Grüne Weilburg fordern zukunftsgerichtete Energiepolitik

Letzte Woche hat die Bürgerinitiative Arlender Unterschriften an Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch übergeben. Sie möchten erreichen, dass drei geplante Windkrafträder zwischen Hasselbach und Gaudernbach nicht errichtet werden. Bündnis 90/ Die Grünen Weilburg sehen dies anders und fordern von der Stadt eine zukunftsgerichtete Energiepolitik.  

Die Bürgerinitiative führt verschiedene Gründe gegen die drei geplanten Windräder an. Sie würden für eine enorme Lärmbelästigung sorgen und der nicht hörbare Infraschall führe zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Idylle werde zerstört und die Immobilien vor Ort würden ihren Wert verlieren. Dies würde dazu führen, dass der Ort an Attraktivität verliere.

190 Unterschriften gegen den Windpark

190 Bürger würden sich gegen den Windpark aussprechen. Mit der Betreiberfirma Energiequelle möchte die BI nicht sprechen, denn deren Aussagen seien nicht vertrauenswürdig. Die Stadt habe zwar einen Grundsatzbeschluss gefasst, keine Windräder bauen zu wollen. Aber hier geht es um private Flächen und die Eigentümer hätten dem Vorhaben zugestimmt, so Bürgermeister Hanisch bei der Übergabe der Unterschriften. Zudem weist die BI darauf hin, dass sie generell keine Probleme mit Windräder haben, aber nicht so nahe am Ort (Quelle Mittelhessen)

Grüne informieren sich vor Ort

Die Grünen der Stadt Weilburg informierten sich zum Standort der von der Energiequelle GmbH geplanten Windkraftanlage in Weilburg-Hasselbach. Diese sollen an der Grenze der Gemarkungen zwischen Hasselbach und Gaudernbach auf einer landwirtschaftlichen Fläche errichtet werden. „Es ist ganz schön windig“ in diesem Gebiet.

Die Vorplanungen laufen, ein Gutachten zum Artenschutz der Tiere im Baugebiet wird erstellt, die Besitzer der Flächen sind zur Verpachtung bereit und das Areal ist schon lange im Raumordnungsplan des RP Gießen als Vorrangfläche ausgewiesen.

Ideal sollte man meinen, weg vom Gas und anderen fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien, so die Grünen in einer Pressemitteilung. Aber das scheint nicht gewollt, wie die Bürgerinitiative gegen Windkraft im Hasselbach zeigt. Sie hat Unterschriften gegen die Windkraftanlage gesammelt. Weiterhin heißt es: “Ob die Macht des Gruppendrucks einen Einfluss auf die Stimmensammlung gehabt hat, lassen die Weilburger Grünen dahingestellt.”

Erneuerbare Energien sind in Zukunft wichtig

Die Grünen der Stadt Weilburg vertreten eine andere Sichtweise und zählen auf, mit welchen Herausforderungen wir zu kämpfen haben:

  • Klimawandel hin zu wärmeren, trockneren Jahren
  • Folgen der Katastrophen von Tschernobyl und Fukoshima
  • Wir erleben gerade einen Krieg in der nur zehn Autostunden entfernten Ukraine, in dem deutlich wird, wie abhängig wir von russischen Gaslieferungen für unsere Heizungen und Stromgewinnung sind

Weilburg hat einen Gesamtenergiebedarf von knapp 335 GWh. Aus dem Klimaschutzkonzept der Stadt aus dem Jahr 2014 geht hervor, dass  168 GWh auf das Wohnen entfallen. 22,7 GWh entfallen auf Strom ohne Wärme. 11 GWh Strom produziert Weilburg seit 2011 aus erneuerbaren Energien.

Eine Gigawattstunde Strom (GWh) entspricht einer Millionen Kilowattstunde.

Keine Gründe gegen Windpark

Weilburg braucht die Energiegewinnung aus Sonne und Wind.  Die Grünen sehen keine Gründe, die gegen diese Windvorrangfläche im Grenzgebiet der Gemarkungen Hasselbach/ Gaudernbach spricht:

  • Sie ist weit ab vom Ort, wie die Bilder zeigen. Die Häuser beider Orte sind vom anvisierten Baugebiet aus nicht zu sehen.
  • Keine Abholzung von Bäume nötig
  • Ein modernes Windrad produziert 10 GWh pro Jahr.
  • lokale Stromgewinnung ab ca. 2025 aus der Windkraft
  • Schattenwurf spielt bei modernen Anlagen keine Rolle, da diese abschalten und sich automatisch aus dem Wind drehen.
  • Der Infraschallpegel von Windenergieanlagen liegt heute bei den üblichen Abständen zur Wohnbebauung unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenze.

Weilburg habe es vor fünf Jahren verpasst, mit Löhnberg und Merenberg einen interkommunalen Windpark zu errichten. Daher sollte die Stadt nun eine zukunftsgerichtete Energiepolitik aufnehmen.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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