Gehannsdoag in Elz – Unerschrocken und standhaft bleiben

Am gestrigen Abend feierten die Elzer ihren Gehannsdoag an der Johanneskapelle am Ortsausgang Richtung Niederhadamar. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1891, als die Kapelle damals gebaut wurde.

Rund 160 Elzer fanden gestern den Weg zur Johanneskapelle, um den Gehannsdoag zu feiern. Gemeinsam mit den Elzer Musikanten sowie Pfarrer Gereon Rehberg gedachten sie dem Schutzpatron Johannes der Täufer. Bereits um 1641 erbaute Fürst Johann Ludwig eine Kapelle aufgrund einer Heilquelle dort in der Nähe. In den Wirren der Koalitionskriege 1799-1802 geriet die Kapelle stark in Mitleidenschaft. 1891 wurde diese dank einer großzügigen Spende wieder aufgebaut (Quelle und mehr zum geschichtlichen Hintergrund NNP vom 23.Juni). Besonders Josef Schmitt, der Vorsitzende vom Geschichts- und Museumsverein Elz, hat zur Geschichte der Kapelle recherchiert.

Wegbereiter und Stimme des Herrn

Johannes der Täufer sei ein ungewöhnlicher Mensch gewesen, so Pfarrer Rehberg. Unerschrocken und furchtlos habe er den Weg für den Herrn bereitet. Und als es so weit war, so er ohne Konkurrenzkampf in die zweite Reihe getreten. Dabei sei Johannes ein Mensch gewesen, der auch den Mächtigeren gegenüber für seine Meinung eingetreten ist. Dies wünsche sich Pfarrer Rehberg auch manchmal von den Gläubigen heute. „Wir folgen ihm, indem wir unerschrocken und standhaft bleiben, auch wenn es mal ungemütlich wird“, so Rehberg. Und er forderte die Anwesenden auf, bei Ungerechtigkeiten ihre Stimme zu erheben. Im Anschluss an den Gottesdienst zündete die Kirmesburschen 2018 das Johannisfeuer an.

Johannestag

Am Johannestag oder auch Johannistag wird der Geburtstag von Johannes dem Täufer am 24. Juni gefeiert. Er war Jesus ein halbes Jahr voraus und bereitete ihm den Weg. Der Tag steht zudem in enger Verbindung mit der Sommersonnenwende, weshalb es auch immer ein Johannisfeuer entzündet wird. Der Geburtstag von Johannes wurde nach dem Lukasevangelium nach der Geburt Jesu berechnet. Sehr passend ist dieser gewählt, weil er auf den längsten Tag des Tages fällt, während Jesu Geburt auf den kürzesten Tag fällt. Dazu passend auch der Täuferspruch: „Er muss wachsen, aber ich muss kleiner werden.“ Johannes Geburtstag zählt neben Jesus und Marias zu den drei Geburtstagen, die gefeiert werden und zu denen in der katholischen Kirche auch ein Hochfest begangen wird. (Quelle Wikipedia) Das Johannisfeuer ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt und wird seit dem 14. Jahrhundert traditionell entzündet, um Dämonen und Krankheiten abzuwehren.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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