Grüne kritisieren Bürgermeister

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Die Vorsitzende vom Ortsverband Bündnis 90/ Die Grünen Hadamar- Dornburg sieht in dem derzeitigen Auftreten des Bürgermeisters Michael Ruoff eine Selbstinszenierung und kritisiert diese. Jahrelang seien Dingen verschleppt worden, um sie jetzt medienwirksam anzustoßen. 

Vor einem Jahr gründete sich der Ortsverband Hadamar-Dornburg und stellt sich nun breit auf für die kommende Kommunalwahl. Dabei möchten sie nicht nur ins Stadtparlament und in die Ortsbeiräte einziehen. Zudem überlegen sie, aus den eigenen Reihen eine Kandidatin oder Kandidaten zur Bürgermeisterwahl aufzustellen. In diesem Zusammenhang äußert die Vorsitzende und Spitzenkandidatin Sabine Hirler Kritik am derzeitigen Bürgermeister Michael Ruoff. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf das in ihrer Sicht „befremdliche öffentlichen Auftreten des amtierenden Bürgermeisters und designierten Kandidaten der CDU.“

Die Themen, welche sie aufzählt, sind vielfältig: Projekte in der Verkehrspolitik wie in Steinbach verschleppte er über beide Amtszeiten in ihrer Umsetzung oder sah sie als unwichtig an. Zweiradanbindungen erhalten vor der Kommunalwahl im März plötzlich eine publikumswirksame Relevanz. Endlich erkennt er eine verfehlte Forstbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels anhand der großen Schäden im Hadamarer Stadtwald und benennt diese.
Auf der anderen Seite ist der amtierende Bürgermeister wie kürzlich bei der Niederzeuzheimer Kontroverse zu den Straßenausbaubeiträgen, „faktisch überfordert, Berechnungsgrundlagen seiner Verwaltung zu erläutern“.

Angesichts der hohen wirtschaftlichen Belastung durch die Corona-Pandemie sollte ein amtierender Bürgermeister gerade in der Wahlkampfphase nicht ständig auf die entstehenden finanziellen Lücken hinweisen. Vielmehr sollte er für die kommenden Jahre deutlich machen, welche Einsparungen notwendig sind und welche Leistungen für die in Hadamar neu entstehenden Strukturen in der Digitalisierung und den Auswirkungen des Klimawandels erforderlich sein werden, so die Vorsitzende. „Die guten Haushaltsergebnisse der Vor-Coronazeit waren jedenfalls nicht neuer Effizienz in der Verwaltung und eigenständiger kommunaler Wirtschaftspolitik geschuldet, sondern der guten Konjunktur“, meinte Sabine Hirler abschließend.

Aufstellung zur Kommunalwahl

Bereits Anfang September hatte der Ortsverband seine Kandidat:innen zur Neuwahl der Stadtverordnetenversammlung nominiert und mittlerweile beim Wahlleiter der Stadt eingereicht. Mitte November sollte im zweiten Schritt die Aufstellungen zu den Ortsbeiräten, zu einer neuen Bürgermeisterin oder Bürgermeister und zur Gemeindevertretung Dornburg erfolgen.

Aufgrund von Corona verschiebt der Ortsverband diese Versammlung auf den 4. Dezember. Der neue Ortsverband will in der Kernstadt, Oberweyer, Nieder- und Oberzeuzheim und in Steinbach kandidieren, wobei die Vorbereitung weitgehend abgeschlossen ist. Noch bis Ende November können sich an einer Mitkandidatur zu den Ortsbeiräten interessierte Bürger:innen über www.gruene-hadamar-dornburg.de bewerben, wobei Frauen bevorzugt werden.

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „Grüne kritisieren Bürgermeister

  • 4. November 2020 um 10:10
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    Leserbrief Andrea Amman, CDU Stadtverordnete:

    Bevor die Grünen unseren Bürgermeister Michael Ruoff unsachlich und polemisch kritisieren, sollten sie sich doch bitte fundiert informieren, welche zahlreichen Projekte er im Bereich Umwelt-, Klima- und Naturschutz abgeschlossenen hat! So wurden in seiner Amtszeit das Rathaus, unsere 5 Bürgerhäuser in den Stadtteilen sowie die Gebäude auf dem Bauhof energetisch saniert. Außerdem wurden Photovoltaikanlagen auf der Stadthalle und auf den Gebäuden des Bauhofes installiert. Allein die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED führt zu einer Energieeinsparung von rund 77 %.
    Des Weiteren hat er für eine große Aufwertung des Radverkehres gesorgt. Neue Radwege wurden geschaffen, saniert und beschildert. Seine Idee, einen Radweg von der Kernstadt über eine neue Brücke durch das „Kalkwerk Hadamar“ Richtung Limburg zu bauen, fand kreisweite Beachtung. Die Radwege Oberweyer – Obertiefenbach, Faulbach – Ahlbach, oder die Sanierung des Radweges von Niederhadamar nach Elz sprechen für sich. Bereits in der Planung und Umsetzung sind die neuen Radwegprojekte Steinbach – Oberzeuzheim und Niederzeuzheim – Thalheim.
    Befremdlich ist da ganz und gar nicht das Auftreten des Bürgermeisters unserer Stadt, sondern die Unwissenheit der Grünen!
    Übrigens: Beim vom Bürgermeister angestoßenen Wettbewerb „Stadtradeln“ haben wir für mehr Klimaschutz und Lebensqualität kräftig in die Pedale getreten. Wo waren die Hadamarer Grünen?

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