Frische Ideen für den Goldenen Grund

Bestehendes weiterentwickeln, Vorhandenes umdefinieren und Fehlendes ergänzen – so lassen sich die Abschlussprüfungen der Studierenden der Fachschule Wirtschaft, Fachrichtung Catering an der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg zusammenfassen. Allen Projekten war gemein, dass sie frische Ideen für den Goldenen Grund mitbrachten.

Fünf verschiedene Projekte wurden am Freitag bei den Projektpräsentationen vorgestellt. Aufgrund von Corona war die Situation für alle neu, denn eine Präsentation in digitaler Form hat es vorher noch nie gegeben. Insgesamt waren die Arbeiten durch Corona geprägt, persönliche Kontakte waren nicht so umfangreich möglich und so fand die Prüfungsphase unter erschwerten Bedingungen statt. Unabhängig davon haben sich die fünf Studierenden mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt und in einer Analyse der Stärken und Schwächen geschaut, welche Potentiale ihre Projekte haben.

Mobiler Dorfladen

Vom mobilen Dorfladen über die Einrichtung eines Automobilmuseums bis hin zur Weiterentwicklung von Restaurants sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement nach Kneipp zeigten die Studierenden auf, welche die Region kulinarisch, touristisch und im täglichen Leben weiter voranbringen können. Ihre eigenen Analysen haben sie mit Umfragen untermauert. Dabei handelte es sich bei den Projekten nicht nur um bloße Theorie, sondern es besteht bei den Studierenden das große Interesse, diese als Gründer in der Region auch umzusetzen.

Im Goldenen Grund gibt es insgesamt 20 Ortschaften und nur in sieben Ortschaften befinden sich auch Lebensmittelgeschäfte. Von diesem Ist-Zustand ging Lisa Stahl aus. Sie setzte sich mit der Frage auseinander, ob der Goldene Grund einen mobilen Dorfladen benötigt. Dabei geht es ihr nicht nur darum, die Menschen zu erreichen. Sie möchte ebenfalls die 25 verschiedenen Erzeuger in der Region mit ins Boot zu holen. Dadurch könne sie regionale wie auch saisonale Produkte anbieten. Bei ihrer Umfrage wollte sie von den Teilnehmern wissen, welche Produkte sie erwerben würden und welche Uhrzeit passend wäre.

Insgesamt zeigte sich, dass ein mobiler Dorfladen großes Potential habe. Jedoch reiche es laut Umfrage nicht aus, nur alleine mit dem mobilen Dorfladen unterwegs zu sein. Sie empfiehlt von Anfang an eine Kombination des mobilen Dorfladen mit einem Online-Shop zum Vorbestellen sowie einem Lieferdienst. Mit diesem kombinierten Angebot sei es möglich, viele Kunden zu erreichen. Durch Corona war sie bisher leider nur in der Lage, das Projekt aus Kundensicht zu präsentieren. Ein Gespräch mit den Erzeugern der Region war leider noch nicht möglich.

Automobilmuseum in Oberbrechen

Ein weiteres, sehr vielversprechendes Konzept einer Nachnutzung bestehender Strukturen präsentierte Felix Fein. Er beschäftigte sich mit der Frage, ob eine alte Tankstelle in Oberbrechen, verkehrsgünstig direkt an der B8 gelegen, zu einem Automobilmuseum umgebaut werden könnte. Seine Umfrage erhielt große Aufmerksamkeit. Innerhalb von zwei Wochen nahmen über 200 daran teil. Es zeigte sich, dass ein großes Interesse daran besteht, solch eine Location vor Ort zu haben. Mit wechselnden Ausstellungen unter verschiedenen Themen könnten sich die Teilnehmenden seiner Umfrage sehr gut vorstellen, ein solches Museum regelmäßig zu besuchen. Zudem möchte er gerne Unternehmen vor Ort einbinden, um Veranstaltungen wie „Benzingespräche“ anzubieten. Als Schwäche arbeitete er heraus, dass die Fläche derzeit etwas eingeschränkt ist und erstmal hohe Investitionen notwendig wären, um die alte Tankstelle umzubauen. Aber er sieht die Chance eines hohen Touristenaufkommens für den Goldenen Grund. Bei bestehenden Oldtimerclubs in der Region stieß das Projekt auf positive Resonanz.

Restaurants und Gesundheitsmanagement

Wie bestehende Strukturen verbessert werden könnten, damit setzten sich Joel Schäfer sowie Robin Schmitt auseinander. Bei Joel Schäfer ging es um die Aufwertung des Restaurants im Kulturhaus in Bad Camberg, um es zukünftig attraktiver zu gestalten. Bei Robin Schmitt ging es um die Weiterentwicklung der Eventlocation FERMAs in Oberbrechen zu einem Restaurant á la carte. Beide zeigten auf, wo die Stärken und Schwächen liegen und mit welcher Konkurrenz zu rechnen ist. Beide zogen für sich die Schlussfolgerung, dass die Projekte anzugehen seien. Dabei hatten beide jeweils auch im Blick, mit hochwertigen, regionalen sowie saisonalen Produkten zu werben.

Der Goldenen Grund hat einen positiven Ruf als Kneipp Region. Mit den fünf Säulen von Kneipp – Wasser, Bewegung, Kräuter, Balance und Ernährung – setzte sich Celina Klein auseinander. In Anlehnung daran erarbeitete sie ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Im ersten Schritt schaute sie dabei auf Arbeitnehmer:innen im Gesundheitsbereich und dem Problem des Schichtdienstes, welcher sich auf die Gesundheit auswirkt. Mit Flyern über Ernährung, Bewegung und Balance de Körpers möchte sie den Arbeitsnehmer:innen Dinge an die Hand geben, eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.

Bis auf das Thema vom Robin Schmitt sind alles Themen aus dem interkommunalen Projekt Regionalmarketing Goldener Grund, bei dem die vier Kommunen Bad Camberg, Brechen, Hünfelden sowie Selters (Taunus) eine gemeinsame Wort-Bild-Marke zum Goldenen Grund entwickeln wollen.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert