Grill- und Umwelthütte für Elz – Umweltbildung für alle

Ein neuer Grillplatz ist schon länger Thema in der Gemeindevertretung. In den vergangenen Monaten wurden die Pläne nochmal weiterentwickelt und es soll eine Grill- und Umwelthütte auf dem Gelände beim Schützenverein entstehen.

Der erste Antrag zum neuen Grillplatz stellte die CDU 2016. Anstatt eine Sanierung des alten Grillplatzes gab es die Idee, auf dem gemeindeeigenen Wiesengrundstück zwischen dem Erbach und dem Schützenhaus den neuen Grillplatz zu gestalten. Es gab einige Verzögerungen wegen der Baugenehmigung, doch vor zwei Jahren hieß es dann, es wäre schön, wenn 2021 der neue Grillplatz eingeweiht werden kann. Dann gab es den Punkt, dass eine klassische Grillhütte nicht genehmigt worden wäre. So kam die Idee, diesen mit einer Umwelthütte zu verbinden.

Noch vor den Kommunalwahlen beschloss die Gemeindevertretung, diese Grill- und Umwelthütte zu schaffen. Im Februar hat Anja Greff von der CDU ein Nutzungskonzept für eine solche Hütte erarbeitet und stellt dieses nun in den Gremien vor. Ihr Wunsch ist es, dass es im Frühjahr den Spatenstich gibt und es endlich losgeht. Und sie ist sich sicher, dass dieses Projekt einzigartig in der Region wäre, denn ihr ist keine weitere solche Hütte bekannt.

Schulungs- und Bildungsstätte

Dabei geht es Greff nicht nur darum, eine Umwelthütte zu errichten. Sondern es ist ihr ein großes Anliegen, dass diese auch mit Leben gefüllt wird. Statt einem eingeschossigen Bau ist jetzt ein zweigeschossiges Gebäude mit Schulungsraum vorgesehen. Toiletten sind von innen und außen zugängig, es soll eine Kleinkindertoilette geben sowie eine barrierefreie Toilette. Und Anja Greff ist klar, dass ein Umdenken stattfinden muss: „Es ist weiterhin eine Grillhütte, aber die Priorität liegt auch einer Schulungs- und Bildungsstätte.“

Dabei hat sie sich nicht alleine Gedanken gemacht. Zusammen mit Andreas Schenk (CDU) und Frank Zei (SPD) vom Bauausschuss, welche das Projekt stark vorangetrieben haben, Bauamtsleiter Torsten Wahler, dem Förstern Ralf Heukelbach und Daniel Mörsdorf sowie in Gesprächen mit den Kindergärten und der Schule entstand das Konzept. Umwelterziehung soll nicht nur theoretisch, sondern praktisch vor Ort stattfinden. Und so formuliert Greff im Zielvorhaben auch: “Ziel unseres Vorhabens ist es, unseren Wald, unsere Natur und unsere Umwelt mehr in unser Leben einzubeziehen und das Interesse bei den Bürgern sowie den Kindern dafür zu wecken, den Umweltgedanken zu fördern und für die Zukunft zu sensibilisieren.

325.000 Euro für die Umsetzung geplant

Im Haushalt gibt es noch 200.000 Euro, welche für dieses Projekt zurückgehalten werden. Da die Realisierung etwas teurer wird, sind für den Haushalt 2022 weitere 125.000 eingeplant. Zudem sollen verschiedene Fördertöpfe mit einbezogen werden, um dieses Projekt zu realisieren. Vom Regierungspräsidium Gießen gab es bereits eine Genehmigung für dieses Projekt. In der Vorstellung von Anja Greff soll diese Hütte allen zur Verfügung stehen, den Kitas, Schulen, aber auch den Vereinen und Organisationen, welche sich innerhalb der Umweltbildung engagieren.

Elz sei Klimakommune, die Erlenbachschule Umweltschule, dies passe alles zusammen so Greff. Und der Umweltgedanke soll nicht nur innerhalb des Gebäudes sowie um das Gebäude herum eine Rolle spielen. Auch im Gebäude selbst muss sich dies schon widerspiegeln bei der Verwendung nachhaltiger Rohstoffe wie Holz. Von den verschiedene Stellen wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt es ganz viel Material, zum größten Teil kostenlos.

App “Die kleine Waldfibel”

Maskottchen als Wiedererkennungswert

Um die Kinder von Anfang an mit einzubeziehen und einen Wiedererkennungswert vom Kindergarten an zu schaffen, hat Greff die Idee, ein Maskottchen zu entwickeln zusammen mit den Kindern. Ihre Idee wäre die Schlange aus dem Elzer Wappen. Gerne würde sie dazu einen Wettbewerb machen. Und das Material, welches dann zur Verfügung steht, soll das Maskottchen auf dem Bild haben. Sie hat bereits jetzt das Gefühl, dass sie mit diesem Konzept ein Nerv in der Gemeinde getroffen hat.

Von den Schulen und Kitas gab es positive Rückmeldungen zu dem Projekt. Die würden eine solche wetterunabhängige Anlaufstelle sehr begrüßen. Material gibt es unwahrscheinlich viel. Neben Infomaterialien zum Thema Wald könnte sich Anja Greff auch vorstellen, dass rund um die Hütte der Bildungsgedanke mit den Jahren realisiert wird. So wäre ein Barfusspfad auf dem Weg zur Hütte eine Idee, um ein Erlebnis für die Sinne zu gestalten. Schautafeln zu den verschiedenen Themen, Insektenhotels, Nistkästen oder auch Baumstämme zum Balancieren wären weitere Ideen für den Außenbereich. Und dabei müssen die Dinge nicht mal gekauft, sondern könnten mit den Kindern zusammen hergestellt werden. Und am Ende könnte sich ein naturnaher Treffpunkt für alle im Wald entwickeln, ist sich Greff sicher.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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