Großes ehrenamtliches Engagement für einen Neubau des DRK Hünfelden

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Bereits über 700 Stunden leisteten die Ehrenamtlichen des DRK OV Hünfelden alleine in diesem Jahr, um mit ihrem Neubau im Gewerbegebiet Kirberg voranzukommen. Zu Christi Himmelfahrt 2021 soll eine große Einweihung gefeiert werden. 

Die Idee ist schon älter. 2008 begann der Ortsverband mit den ersten Planungen für einen neuen Stützpunkt. Es fehlte an Lagerplatz sowie Räumlichkeiten für Schulungen und die Ausbildung. Im letzten Jahr konnte der Plan endlich umgesetzt werden. Erste Eindrücke vom Bau präsentierte der Ortsverband  mit der Vorsitzenden Christa Schneider jetzt bei einem Termin mit dem Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann (CDU).

Langer Weg bis zur Umsetzung

Kassierer Martin Pomp gab eine umfangreiche Übersicht zu den Baumaßnahmen des neuen Stützpunktes. Der ist dringend notwendig, weil der DRK Platzmangel hat, um seine Materialien zu lagern. Die Planungen begannen 2008. „Es ist viel Arbeit und es gab auch mal Zweifel, ob es der richtige Weg ist“, so Pomp. Doch bereits jetzt lässt sich erahnen, dass da im Gewerbegebiet Kirberg etwas großartiges entsteht. Eine Halle in Fertigbauweise von 15 mal 30 Metern steht bereits auf dem Gelände und Mauerarbeiten im Innenbereich lassen eine spätere Aufteilung der Räume erkennen. Am Ende werde in der Halle fünf Fahrzeuge von Katastrophenschutzfahrzeug, Feldküche, Geschirrmobil sowie Mannschaftstransportwagen untergebracht sein. Es gibt genügend Stauraum für alle Materialien sowie Schulungs- und Aufenthaltsräume.

Als die ersten Ideen Gestalt annahmen, gab es noch kein Grundstück, auf welchem der Neubau entstehen konnte. Und auch der Finanzplan gestaltete sich durch das fehlende Grundstück als schwierig. 2016 bot die Gemeinde die Fläche im Gewerbegebiet an und versprach, 40 Prozent der Kosten zu übernehmen. Mit der nun vorhandenen Fläche war das Finanzkonzept leider nicht mehr haltbar, da die Gegebenheiten ein tieferes Fundament nötig machten als geplant. Und als dann alles stand, fand sich keine Baufirma, welche noch freie Kapazitäten für die Arbeiten hatte. Und so zog sich alles hin, bis der Ortsverband August 2019 endlich loslegen konnte.

Ohne Eigenleistung geht es nicht

Beim Projekt Neubau waren zehn Prozent Eigenleistung durch die 40 aktiven Mitglieder des Ortsverbandes angedacht. „Wir haben schon viel mehr hinein gesteckt“, so Pomp. Irgendwann habe man aufgehört, die Stunden zu zählen. Alleine dieses Jahr seien bestimmt schon über 700 Arbeitsstunden zusammengekommen. Wobei dies ja auch etwas positives hat. Die Mitglieder identifizieren sich sehr stark mit ihrem Neubau. „Über die Jahre haben wir uns in der Verpflegung professionalisiert, da liegt unser Schwerpunkt“, so Pomp. Und mit dem Neubau und einer eventuell größeren Küche gibt es noch weitere Ideen wie einen Suppensamstag, gemeinsames Kochen oder auch Kochen für Senioren. „Wir möchten uns noch mehr in die Gemeinschaft einbringen“, so Pomp.

Joachim Veyhelmann fragte nach, ob der Neubau die Möglichkeiten eines Rettungsstützpunktes hergebe wie in Elbtal. Per se ist die Idee nicht schlecht, so Pomp und das Grundstück würde die Möglichkeiten durchaus hergeben. Hünfelden liegt im Grenzgebiet und so könnten nicht für alle Ortsteile die zehnminütige Frist eingehalten werden. Doch dies liege nicht beim Ortsverband, sondern die Entscheidung müsste vom Kreis getroffen werden. Auf die Frage, ob dann nicht ein Helfer-vor-Ort-System wie in Frickhofen oder Elz installiert werden könnte, mussten die Aktiven zugeben, dass sie leider nicht in der Lage sind, dies zu leisten. „Dafür sind wir zu klein und nicht alle Mitglieder sind tagsüber vor Ort“, so Pomp. Aber mit den neuen Räumlichkeiten möchten sie auch Jugendarbeit anbieten und aufbauen. Und was sich auf lange Sicht ergibt, könnte jetzt noch nicht abgesehen werden.

Andere Einbeziehung in der Alarmierung

Von den geplanten 480.000 Euro hat der Ortsverband bereits 380.000 Euro ausgegeben. Durch Eigenmittel haben sie noch 150.000 Euro zur Verfügung. Aber darauf können sie sich nicht ausruhen, denn durch Corona haben sie bisher auch Verluste von rund 6.000 Euro zu verzeichnen. „In diesem Jahr ist bisher alles ausgefallen von Sanitätsdiensten über Verpflegungen bis hin zur Vermietung vom Geschirrmobil“, beziffert Pomp die Auswirkungen von Corona. Zudem kam es zu einer sechswöchigen Pause in den Bauarbeiten, da sie als Teil des Kastastrophenzuges mit in die Alarmierung reingerutscht sind und dadurch die Baumaßnahmen pausieren musste. Dies hat weiterhin zur Folge, dass einige Helfer abgesprungen sind, da sie sich die Zeit eingeplant hatten und nun andere Dinge vorhaben.

Einen großen Wunsch hat Martin Pomp. „Wir sollten nicht erst alarmiert werden, wenn der Hunger kommt, sondern schon früher mit eingeplant werden, wenn sich zeigt, dass die Schadenslage größer wird“, so der Kassierer, „und auch kleinerer Einheiten, welche sofort ausrücken können, wären ein Traum von mir.“ Für die große Verpflegung bräuchten sie nach Alarmierung 45 Minuten, bis sie ausrücken können. Manchmal kamen sie vor Ort und dann waren sie doch nicht mehr notwendig. Aber auch in kleinen Einheiten können sie zumindest für Getränke oder kleine Speisen sorgen.  „Es ist ein graben an vielen Stellen, mit vielen Reibungspunkten“, so Pomp. Daher wollen sie mit dem Bau auch zeigen, dass sie ein leistungsfähiger Ortsverband sind und ihre Leistungsfähigkeit mit dem Bau sichtbar machen. Und Christi Himmelfahrt 2021 soll der Neubau eingeweiht werden.

DRK Hünfelden Neubau
Martin Pomp (re) gewährt dem Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann (li) Einblicke in den Beubau

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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