Grüne setzen sich für Verbindungen innerhalb Hadamars ein

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Der ÖPNV entspricht zum derzeitigen Zeitpunkt nicht den Bedürfnissen der Hadamarer Bevölkerung. Daher fordert Bündnis 90/ Die Grünen einen dringenden 
Ausbau des Hadamarer Verkehrsnetzes.

Ob alt oder jung, ohne Auto ist man im Hadamarer Land ziemlich „aufgeschmissen“. Weder existieren Verbindungen zwischen allen Ortsteilen, noch kommen die Bewohner:innen aus den Ortsteilen in die Kernstadt, so die Grünenpolitiker. „Dies finden wir aus den verschiedensten Gründen bedenklich und fordern eine schnellstmögliche Verbesserung“, so ihr Anliegen.

Ohne Auto in der Stadt aufgeschmissen

Insgesamt haben die Grünen sieben Punkte, wo es in der Stadt hakt und was sich verbessern muss.

1. Nutzung der Infrastruktur Hadamars

Ob medizinische Versorgung, Nutzung des Einzelhandels, Beteiligung am Vereinsleben, an Stadtfesten und Kulturprogrammen – all das ist für viele Einwohner:innen nur möglich, wenn ein PKW zur Verfügung steht. Insbesondere für die ältere Bevölkerung und für Familien ist dies nicht hinnehmbar.

2. Dienste des Rathauses und der Stadtverwaltung

Die Angebote der Stadtverwaltung sind bis dato nicht ausreichend digital möglich, d.h. um notwendige Erledigungen durchzuführen, müssen die Einwohner:innen in der Lage sein, die Stadtverwaltung zu erreichen. Falls kein PKW zur Verfügung steht ist dies nicht realistisch. So gibt es für das Jugendtaxi ermäßigte Tickets im Rathaus zu kaufen. „Wie sollen die Jugendlichen ohne Führerschein an diese kommen können, wenn sie nicht gerade in der Kernstadt wohnen?“, fragen sich die Grünen.

3. Schulkinder werden ortsteilübergreifend beschult

Dies führt dazu, dass viele Kindern nach Schulschluss ohne Fahrdienste der Eltern nicht miteinander spielen können, was zu Unterbrechungen der sozialen Kontakte führt, die während der Schulzeit geknüpft werden könnten.

4. Busverbindungen nach Limburg und Beselich sind für die Ortsteile Steinbach, Oberweyer und Niederweyer häufiger und einfacher als die nach Hadamar

Am Beispiel Steinbach soll dieser Punkt verdeutlicht werden. Eine direkte Busverbindung besteht über die LM-14, die von Steinbach aus direkt nach Hadamar in 12 Minuten Fahrzeit genau vier Mal am Tag angeboten wird (morgens als Schulbus und nachmittags). Von Hadamar nach Steinbach gibt es 7 Fahrten. Das bedeutet de facto, dass eine Teilnahme der Steinbacher Bevölkerung am Hadamarer Leben vom Besitz eines PKW abhängt.

5. ICE-Anbindung Limburg-Süd ist ein großer Gewinn für die gesamte Region

Doch für die Hadamarer Bevölkerung ist es ohne PKW schwierig, diese Anbindung gewinnbringend für sich zu nutzen. Die Zugverbindungen von Hadamar erfordern Geduld und eine direkte Verbindung existiert ohnehin nicht. Viele Einwohner:innen pendeln ins Rhein-Main-Gebiet bzw. den Großraum Köln-Bonn zur Arbeit.

6. Nachhaltigkeit

Die Folgen des Klimawandels sind spürbar und es wird schon seit geraumer Zeit über eine Alternative zum Autoverkehr diskutiert. Insbesondere auf dem Land ist dies mit Herausforderungen verknüpft. Eine Voraussetzung, um das Auto öfter stehen zu lassen, ist ein verlässliches Angebot an Bussen und Bahnen, die an die Bedürfnisse der Bevölkerung und der heimischen Wirtschaft angepasst ist.

7. Nachts und am Wochenende ist die Verbindung nach und von Limburg als nächst größere Stadt mit kulturellem Angebot nicht ausreichend

Die Stadt Limburg bietet seit 2015 zwischen 19 Uhr und 1.15 Uhr (Wochenende bis 3.15 Uhr) ein Anruf-Sammeltaxi an, dessen Service momentan erweitert und angepasst wird. Limburg erwägt die Einführung von E-Minibussen, die nach Bedarf bestellt werden können und dann von Bushaltestelle zu Bushaltestelle fahren. Das AST bedient nur die Limburger Ortsteile, d.h. kann bis nach Ahlbach genutzt werden. Für die restliche Strecke nach Hadamar muss wieder der PKW genutzt werden.

Forderungen des Grünen-Ortsverbandes

Aus den vorangegangen Punkten leiten Die Grünen ihre Forderungen für einen besseren Nahverkehr in der Stadt ab. Sie wünschen die Einführung von Minibussen, welche im regelmäßigen Takt während der Geschäftszeiten alle Ortsteile und die Kernstadt miteinander verlässlich und dauerhafte verbinden. Dabei müssen neben dem Rathaus auch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im St. Anna, die AWO sowie die Supermärkte angefahren werden.

Die Stadt soll eine Ausweitung des Limburger AST auf das gesamte Hadamarer Stadtgebiet prüfen. Somit kann die Bevölkerung das Angebot der Kreisstadt am Wochenende und ohne eigenen PKW nutzen. Ein Wunsch ist weiterhin eine bessere und schnellere Anbindung an den ICE-Bahnhof in Limburg-Süd, angepasst an den Zugfahrplan. „Eine nachhaltige Verkehrswende muss den ländlichen Raum mit einbeziehen“, so ihre Meinung, „wir müssen Mut für neue Konzepte entwickeln und uns auf die Herausforderungen der Zukunft einlassen.“


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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