Hadamar sucht landwirtschaftliche Flächen

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In den Sommerferien besuchte Bürgermeister Michael Ruoff auf seiner Hoftour verschiedene Betriebe in der Stadt, welche Lebensmittel produzieren. Eine Erkenntnis auf dieser Tour war, dass die Landwirte Flächen suchen, um auch zukünftig ihr Angebot aufrecht zu erhalten. 

In den letzten Jahren gab es immer wieder Lebensmittelskandale. Ende letzten Jahres sorgte die verunreinigten Wurstwaren bei Wilke für Aufsehen. In diesem Jahr geriet der Schlachtkonzern Tönnies in die Schlagzeilen, weil es dort aufgrund der Arbeitsbedingungen einen Corona-Hotspot gab. Dies waren alles Gründe, warum Michael Ruoff wissen wollte, wo in Hadamar Lebensmittel produziert werden, was gut läuft und wo es eventuell an Dingen fehlt.

Abschluss im Nudelhhof

In den letzten Wochen wurde Hof Birkeneck in Steinbach, der Gärtnerhof in Oberweyer, der Hof in Faulbach und die Fischzucht in Niederzeuzheim besucht. Der Abschluss fand auf dem Nudelhof in Hadamar statt.  Dort zeigte Hans Becker, wie seit 1986 Nudeln aus Eiern und Hartweizengrieß hergestellt werden. Die Herstellung lehnt sich noch an die ursprüngliche Herstellung von früher an. Rund fünf Tonnen der verschiedensten Nudeln werden dort am Tag produziert und bisher ist die Firma noch jährlich am wachsen.

Aufgrund der großen Nachfrage und weil sein Sohn das Unternehmen auch in Zukunft weiterführen möchte, investiert Hans Becker derzeit in eine Erweiterung der Produktionsräume. Neben der Produktion der „Wäller Nudeln“ produziert das Unternehmen auch für andere Firmen. Wer genügend eigene Eier mitbringt, bekommt auch seine eigenen Nudeln. Die Nachfrage nimmt zu. Neben den reinen Nudeln, verpacken die Mitarbeiter die Nudeln auch liebevoll zu Geschenken. In Deutschland gebe es nur drei Unternehmen, welche dies in nennenswerter Zahl herstellen. Neben der Lieferung hat das Unternehmen auch einen kleinen Hofladen, der aber aufgrund von Corona derzeit geschlossen ist.

Am Ende des Rundgangs nahm sich Ruoff die Zeit, ein Resümee seiner Hoftour zu ziehen.

Nudelhof Becker Hadamar

Land gesucht

Das größte Problem, welches an den Bürgermeister während seiner Tour herangetragen wurde, waren Flächen. Der Gärtnerhof in Oberweyer wie auch der Hof in Faulbach sind auf der Suche. „Die Stadt selbst hat kein Land, die Flächen sind alle verpachtet“, so Ruoff. Gerade in Oberweyer die jungen Leute brauchen das Land für den weiteren Anbau, um auch in Zukunft überleben zu können. Häufig komme es jedoch vor, dass Flächen aufgegeben werden, doch niemand erfährt davon, so der Bürgermeister. Irgendwann findet eine Bearbeitung dieser Flächen statt, aber nicht von heimischen Landwirten. Daher appelliert er an die Hadamarer Bürger, wenn sie landwirtschaftliche Flächen zu verpachten haben, sollen sie sich bitte an die Stadt wenden. Hadamarer Landwirte hätten dann die Möglichkeit, diese Flächen zu pachten.

Bei weiteren Anregungen war Ruoff in der Lage, die Landwirte zu unterstützen. So benötigt der Gärtnerhof in Oberweyer eine Wasserversorgung, um auch in Zukunft die Flächen zu wässern und Gemüse anzubauen. Ohne eine Wasserversorgung ist dies in Zukunft nicht mehr möglich. Derzeit prüft die Stadt, wie eine Wasserleitung mit Hydrant errichtet werden kann. An den Kosten muss sich der Gärtnerhof jedoch beteiligen.
Die Fischzucht Stähler in Niederzeuzheim muss eine neue Fischtreppe bauen, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Die Stadt unterstützt dieses Vorhaben und stellte den Antrag zur Projektförderung.

Großes Engagement

Auch wenn Michael Ruoff die Erzeuger alle bekannt waren, war die Hoftour dennoch insgesamt für ihn aufschlussreich und spannend. „Am meisten hat mich beeindruckt, welche Arbeit die Menschen in ihre Unternehmen reinstecken“ so Ruoff zusammenfassend. Sie alle würden einen enormen Einsatz bringen an Zeit und Risiko. „Überall stellte ich eine Vermengung zwischen Beruf und Familie fest“, so Ruoff weiter, „alle packen mit an.“ In jedem Betrieb hat er Eigenheiten festgestellt. Auch in Zukunft möchten die Betriebe weiterhin bestehen. Allen streben an, die Betriebe an die nachfolgende Generation weiterzugeben. Er kann den Bürgern nur empfehlen, regional einzukaufen und vor Ort die Angebote zu nutzen. Auswahl gibt es genug in Hadamar.

Steady

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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