Gemeinsam für den Schwimmbaderhalt

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Am Samstag traf sich die DLRG Landesjugend zu ihrem Herbst-Landesjugendforum in der Jugendherberge in Limburg. Ein Thema waren die sinkenden Möglichkeiten der Sportstätten. Der Hallenbadverein Offheim stellte sein Konzept vor und zeigte, wie gemeinsam ein Schwimmbad erhalten werden kann. 

Der Vorstand der DLRG Landesjugend besuchte vor einem halben Jahr das geschlossene Schwimmbad in Pfungstadt und sie waren sehr erschrocken, wie es dort aussah. Es ist ein Thema, was die gesamte DLRG beschäftigt. Wenn die Sportstätten wegfallen, können sie weder ihre eigene Ausbildung machen, noch können sie den Kindern oder den Schulen Schwimmunterricht anbieten. Und Schwimmunterricht ist sehr wichtig, denn Menschen, die nicht schwimmen können, sind am Wasser gefährdet. Laut der DLRG ertranken in den ersten acht Monaten des Jahres 348 Menschen, die wohl gar nicht oder nur schlecht schwimmen konnten. Und ein Grund ist die massenhafte Bäderschließung.

Schwimmbaderhalt als Verein

Zu Gast waren Wolfgang Dillhöfer und Georg Westerfeld, welche beide im Hallenbadverein Offheim aktiv sind. Sie gaben einen Einblick in die Geschichte der Vereinsgründung und wie sich der Verein trägt. Im nächsten Jahr gibt es den Hallenbadverein seit 15 Jahren und dieser steht auf einem soliden Fundament. Als im November 2003 die Gerüchte zur Schließung gab, handelte es sich um das vierte Hallenbad, welches im Kreis geschlossen werden sollte. Die Stadt wollte Geld sparen und strich daher die Kosten im Haushalt. „Wir waten alle zunächst geschockt und aufgerüttelt“, erinnerte sich Georg Westerfeld. Dann schlossen sich die Vereine zu Protesten zusammen, aber auch die halfen nichts. So gründeten 80 Personen im Januar 2004 den Hallenbadverein Offheim. Ein Jahr nutzte der Verein dazu, Mitglieder zu gewinnen und die Stadt davon zu überzeugen, dass Bad zu bekommen. Besitzer des Hallenbades ist noch immer die Stadt, hat es aber an den Verein verpachtet.

Wiedereröffnung mit 1200 Mitgliedern

Ostern 20055 konnte der Verein das Schwimmbad wieder eröffnen und blickte inzwischen auf 1200 Mitglieder. Heute hat der Verein rund 6000 Mitglieder, von denen rund 4000 Mitglieder Beitrag bezahlen. Da die Stadt nur für die äußere Hülle verantwortlich ist, müssen alle Maßnahmen im Bad von dem Verein getragen werden. Zu Beginn wurden sehr viele Arbeiten ehrenamtlich geleistet. Bis heute wurden rund 800.000 Euro in die Sanierung des Hallenbades gesteckt. Das Becken wurde zu einem Folienbecken umgebaut, die Wasseraufbereitung wurde erneuert sowie auch die Lüftungsanlage. Die Elektronik in den Duschen wurde umgestellt und die Duschböden saniert. Das Bad erhielt neue Fensterflächen und der Beckenumgang musste saniert werden. Im kommenden Jahr sollen die Beckenfolie sowie die Decken saniert sowie mit moderner LED-Beleuchtung ausgestattet werden. Für diese Maßnahmen rechnet der Verein mit Ausgaben von 150.000 Euro.

400.000 Euro Betriebskosten im Jahr

Mit den Lohnkosten, den Wassergebühren, den Nebenkosten sowie den Instandhaltungen kommen im Jahr rund 400.000 Euro Betriebskosten auf den Verein zu. Zwar erhält der Verein auch Fördermittel durch das Land und die Kommunen, aber den größten Teil der Ausgaben müssen sie selbst tragen. In 2018 hatte der Verein mit allen Mitteln Einnahmen von 449.704 Euro sowie Ausgaben von 430.525 Euro. „Wir schaffen es immer, eine Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben zu halten“, so Westerfeld.

Der Betrieb ist rund um die Uhr voll ausgelastet. Bereits um 5.30 Uhr öffnet das Bad für die Frühschwimmer. Drei Tage die Woche kommen vormittags die Schulen. Rund 900 Kinder haben die Woche Schwimmunterricht, rund 34.000 Kinder im Jahr, wofür der Landkreis 34.000 Euro zahlt. An einem Tag kommt die Bundespolizei zum Schwimmen ins Hallenbad. Donnerstag ist der Warmbadetag. Am Nachmittag kommen neben der DLRG auch der Schwimmverein, die Triathlon Equipe sowie andere Vereine. Betrieb ist bis abends 22 Uhr. Nur in den Sommerferien ist das bad geschlossen, um eine Generalreinigung vorzunehmen und Instandhaltungsmaßnahmen.

Fehlende Schwimmzeiten

Wolfgang Dillhöfer wies darauf hin, dass die DLRG für den Schwimmunterricht Wartelisten führe. Es fehlen im Landkreis die Bäder und die Wasserzeiten. In den Bädern, welche es im Landkreis noch gibt, gebe es keine freien Zeiten mehr, welche die DLRG nutzen könne. „Wir können gar nicht allen Anfragen gerecht werden“, so Dillhöfer.
Aber insgesamt verwiesen die beiden darauf, dass der Schwimmbaderhalt gemeinsam gelungen sei, weil alle an einem Strang gezogen haben. Daher sei dies eventuell auch eine Lösung für andere Bäder, um diese weiterhin zu erhalten.

Politische Bildung bei der Landesjugend

Weitere Themen beim Herbst-Landesjugendforum war die Situation der Jugendarbeit vor Ort und was sich die Gruppierungen eventuell vom Landesverband wünschen oder wo es gut läuft. Im Rahmen einer Beachparty gab es eine lockere Runde für den Austausch. Neben dem Kerngeschäft der DLRG macht sich der Landesjugendverband auch stark in der politischen Bildung für seine Mitglieder. Ein Thema zusammen mit dem DLRG-Landesverband ist die Prävention sowie Intervention bei sexualisierter Gewalt. Vor allem die Prävention ist das Thema bei der Landesjugend.
Ein weiteres Thema war die außerplanmäßige Neuwahl eines Vorsitzenden, da der bisherige Vorsitzende Fabian Hubert aus beruflichen Gründen zurücktreten musste. Katharina Andrasch von Domby sowie René Rörig stellten sich zur Wahl. Mit neun zu acht Stimmen wurde von Domby als neue Vorsitzende gewählt. Wer Interesse hat, mehr über die Jugendarbeit in der DLRG zu erfahren, kann sich im Landkreis an die DLRG Jugend Limburg-Weilburg wenden.

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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