Briefmarken und ihre Sammler – eine ganz eigene Leidenschaft

Einmal im Jahr – immer am 3. Oktober – treffen sich Liebhaber von Briefmarken, Postkarten und Münzen, zum Tauschen, kaufen und verkaufen sowie bestaunen von Sammlungen. 

Seit 2006 findet einmal im Jahr der Lympurga Briefmarken-Großtauschtag in der Turnhalle in der Ste.-Foy-Straße statt. An den vielen Tischen konnten Briefmarken und Postkarten bestaunt werden, es fanden Tauschgeschäfte statt und wurden auch Dinge gekauft und verkauft. Es war ein reges Treiben in der Turnhalle. Das Briefmarkensammeln hat eine ganz eigene Faszination und es wird nicht willkürlich gesammelt, sondern meistens sammelt jeder mit einem für ihn eigenen System.

Limburger Sonderstempel

Schriftführer Willi Neu übernahm die Briefmarkensammlung seiner Eltern. Nach dem Krieg schlummerte diese vor sich hin und mit seinem Interesse für niederländische Maler erwachte die Sammelleidenschaft auch bei ihm. Bis heute richtet er das Hauptaugenmerk auf Briefmarken über Künstler und mit Gemälden von Künstlern. Er selbst ist auch kreativ veranlagt, denn er gestaltet immer den Sonderstempel für diesen Großtauschtag. Dieser wird dann von der Post gestaltet und an dem Tag selbst ist eine Servicestation der Post vor Ort, um den Stempel auf Marken zu setzen. Nach einem Monat wird der Stempel zerstört. Auf dem diesjährigen Stempel befindet sich eine Postkutsche sowie der Stundenstein von 1789 aus Limburg. „Der Stempel hat immer einen Bezug zu Limburg“, so Neu.

Auch der Vorsitzende Manfred Bender übernahm das Hobby von seinen Eltern. „Als Buben haben wir alle Briefmarken gesammelt“, erinnert er sich. Da er aus Frankfurt stammt, hat er ganz viel nach Briefmarken gesucht, welche in Frankfurt abgestempelt wurden sind. Ebenso sammelt er sogenannte „Ganzsachen“ – also nicht nur die Briefmarken, sondern auch die Briefumschläge und Postkarten, auf denen die Briefmarken drauf sind. Und er erzählt auch, dass es schon wurmen kann, wenn man aus einem Satz Briefmarken besitzt und dann fehlen welche. „Dann möchte man die auch unbedingt haben, damit der Satz vollständig ist“, so Bender.

Fehlende junge Menschen

Es sind etliche Sammler gekommen, die den Tag zum stöbern nutzen. Doch es fällt auch auf, dass sie alle der älteren Generation angehören. Und dies sei auch ein Problem, der Briefmarkensammler, so Willi Neu. „Unser Problem ist das hohe Durchschnittsalter, uns fehlt die Jugend.“ Dabei kann das Sammeln so vielfältig sein. Neben den Künstlern und Gemälden oder den Frankfurter Briefmarken gibt es eine Vielzahl anderer Sammelmöglichkeiten – Fahrzeuge, Berufe, aus den verschiedenen Ländern, aus den verschiedenen Epochen, mit Stempeln, ohne Stempel, mit Fehlern – der Leidenschaft sind keine Grenzen gesetzt.

Mit der Einführung der ersten Briefmarke um 1840 entwickelte sich die Philatelie oder Briefmarkenkunde. War es früher nur das Hobby betuchter Leute, da diese auch hauptsächlich Briefe erhielten, öffnete es sich in den 30er Jahre für alle. In den Briefmarkenkatalogen kann sich jeder informieren, was für Briefmarken es gibt und welchen Wert sie besitzen. Bender und Neu machten jedoch auch klar, dass jeder um des Sammelns Willen sammeln sollte und nicht wegen einer Geldanlage, denn selten ist ein Buch voller Briefmarken das wert, was manch einer eventuell denkt.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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