Gut aufgestellter Chor im 100. Jahr

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Die Chorvereinigung Liedertafel 1919 e.V. Oberzeuzheim feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Den Auftakt des Festjahres macht ein Kirchenkonzert zusammen mit den Domsingknaben am morgigen Sonntag.

Als sich der Chor am 25. Mai 1919 gründete, handelte es sich um einen reinen Männergesangsverein. Doch bereits 1948 durften die Frauen mitsingen, da der Männerchor nach dem Krieg nicht mehr singfähig war. Dies führte zu amüsanten Einträgen in die Chronik, weiß die Liedertafel-Vorsitzenden Martina Hagel. So steht für das Jahr 1950 zu lesen: „Auf Wunsch der Männer sollten die Damen während der Probe das Stricken einstellen. Die Damen forderten dann ihrerseits, dass die Männer auf das Rauchen verzichten sollen.“

Gut aufgestellter Chor

Der gemischte Chor besteht bis heute und ist mit 51 Aktiven auch sehr gut aufgestellt. Allein im letzten Jahr konnten sie 12 neue Sänger in ihren Kreisen begrüßen. „Wir laufen momentan gegen den Trend“, so Christian Kalowsky, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Das ist den beiden bewusst und sie hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Für Martina Hagel ist auch schnell zusammengefasst, warum die Liedertafel so attraktiv ist: „Singen ist ein Mannschaftssport ohne Altersklassen, ohne Voraussetzungen und ohne Equipment“, so die Vorsitzende, „jederzeit kann jemand hier anfangen.“ Und sie ist stolz darauf, dass Väter mit Söhnen, Mütter mit Töchtern und sogar Großeltern mit Enkelkindern zusammen singen. Dies zeigt sich auch in der Altersspanne. In der Liedertafel sind Sänger von 16 bis 85 Jahre. Doch es geht nicht nur um das Miteinander unter den Sängern. Zudem hat Chorleiter Stefan Heep ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl der Lieder. Und so hat der Chor neben klassischen und kirchlichen Stücken auch moderne Songs im Repertoire und ist damit sehr breit aufgestellt.

Internationaler Sängerwettstreit

In 100 Jahren passierte einiges. Noch heute reden die älteren Sänger von ihrer Teilnahme am internationalen Sängerwettstreit 1981 in Lindenholzhausen, als sie als gemischter Chor alle ersten Preise abgeräumt hatten. Auch die Konzertreisen nach Wien oder Ungarn sind unvergesslich, doch leider heute nicht mehr möglich. „Die Frauen sind inzwischen berufstätig und es ist schwierig, Zeit freizuschaufeln“, so Hagel. Daher gestalte sich das Chorleben auch immer schwieriger. Doch mit Tagesausflügen und Konzertteilnahmen in der Region wird der Chor dem entgegen. Auch gab es mal einen Kinderchor. „Doch der hat nicht lange gehalten, da es zu wenig Kinder waren“, so Hagel weiter. Dennoch ist sie froh, dass sie gut aufgestellt sind und wünscht sich für die Zukunft, dass dies noch lange hält. „Wir würden uns wünschen, dass es uns noch lange so gut geht und die jungen Sänger ihre Freunde mit in den Chor bringen“, so Hagel und Kalowsky einstimmig.

Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum haben sie einiges vor. So gibt es am 25. Mai einen bunten Abend, an dem sich auch die Ortsvereine beteiligen. Am 26. Mai veranstaltet der Chor ein Gruppen-Kritik-Singen. Los geht es allerdings am Sonntag, 31. März um 17 Uhr mit dem Kirchenkonzert zusammen mit den Domsingknaben. Den Besucher erwarten klassische und sakrale Stücke wie das Abendlied von Josef Rheinberger oder das Ave Maria.

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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