Mit dem Friedensvogel den Kindern eine Stimme geben

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Micha Steinhauer möchte mit seinem Friedensvogelprojekt den Kindern eine Stimme geben gegen Gewalt und für den Frieden. Am 27.Mai startet das Projekt auf dem Europaplatz in Limburg und Millionen Menschen sollen erreicht werden. 

Eine riesige Erdkugel wird von den Händen getragen, Fröhlichkeit erklingt. „Wir halten die Erde in unseren Händen und müssen auf sie aufpassen.“ So könnte es sein, wenn Micha Steinhauer mit den Kindern zusammen kommt und mit ihnen im Rahmen seines Friedensvogel-Projektes interagiert. Am Montag geht es los.

Den Kindern eine Stimme geben

Seit vielen Jahren arbeitet Micha Steinhauer mit Kindern zusammen. Über seinen Sohn engagierte er sich an der Schule und gründete eine Phantasie-AG und seit rund 15 Jahren gestaltet er als freischaffender Künstler die Ferienspiele in Hadamar mit. „Ich verzaubere die Kinder und erzähle Geschichten, in denen sie mitten drin sind“, so Steinhauer. In dieser Arbeit kommt er immer sehr nahe an die Kinder heran und erlebt, dass sie „staunende, kreative, kooperative, lebendige, mitfühlende Wesen“ sind. Er bietet den Kindern verschiedene Situationen an und sie können ihre wirkliche Natur ausleben. „Am Anfang sind da lauter kleine Egoisten, doch dies verliert sich sehr schnell.“

Bei dieser Arbeit erlebt er immer wieder, dass auch die Kinder sich Gedanken um ihre Zukunft machen. „Es betrübt mich, wenn ich von den Kindern höre, dass sie sich Sorgen um die Welt machen“, so Steinhauer. Sie würden fragen, ob wieder Krieg ausbrechen kann. Sie wünschen sich, dass Tiere nicht geschlagen werden. Sie wünschen sich ein friedliches Miteinander der Menschen. Dabei sind selten die Worte, die ihn so betrüben, sondern der Ausdruck in ihren Gesichtern. „Kinder haben oftmals nicht die Möglichkeit, ihre Gefühle in Worte auszudrücken.“ Mit dem Friedensvogel-Projekt möchte er den Kindern nun eine Stimme geben. „Wir müssen die Erwachsenen immer mehr daran erinnern, dass sie die Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder tragen“, so der Künstler. Und dies möchte er verdeutlichen durch eine große Erdkugel und möchte darauf aufmerksam machen, dass die Welt bewahrt werden muss.

Millionen Menschen erreichen

Mit seinem Friedensvogelprojekt möchte er die Menschen erreichen. Die Schirmherrschaft hat der Limburger Bürgermeister Marius Hahn übernommen. Vom Lions Club ist Steinhauer als „Held des Alltags“ für dieses Projekt ausgezeichnet worden. Mit seinem Erdball möchte er 1000 Kilometer unterwegs sein und über drei Jahre sieben mal sieben Wochen unterwegs sein. Er würde sich wünschen, wenn von Woche zu Woche mehr Menschen sich an dem Projekt beteiligen. „Als Bild habe ich einen großen Kieselstein im Kopf, den ich ins Wasser werfe und er immer größere Kreise zieht. Ich möchte Millionen Menschen erreichen“, so Steinhauer.

Neben der Erdkugel möchte er mit den Beteiligten Singen und Tanzen und ein Theater entwickeln. Gerne würde er auch während des Projektes einen großen Friedensvogel bauen, der dann immer mitreist. Dafür fehlen jedoch noch Gelder, um dies zu realisieren. Sein Projekt ist interkulturell, generationsverbindend, völkerverbindend. Er möchte ein Zeichen setzen, dass es so wie es derzeit läuft, einfach nicht weitergehen kann.

Einen Einblick erhaltet ihr im nachfolgenden Video:

Sinnsuche mit dem Vaterwerden

Sein ganzes Denken hat sich verändert als er Vater wurde, erzählt Micha Steinhauer. Mit 18 Jahren organisiere er regelmäßige Sonntagsflohmärkte für Autos. Es war leicht verdientes Geld mit viel Freizeit. Als er dann Vater wurde, hinterfragte er sich selbst: „Was für ein Vater will er sein.“ Er viel in ein Loch, denn er merkte, dass ihm eine sinnvolle Aufgabe fehlte. „Mein erstes Kind war ein Wunder für mich, welches mein Leben völlig umgekrempelt hat“, erinnert er sich. Und so begab er sich mit seinem Sohn auf eine große Sinnsuche. Es war für ihn die richtige Entscheidung, alles alte los zu lassen und etwas Neues zu beginnen. Im Rahmen dieser Sinnsuche gründete er die Phantasiothek.



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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