#FridaysforFuture – „Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar“

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Heute am 15. März ist der internationale Klimastreiktag. In 112 Ländern und über 1200 Städten gehen die Menschen, vornehmlich Schüler und Studenten, auf die Straße, um für einen besseren Klimaschutz zu streiken. In Deutschland soll es über 200 Proteste geben. Auch in Limburg gingen die Schüler wieder auf die Straße. Hessenweit sollen an die 25.000 Schüler auf die Straße gegangen sein. 

Auch vom schlechten Wetter ließen sich viele Schüler und Schülerinnen nicht abhalten und gingen zum zweiten Mal für ihre Forderungen auf die Straße. Rund 150 Schüler kamen diesmal zusammen, um für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrieren. Tatkräftige Unterstützung gab es von Politikern, die beim Marsch durch die Innenstadt mit liefen.

Positive Resonanz auf politisches Engagement

Im Vorfeld sprach ich mit Franziska Vogel, eine der Organisatorinnen in Limburg. Auf die letzte Demo vor zwei Wochen gab es viel positive Resonanz. Vor allem das politische Engagement sei gelobt worden. Durch die heutigen weltweiten Demonstrationen fühlt sie sich in ihrem Anliegen bestärkt. „Wir können das Problem nicht alleine lösen, sondern nur international“, so die Schülerin. Auch privat setzt sie sich ein. In ihrer Tasche hat sie immer einen Stoffbeutel dabei und versucht auch beim Einkaufen Müll zu reduzieren. Viele Wege fährt sie mit dem Rad, geht zu Fuss oder nimmt die öffentlichen Verkehrsmittel, damit ihre Eltern sie nicht fahren müssen.

Auf die Frage nach der Demo zur Schulzeit hat sie auch eine klare Antwort. „Wir haben so viel Unterrichtsausfall, da passiert nichts, aber wenn wir demonstrieren, ist Schule auf einmal so wichtig.“ Auch ihre Umgebung weist sie darauf hin, wenn sie umweltschädliches Verhalten sieht. „Es betrifft uns doch alle.“

Es waren weniger Schüler als beim letzten Mal, was die Organisatoren auch auf das schlechte Wetter schoben. Aber „es geht nicht um die Anzahl, sondern um unsere Ziele.“ Und die sind recht klar definiert – der Ausstieg aus dem Kohlebau, mehr erneuerbare Energie und dass die Politik endlich aufwacht und etwas tut, anstatt einfach nur zuzuschauen. Zwischendurch wurden immer wieder Sprechchöre laut: „Change the System not the climate“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsre Zukunft klaut.“

Eine Schülerin meinte, dass sie selbst auch mit schuld sind an der Situation, denn sie wurden in diese Gesellschaft hineingeboren und das Konsumverhalten wurde ihnen vorgelebt und haben sie so erlernt. Aber es sei an ihnen, aufzustehen und dagegen zu protestieren, damit sie alle noch eine lebenswerte Zukunft haben. Auch machten die Schüler klar, dass es hier nicht um Jung gegen Alt geht oder um eine Partei gegen eine andere, sondern um die Zukunft aller auf einem lebenswerten Planeten.

Politische Unterstützung

Mit den Schülern lief auf Tobias Eckert (SPD), MdL, mit und zeigt damit seine volle Unterstützung. „Es zeigt, dass es die unpolitische Jugend nicht gibt.“ Sie mischen sich ein und äußern ihre Meinung. Dies würde den Kern der Demokratie ausmachen.

Auch Jörg Zimmermann, Die Linke, beteiligte sich an der Demo. „Die Linke zeigt sich solidarisch mit den Schülern und unterstützt den Protest.“ Auch ihm ist daran gelegen, dass sich etwas ändert. Dazu reicht es nicht wie in Limburg nur die E-Mobilität zu propagieren oder nur im kleinen etwas zu bewegen. Dazu gehört ein Systemwechsel und den Lifestyle kompatibel mit der Umwelt zu machen und dabei sei die Politik gefordert.

Bürgermeister Marius Hahn (SPD) sprach ebenfalls zu den Schülern. „Toll, dass ihr auch bei diesem Wetter eure Überzeugung vertretet.“ Gerne bietet er ein Gesprächstermin an und nimmt Ideen der Schüler auf, was noch gemacht werden kann. Wobei Limburg schon einiges machen würde wie Jobticket oder Carsharing. Eine Empfehlung hatte er auch für die Schüler. Um den Diskussionen aus dem Weg zu gehen, dass sie die Schule schwänzen, sollten sie Samstagvormittag auf die Straße gehen.

Organisation über soziale Medien

Sie organisieren sich über die sozialen Medien, um zusammenzufinden und ihre Demo zu planen. Auf Instagram sind sie zu finden unter FridaysForFuture_lm. Und die Schüler finden Zustimmung, denn auch die Eltern organisieren sich in WhatsApp-Gruppen wie ParentsForFuture.

Die Ansichten sind sehr unterschiedlich. Die einen verurteilen die Schüler dafür, dass sie die Schule schwänzen und nicht in ihrer Freizeit demonstrieren gehen. Von den anderem Teil erhalten die Jugendlichen breite Unterstützung.

Diskussionen entfacht

Natürlich hat der Klimastreiktag auch die Diskussionen wieder entfacht, ob die Schüler während der Schulzeit demonstrieren dürfen. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW hat die Schulen in Hessen dazu aufgerufen, den Klimaschutz-Protesttag nicht zu sanktionieren. „Das Bildungssystem soll nicht nur Kenntnisse in schulischen Fächern wie Mathematik, Rechtschreibung oder Fremdsprachen vermitteln“, sagte Vorsitzende Maike Wiedwald am Donnerstag in Frankfurt. Es müsse in der Schule immer auch darum gehen, junge Menschen „an eine mündige Teilhabe an der Gesellschaft heranzuführen“. Die Schulämter haben gesagt, dass den teilnehmenden Schülern an der Demo Fehlzeiten aufgeschrieben werden sollen. Das nehmen diese in Kauf.

Die Initiatoren von #FridaysForFuture aus Schweden, Deutschland, Belgien, USA,Schottland und Großbritannien appellieren an die Politik und die Erwachsenen, sich ihnen anzuschließen (Quelle FAZ). Es ist die junge Generation, welche mit den Versäumnissen der älteren Generationen leben müssen. Daher fordern sie sie auf, sich ihnen anzuschließen und endlich den Klimaschutz konsequent zu leben und umzusetzen.
Unterstützung erhalten die jungen Menschen bereits von Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie haben als Scienetists for Future eine Stellungsnahme veröffentlicht,welche bereits 24.000 Unterzeichner hat. Auch sie nehmen die Politik in die Verantwortung, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein schnelles Handeln zu schaffen.

Mehr zum Thema auch bei König-Limburg, der sich überlegt, ob während der Schulzeit demonstriert werden sollte.



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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