Großbrand im ehemaligen Hotel Schäfer – Großübung der Feuerwehr Elz

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Rauch stieg aus den Fenstern des ehemaligen Hotel Schäfers. Aus dem ersten und zweiten Stock schauten Menschen aus den Fenstern und riefen um Hilfe. Das Feuer entstand durch eine Explosion im Heizungsraum im ersten Stock. Zügig hatte sich ein Folgebrand durch die alte Bausubstanz gefressen. Mehrere Personen waren in ihren Zimmern eingeschlossen oder lagen verletzt auf den Fluren.  

Dieses Szenario bot sich den Einsatzkräften bei einer nicht angekündigten Alarmübung der Feuerwehr Elz am Samstag nachmittag gegen 14.30 Uhr. Zusätzlich zur Elzer Feuerwehr war die Feuerwehr Malmeneich, die Feuerwehr Limburg, der Elzer Katastrophenschutz-Löschzug und der Sanitätszug des DRK mit dem DRK Elz sowie Frickhofen alarmiert worden.

Vielseitige Anforderungen an die Einsatzkräfte

Die Nachbarn aus Limburg unterstützten mit ihrer Drehleiter, einem Tanklöschfahrzeug und dem Gerätewagen Atemschutz, wie das auch der Alarmplan für solche Gebäude in Elz vorsieht. Insgesamt 78 Einsatzkräfte wirkten bei der vom Zugführer des Katastrophenschutz-Löschzugs, Dominik Hunsänger, vorbereiteten Großübung mit. Damit die Übung unter realistischen Bedingungen ablaufen konnte, war das Gebäude mit Disco-Nebel komplett verraucht worden, so dass die zahlreichen Atemschutz-Trupps mit „Null-Sicht“ zu kämpfen hatten. Ebenso mussten während der Übung realitätsnah Zimmertüren aufgebrochen werden, um an eingeschlossene Personen heran zu kommen bzw. die Räume zu kontrollieren.

Gemeindebrandinspektor Hilmar von Schenk zum Übungsziel dieser Großübung: „Übungsziel war es, insbesondere den Nachwuchskräften der beteiligten Feuerwehren die Gelegenheit zur realitätsnahen Arbeit unter Atemschutzgeräten in einem großen Gebäude mit vielen Zimmern zu geben, aber auch intern festgelegte Standards abzurufen, Führungsstrukturen aufzubauen und zu betreiben.“ Renè Jung, Stadtbrandinspektor von Limburg, sah in dieser Übung eine gute Möglichkeit, das Miteinander zwischen den verschiedenen Wehren zu üben. Auch die Schnittstellen mit dem Rettungsdienst wurden mit beübt.

Vorbereitung der Mimen

Die vermissten und verletzen Personen wurden durch echte Menschen gespielt, die durch das DRK im Vorfeld der Übung unterwiesen und „geschminkt“ wurden. Lediglich bei den zwei Personen auf dem Dach des Gebäudes, die über die Drehleitern gerettet werden mussten, handelt es sich um Übungspuppen mit rund 80 Kilogramm Gewicht. Steffen Kopp vom DRK Elz unterwies die Mimen, worauf zu achten ist. Sie sollten nicht nur geschminkt sein, wie verletzte Personen, sondern nach dem Verletzungsschema auch agieren. So hingen die einen am Fenster und riefen laut um Hilfe. Die anderen husten, da sie durch den „Rauch“ nicht mehr richtig atmen konnten. Vor der Übung wies Kopp die Mimen auch darauf hin, dass es am Anfang ein wenig chaotisch zugehen kann, da die ganzen Strukturen erst aufgebaut werden müssen. Zudem bedankte er sich für die Unterstützung, denn nur so könnten alle Einsatzkräfte Ernstfälle üben.

Es war eine sehr faszinierende Übung und die Ortsmitte von Elz war für eineinhalb Stunden komplett gesperrt. Zudem zog die Übung etliche Besucher an, die sich vor Ort einen Eindruck von der Arbeit verschaffen konnten.

Nachfolgend einige Impressionen.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „Großbrand im ehemaligen Hotel Schäfer – Großübung der Feuerwehr Elz

  • 29. September 2019 um 17:29
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    Hallo Heike,
    eine sehr aussagekräftiger Bericht über die Großübung und eine mega schöne Bilderstrecke, die die Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehren, Rettungsdienste und Probanten gut dokumentiert.

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