Gegenseitiger Respekt allen Menschen gegenüber – Podiumsdiskussion der UID Limburg

Die Union Internationaler Demokraten (UID) Hessen und Limburg luden zu einer Informationsveranstaltung sowie Podiumsdiskussion zur Hessenwahl ein. Die Nichtregierungsorganisation UID hat zum Ziel, die Bürger sowohl mit deutschem als auch nicht-deutschem Pass aktuell über die Wahl zu informieren und darüberhinaus grundsätzlich für eine aktive Beteiligung in der Politik zu gewinnen.

Zeynel Bekmez, Vorsitzender der UID Limburg, begrüßte die rund 50 Anwesenden. Bevor es an die Podiumsdiskussion ging, gab es für die Zuhörer einen Einblick in die Wahl – wie viel Stimmen hat jeder? Wer kann gewählt werden? Wie läuft die Wahl ab? Und vor allem wurden die Anwesenden aufgefordert, zur Wahl zu gehen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Danach ging es in die Podiumsdiskussion. Moderator war der freie JournalistTeyfik Özcan. Teilnehmer waren Landratskandidat Jörg Sauer (SPD), Yüksel Özcelik, Landtagskandidat der Allianz Deutscher Demokraten, ehemaliger Europaparlamentsabgeordneter Ozan Ceyhun sowie Prof. Dr. Jan Werner (CDU). Sie sprachen über viele Facetten der Bildung, aber auch über den Alltagsrassismus den Türken und anderen Migranten gegenüber.

Falsche Integrationspolitik

Bei den verschiedenen Themen kamen alle Diskutanten immer wieder auf einen Nenner zurück – jahrelang wurde eine falsche Integrationspolitik betrieben und bis heute seien die Wurzeln wichtiger als der Fakt, dass jemand schon über 60 Jahre in Deutschland wohnt und Deutschland als Heimat ansieht. Die allgemeine Grundhaltung den Migranten gegenüber sei sehr kritisch und die Medien tragen ihren Teil auch dazu. Bei Menschen mit türkischen oder auch russischen Wurzeln heißt es immer „der Deutsch-Türke“ oder „Deutsch-Russe“. Aber noch nie habe er der „Deutsch-Franzose“ oder „Deutsch-Pole“ gehört, so Ceyhun. „Wir sind Deutsche und Türken“, so der ehemalige Europaabgeordnete weiter.

Der Moderator Özcan kritisierte auch, dass noch immer Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. „Es verstehen immer noch zu wenige, dass man zwei Identitäten haben kann, zwei Präsidenten mögen kann oder zwei Ländern lieben kann“, so Özcan. Und dieses Denken macht sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar – Kinder mit Migrationshintergrund werden schlechter benotet oder fallen bei Bewertungen hinten runter und auch die kritische Berichterstattung, bei der die Wurzeln immer eine Rolle spielen, fördere nicht das Zusammenleben.

Intensivere Zusammenarbeit

Für Jörg Sauer gibt es einen Grundsatz, der nicht zu verrücken ist: „Alle Menschen sind gleich.“ Aber die Situation kann nur gemeinsam gelöst werden und nicht alleine. „Wir müssen uns zusammensetzen, denn nur gemeinsam können wir was ändern.“ Es reiche nicht nur, von oben Gesetze zu erlassen. Sondern auf den untersten Ebenen müssen diese umgesetzt werden. Er möchte sich als Landrat dafür einsetzen, dass über gesamtgesellschaftliche Initiativen etwas in Bewegung gesetzt wird.
Prof. Jan Werner sieht die Lösung nicht anonymen Bewerbungen, um mehr Menschen mit Migrationshintergrund in einen Job zu bekommen. „Wenn ich jemanden nicht will, dann schmeiße ich ihn eben in der Probezeit hinaus“, so Werner. Aber auf kurz oder lang stelle dies kein Problem mehr dar, da es in den Unternehmen Fachkräftemangel gibt und. Und wenn alle gut lernen und einen guten Schulabschluss haben, dann kämen die Unternehmen an ihnen nicht mehr vorbei.

Auch nach der moderierten Podiumsdiskussion entspann sich eine interessante Diskussion mit den Zuhörern. Diese stellten ihrerseits Fragen zur Inklusion an den Schulen trotz Fachkräftemangel, zur Ausbildung von Lehrern mit interkulturellen Kompetenzen oder wie gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

2 Gedanken zu „Gegenseitiger Respekt allen Menschen gegenüber – Podiumsdiskussion der UID Limburg

  • 23. Oktober 2018 um 6:09
    Permalink

    Es hat uns sehr gefreut das sie erschienen sind Frau Lachnit. Sie sind immer herzlich wilkommen. Lieben Dank nochmal
    MfG
    Bekmez

    Antwort
    • 23. Oktober 2018 um 6:17
      Permalink

      Es war ein interessantes Format, welches viel häufiger vor Wahlen durchgeführt werden sollte. Vor allem die Aufklärung zur Wahl allgemein fand ich sehr gut.
      Freundliche Grüße
      Heike Lachnit

      Antwort

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