Ausgelassene Stimmung bei der Frauenfastnacht in Wilsenroth

Sehr gerne besuche ich die kleine, aber feine Frauenfastnacht-Sitzung der Frauengemeinschaft Wilsenroth in der Unterkirche. So auch gestern Abend. Eine kurzweilige, lustige Sitzung wurde geboten.

In dem kleinen Raum der Unterkirche steppt der Bär, wenn die Wilsenrother Frauen zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung in dem Raum, die sich auch nicht durch Technikprobleme und Texthänger minderte. Vielmehr wurde sie dadurch noch angeheizt. Und wenn die Musik nicht geht, dann wird der Ausmarsch der Gruppen eben selbst geklatscht. Und wenn die Vortragenden nicht wissen, wo sie im Text sind, wird gelacht und ihnen die Zeit gegeben, die richtige Passage zu finden. Ungezwungen und in lockerer Runde – fast wie zu Hause im Wohnzimmer.

Sketche geben Einblicke ins Dorfgeschehen

Bereits die Kleinsten durften auf der Bühne ihr Debüt geben. Und da unterhalten sich die zwei Schulmädchen Emma Plotz und Fiona Piras ihr Familienleben, aber auch über die Menschen im Ort. Sie gaben einen sehr guten Einstand und sind hoffentlich auch die nächsten Jahre zu sehen. Bereits alte Hasen auf der Bühne waren Anna und Katharina Plotz, die so manche Geschichte aus dem Dorf für ihre Sprüche aufgriffen. Das sich der Arzt des Vertrauens auch mal als Fehlgriff herausstellen kann, musste Rudi Ratlos (Meike Kaiser) erleben. Eigentlich kam sie zu Prof. Dr. Dr. Witzig (Simone Jung), um etwas gegen ihr Armzucken zu unternehmen. Dieser wollte ein neuartiges Gerät, einen Neutralisator an ihm ausprobieren. Am Ende hatte er noch die zuckende Zunge von Baron von Klotz (Silke Brahm) und das zuckende Bein von Erna Schnabeltasse (Maja Jeuck). Als dann die hochschwangere Mimi Moritz in die Praxis kam, suchte Rudi Ratlos lieber das Weite. Der Sketch sorgte für viele Lacher. Wie es im Pfarrbüro zugehen kann, zeigten Christa und Simone Plotz. Eine Beichthotline muss her, um den Pfarrer zu entlasten. Das Besprechen des Anrufbeantworters blieb natürlich nicht ohne Pannen.

Hochamt ist wie Kappensitzung

Um das Bärbelchen in die Kirche zu bekommen, meinte die Oma, dies sei wie eine Kappensitzung. Als das Enkelchen aus der Kirche zurückkam, musste sie ihrer Oma widersprechen. Sehr amüsant zogen Simone und Anna Plotz die Parallelen oder Nichtparallelen zwischen beiden Veranstaltungen. Die Predigt sei nichts gewesen, so das Enkelchen, denn am Ende hätte niemand geklatscht. Und wie verrückt es in einer Schulklasse zugehen kann, zeigte die Frauengemeinschaft. Da werden Fragen richtig oder falsch beantwortet, da gibt es Kappeleien und fliegende Papierkügelchen. Ein Spaß, der viele Lacher kassierte. Das Leben eines Topmodels wollten Sabine Immel und Annette Gresser gerne führen. Und das es nicht mal Worte bedarf, um eine Geschichte zu erzählen, zeigte Simone Reichwein mit ihrer erstklassigen Pantomime.

Fliegende Beine

Damit es nicht nur etwas für die Ohren gab, lockerten die Tänze das Programm auf. Die Tanzgruppe „Ninjas“ aus Hintermeilingen zeigte sich kämpferisch auf der Bühne, während die Gruppe Relax als finstere Hexen das Herz beben ließen. In die Zeit von Heino und seinen größten Hits entführte die Donnerstagsgruppe mit „Heinis“. Absolut ein Highlight auch der Elferrat als Synchronschwimmer der deutschen Olympiamannschaft. Elegant in blau-weiß-gestreiften Anzügen kraulten sie über die Bühne. Es war wie immer ein bunter Abend mit sehr viel Spaß und guter Laune, durch den humoristisch und abwechslungsreich Simone Plotz führte. Mit Notizen auf ihren Zettelchen, aber auch spontanen Einlagen war sie nie um ein Wort verlegen.

Einige Eindrücke habe ich in der Fotostrecke für Euch zusammengefasst.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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