.

Vor kurzem machte sich Uli Heene mit seiner Firma Apollon3 Veranstaltungstechnik aus Waldbrunn, welche seit 1991 besteht, hauptberuflich selbständig und hat noch ein Lager angemietet für seine gesamte Technik, bevor die Situation den Landkreis so richtig traf. Sein Vermieter kam ihm aus Kulanz zum Glück entgegen, was die Miete betrifft. Eigene Mitarbeiter hat er zum Glück noch nicht angestellt, diese bucht er bei Bedarf hinzu. Seine letzte Veranstaltung war der Meet-Woch des Zukunftsforums in Mengerskirchen am 11. März und danach nur Absagen. Auch er kann beim Aufbau von Infrastrukturen mit Verstromung und Verkabelung behilflich sein. „Wenn irgendwo Manpower benötigt wird, bin ich da“, so Heene, „es ist für uns selbstverständlich, zu helfen.“ Er würde sich ein Umdenken in der Gesellschaft wünschen, dass die Menschen wieder mehr die lokalen Geschäfte und Unternehmen unterstützen. Und er wünscht sich mehr Miteinander und Rücksichtnahme. „Denkt wieder an mich, wenn es weitergeht“, so Heene abschließend.

Kostenloses Material für Hilsorganisationen

Auch Christian Bill von Bill Veranstaltungstechnik aus Hadamar möchte helfen: „Wenn das Zeug nur rumsteht, stellen wir es gerne zur Verfügung.“ Und da er selbst im Katastrophenschutz der Feuerwehr tätig ist, ist es für ihn selbstverständlich, mit anzupacken, wenn er gebraucht wird.
Ein weiterer Eventveranstalter ist Sascha Schuster mit dem Unternehmen *unicateevents Veranstaltungstechnik aus Altendiez. Neben Messe- und Bühnenbau stellt er auch Dienstleistungen für Licht-, Ton- und Videotechnik. Dabei kann er auf ein großes Netzwerk an Technikern, Gestaltern und Logistikern zurückgreifen. Bis Ende Mai wurden ihm erstmal alle Veranstaltungen abgesagt und seine Mitarbeiter befinden sich derzeit in Kurzarbeit. „Wir bieten Unternehmen an, die Ihre Produkte noch präsentieren wollen, dieses mit Live Streams im Internet zu übertragen“, so Schuster zu seinem Angebot, „Allen Hilfsorganisationen können bei uns kostenlos Material bekommen zum Bau von Infrastrukturen. Kabelbrücken, Kabel, Traversen und Layher Stahlkonstruktion für Kabelübergänge oder Beschallungsanlagen für Durchsagen.“ Sie stehen weiterhin zur Verfügung, wenn es um die Planung von Veranstaltungen geht und es wird auch so lange nichts berechnet, wie nicht sicher ist, dass die Veranstaltung durchgeführt wird. So könne gewährleistet werden, dass es direkt losgehen kann, sobald Veranstaltungen wieder durchgeführt werden können.

Und alle richten den Appell an die Menschen, sich lokal zu orientieren, wenn es darum geht, Dinge einzukaufen. Denn die Situation trifft alle. Auch sollen sie überlegen, was sie wirklich brauchen und ob sich manche Anschaffungen nicht auf der Zeit nach der Krise schieben lassen, um dann die Geschäfte und Unternehmen vor Ort zu unterstützen. „Haltet zusammen und danach feiern wir das pure Leben!“, so Zessel.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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