Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

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Wer mit offenen Augen durch die Region läuft, sieht an mehreren Stellen Gabionen stehen mit unterschiedlichen Steinen oder auch Glas gefüllt sowie einer Infotafel. Sie alle markieren Punkte im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Die Geologie einer Region bestimmt diese maßgeblich in ihrer Entwicklung mit. Damit dieses Gut nicht verloren geht, wurde im Jahr 2000 das Europäische Geopark Netzwerk (EGN) gegründet. Und seit 2002 unterstützt die UNESCO weltweit die Auszeichnung von Geoparks. In Europa gibt es inzwischen 69 Geoparks in 23 europäischen Ländern, in Deutschland gibt es 16 Geoparks. Einer dieser Geoparks befindet sich in unserer Region – der nationale Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus lädt ein zum Entdecken interessanter Orte.
Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus lädt ein zum Entdecken interessanter Orte.

3800 Quadratkilometer große Geopark

Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus umfasst insgesamt 3900 Quadratkilometer Fläche. Das Motto lautet „Wo Marmor, Stein und Eisen bricht – und der Ton die Musik macht“. Neben dem Landkreis Limburg-Weilburg gehören auch der Lahn-Dill-Kreis, ein Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die Landkreise Altenkirchen und Westerwald sowie den äußersten Nordosten von Rheinland-Pfalz dazu. Im Geopark befinden sich das Rheinische Schiefergebirge sowie große Teile von Taunus und Westerwald mit dem dazwischenliegenden Lahntal. Hier finden sich 400 Millionen Jahre Erdgeschichte sowie 2500 Jahre Bergbaugeschichte.

Die unterschiedlichsten Gesteine finden sich in diesem Raum und geben verschiedene Einblicke in die Erdgeschichte – paläozoische Sandsteine finden sich neben Schiefer und Kalken, Erzlagerstätten aus dem Altertum liegen neben den jüngeren Gesteinen Basalt und Ton. Viele dieser Gesteine nutzten die Menschen als Rohstoffe. An den einzelnen Punkten erhalten die Besucher Einblicke in die Gesteine, ihre Verwendung oder ihre Bedeutung. Die Entwicklung der Gesteinsarten, aber auch ihr Einfluss auf die Kultur- und Sozialgeschichte der Region sind Thema an den verschiedenen Punkten des Geoparks. In der Region können über 400 Millionen Jahre Erd- sowie über 2.500 Jahre Bergbaugeschichte entdeckt werden.

GeoPunkte im Landkreis Limburg-Weilburg

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es einige GeoPunkte, die es zu entdecken gibt.

Domberg Limburg

Beim Domberg Limburg handelt es sich um ein Geotop, welches vor 420 bis 360 Millionen Jahren entstand. Der Fels besteht hauptsächlich aus Aragonit, Calcit und dolomitischen Kalkstein. Die Kelten waren die ersten dauerhaften Besiedler, wie Funde belegen. Das Schloss Limburg wie auch der Dom wurden hauptsächlich aus Kalkstein errichtet.

St. Lubentius Basilika Dietkirchen

Ihrem Standort verdankt die St. Lubentius Basilika in Dietkirchen die Bezeichnung als Geotop. Sie thront auf einem Kalksteinfelsen, dessen Entstehung wohl 375 Millionen Jahre zurückliegt. Bereits 4.000 Jahre vor Christus begann die Besiedlung dieses Ortes.

Die St. Lubentius Basilika Dietkirchen ist ein Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Glasmuseum Hadamar

Das Glasmuseum Hadamar ist in der ehemaligen Fürstenwohnung untergebracht. Die Geschichte um Glas in Hadamar erhält einen würdevollen Rahmen durch filigrane Stuckdecken, hochwertige Parkettböden sowie Kamine aus Lahnmarmor.

Ewige Eis Dornburg

Das Ewige Eis in Dornburg ist ein einmaliges Naturphänomen im Westerwald. Auch an heißen Tagen ist es in dem Stollen sehr kühl und sogar Vereisungen können auftreten. Durch Ein- und Austrittsöffnungen in dem Berg entsteht eine Kaminwirkung, welche diesen Effekt erzeugt.

Lahn-Marmor-Museum Villmar

Der Lahn-Marmor war ein wichtiges Gestein in der Region. Das Lahn-Marmor-Museum in Villmar widmet sich zum einen seiner Entstehung, aber auch seiner industriellen Bedeutung. Neben dem Museum gibt es den Unica-Steinbruch, bei dem der Besucher einen interessanten Blick in den Marmor erhält.

Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

In Weilburg wurde bis in die 50er Jahre hinein Eisenerz abgebaut. Davon erzählt das Bergbau-und Stadtmuseum und ermöglicht einen interessanten Blick in einen detailgetreuen Nachbau eines Stollens. Neben der Geschichte zum Bergbau erfährt der Besucher auch etwas über die historische, architektonische und politische Stadtgeschichte.

Geopfad Weilburg – Aufschluss

Das Landtor zum Zentrum der Stadt Weilburg ist ein interessantes Zeugnis der erdkundlichen Geschichte des Landkreises. In dem Tor sind verschiedene Gesteine verbaut wie der dünnbank-knollige Kalkstein des Oberdevons, Riffkalkstein aus Wirbelau sowie Ablagerungen von Riff-Schutt.

Kubacher Kristallhöhle

Die Kubacher Kristallhöhle ist eine Höhle aus der Eiszeit. Mit dem Abtauchen über 426 Stufen in die Tiefe begeben sich die Besucher auf eine Entdeckungsreise in die Erdgeschichte. Erst im 19. Jahrhundert wurde diese Höhle gefunden. Ihre genaue Größe ist bis heute nicht bekannt.

Die Kubacher Kristallhöhle ist ein Geopunkt im Geoparkt Westerwald-Lahn-Taunus.

Burg Runkel

Im 11. Jahrhundert wurde die Burg Runkel aus Kalkstein aus dem benachbarten Kalkwerk errichtet. Sie thront über der Lahn auf einem Kegel aus grünen Schalstein. Es wird davon ausgegangen, dass der Schalstein auf der Turmseite früher abrutschte, wodurch der ursprüngliche Turm zerstört wurde.

Weitere GeoPunkte

  • Wassermuseum Löhnberg
  • Burgruine Freienfels
  • Selterswassermuseum

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es einige Geopunkte.

 



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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