Freude zur Planung der B8-Umgehung

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Gestern gab das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen bekannt, dass der Bund mehr Geld zur Verfügung stellt, damit wichtige Bundesstraßenprojekte in die Planung gehen können. Freude herrscht darüber, dass die Stadt Limburg die Planungen für die B8-Umgehung in Lindenholzhausen beginnen kann. Aber es gibt auch kritische Stimmen. 

Der Bund ist das Projektvolumen für Hessen im laufenden Bundesverkehrswegeplan 2030 von 3,6 auf 8,2 Milliarden Euro angehoben. Bisher wurde immer verneint, wenn es darum ging, dass Kommunen solche Projekte planen, sondern nur Hessen Mobil sei dafür zuständig. Doch da fehlen ausreichend Mitarbeiter. Derzeit gibt es eine Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und Hessen Mobil bei der Planung von Radwegen an Landstraßen. Dieses Zusammenarbeit soll nun erweitert werden, dass die Kommunen auch Straßenprojekte planen können und vom Land Geld dafür erhalten. Zehn dringliche Bundesstraßenbauprojekte bietet das Hessische Ministerium jetzt den Kommunen zur Planung gegen Kostenerstattung an, worunter auch die B8-Umgehung in Lindenholzhausen fällt. (Quellen Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie Nassauische Neue Presse)

Reaktionen auf die Ankündigung

Für die Ortsvorsteherin von Lindenholzhausen, Barbara Bäcker (CDU), ist dies eine gute Nachricht, denn sie ist der Meinung, dass sich die Wohnqualität im Ort verbessern wird. Auch Bürgermeister Marius Hahn (SPD) freut sich, weil sich mit diesem Schritt endlich eine jahrelange Forderung erfüllt. Er möchte nun alles Erforderliche in die Wege leiten, um diese Planung schnellstmöglich umzusetzen. Für die CDU Limburg ist es eine „wegweisende“ Entscheidung. Auf Facebook teilt sie mit, dass „nach Jahrzehnten (!) des berechtigten Forderns endlich entscheidende Schritte zur Realisierung der Ortsumgehung im größten Stadtteil angegangen werden“ können. Weiter heißt es: „Das sind hervorragende Nachrichten nicht zuletzt für die Anwohner der (bald!) „alten“ B 8. Als CDU begleiten wir diese Maßnahmen, für die wir seit Jahren im Stadtparlament kämpfen, weiter engagiert und konstruktiv.“

Kritische Töne zur Entscheidung

Marion Schardt-Sauer, MdL, (FDP) begrüßt die Entscheidung, haben die Liberalen doch seit Jahren mit der SPD für diesen Weg im Stadtparlament gekämpft, wie sie in einer Pressemitteilung verlauten lässt. Noch im April 2019 habe Verkehrsminister Tarek Al Wazir dies strikt abgelehnt, als Schardt-Sauer eine Anfrage an ihn stellte. Dennoch sieht sie die Entscheidung auch etwas kritisch. „Ein Wehrmutstropfen bleibt aber für die Region“, so Schardt-Sauer. Denn Niederbrechen soll nach der überraschenden Verwerfung der bisherigen Vorplanung nicht die Gelegenheit bekommen, schneller zur Umgehung zu kommen.

Tobias Kress, der Vorsitzende der FDP in Brechen ergänzt: „Wenn nun von Waldems-Esch bis Lindenholzhausen nur noch Niederbrechen ohne Umgehungsstraße bleibt, dann wird bei uns das Nadelöhr für den ganzen Südkreis entstehen.“ Auch Brechen hat bereits vor einiger Zeit angeboten, die Planungen zu übernehmen und die Kosten vorzustrecken. Das Ministerium lehnte dies ab. „Warum Niederbrechen nicht in der vom Verkehrsminister angekündigten Maßnahme ist, erschließt sich mir nicht, da auch die Ortsumgehung in Niederbrechen im vordringlichen Bedarf des Bundes ist, wie Lindenholzhausen auch“ so Kress. Bei seinem Besuch in Niederbrechen kurz vor der Landtagswahl erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) persönlich, dass ab 2021 neue Planungskapazitäten frei würden. Gerne möchten ihn die Freien Demokraten an diese Aussage erinnern. Sie fordern auch für Niederbrechen endlich eine Perspektive, wann die Bürger mit einer Entlastung rechnen können.

Auch einige Bürger aus der Limburger Innenstadt sehen diese Nachricht in den sozialen Netzwerken kritisch. Sie freuen sich zwar über die Entlastung in Lindenholzhausen. Eine Südumgehung für die Innenstadt selbst sehen sie jedoch in sehr weite Ferne rücken.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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